| Regie | Martin Campbell |
| Kinostart | 11.03.2010 |
Robert Zimmermann schaut genau auf den Hauptdarsteller Mel Gibson. Er "gibt in seinem Leinwand-Comeback einen Mann, der nichts mehr gewinnen kann und nichts mehr zu verlieren hat. Er hat nicht vor, irgendjemanden zu verhaften, er will nur die Antwort auf das "Warum" und Sühne für das Verbrechen. In dieser simplen Outlaw-Setzung agiert Mel Gibsons Figur überzeugend, fehlt ihr doch jegliche Heldenattitüde. Mit beruflicher Routine versucht Craven den Mordfall zunächst aufzurollen – der Schmerz scheint verinnerlicht zu sein und bildet den Antrieb für seine Mission."
Nina Rehfeld porträtiert Mel Gibson, der sich bei seinem Comeback nicht so richtig wohl fühlt.
Bert Rebhandl ist enttäuscht. Der Kritiker sah einen "faden Fall von Identifikationskino: Man muss sich dieser Figur schon mit Haut und Haar anvertrauen und darf die Komplexitäten der sicherheitspolitischen Lage nicht zu genau nehmen, um in diesem Thriller nicht aus der Bahn zu geraten. Denn der Regisseur Martin Campbell löst das große Unbehagen, das aus den Verschwörungsthrillern der 1970er-Jahre in diesen aktuellen Film herübergeholt wird, in noch größere individuelle Durchschlagskraft auf."
"Als Racheengel macht Mel Gibson eine richtig gute Figur. Ohne grosse mimische Leistung (er macht stets einen traurigen Eindruck) verleiht er seinem Charakter genau die Persönlichkeit, die in einem Film wie AUFTRAG RACHE (
) benötigt wird. Kein brutaler Schläger, sondern ein Familienvater, der zu allem entschlossen ist. Das bedeutet für den Zuschauer fast einen fast durchgehend hohen Spannungsgrad und entsprechende Unterhaltung."
Als Actionfilm mit Gefühlstiefe bezeichnet Wolfgang Zehentmeier den Film. "In die ruhige, aber bedrohlich steigernde Grundstimmung, die mit der ersten Szene am Bahnhof aufgebaut wird, mischen sich gut inszenierte Actionszenen und verleihen den Film das nötige Tempo. AUFTRAG RACHE (
) ist ein Actionfilm mit Gefühlstiefe: In den Ermittlungsstrang sind immer wieder Rückblenden als Erinnerung Cravens an Szenen und Begebenheiten mit seiner Tochter eingebaut. Das macht die Vater-Tochter-Beziehung plastisch und die Reaktionen Cravens nachvollziehbar. Schade nur, dass Regisseur Martin Campbell es am Ende etwas übertreibt und den Zuschauer mit einer unpassend zuckersüßen Schlussszene aus dem Kino entlässt."
Actionreich, aber nicht mitreißend, nennt Marius Zekri den Film. "Obendrein konnten die Macher mit Martin Campbell einen (James Bond-)erfahrenen Regisseur gewinnen, daher hat AUFTRAG RACHE (
) eigentlich alles, was ein Film braucht: einen überzeugenden Star, eine schlüssige Handlung, ein bisschen Zeitgeist, viel Action und ein paar Emotionen. Und doch ist der Film kein cineastisches Drei-Gänge-Menü, sondern eher ein Hamburger. Man kommt eher satt als zufrieden aus dem Kino. Denn AUFTRAG RACHE (
) ist zwar ein Thriller vom Reißbrett – aber es fehlt ihm an Seele. Und darum ist der Film zwar nach allen Regeln der Kunst gemacht – aber absolut Null mitreißend."
Holger Römers ist durchaus angetan. Dass AUFTRAG RACHE (
) ein "anspruchslos unterhaltsamer Actionfilm geworden ist, verdankt sich mehreren Dialogszenen, in denen Martin Campbelll den Nebendarstellern erlaubt, dem Affen Zucker zu geben. Wenn Danny Huston seinen Unternehmenschef als aalglatten Snob anlegt, der seinen Sadismus unter einer gepflegten Fassade kaum zu verbergen mag, oder wenn Damian Young als Senator die korrupte Geschmeidigkeit eines Politikers dick aufträgt, dann ist das durchaus vergnüglich. Und als melancholischer Bonvivant, dessen makabrer Beruf bis zuletzt mysteriös bleibt, reißt Ray Winstone jede seiner Szenen an sich, ohne sich sonderlich Mühe geben zu müssen."
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