| Regie | Espen Sandberg |
| Joachim Roenning | |
| Kinostart | 11.02.2010 |
Robert Zimmermann empfindet MAX MANUS (
) weitgehend konventionell. Der Film "folgt linear biografischen Stationen, wie der Flucht in den Untergrund, der militärischer Ausbildung in Schottland bei den Special Forces der Alliierten und Sabotageaktionen in der besetzten Heimat. Dabei wird die Figur zunächst auf geradezu propagandistische Höhe gehoben – ein geradliniger, königstreuer, patriotischer Kämpfer. "Wer, zum Teufel, gibt schon das Trinken mitten im Krieg auf?" – fragt sich berechtigt ein britischer Kommandeur, als Max die Einladung zum Brandy ablehnt. Doch diese Typisierung zum Saubermann ist dramaturgisches Mittel, um die notwendige Fallhöhe für einen allmählichen Perspektivwechsel zu schaffen."
MAX MANUS (
) reiht sich in die neuen skandinavischen Widerstandsfilme unauffällig ein, so Martin Schwickert. "Auch wenn der Film keine kritische Auseinandersetzung über den Widerstand führt und die Kämpfer von jeglichen moralischen Widersprüchen fernhält, funktioniert er als persönliches Heldendrama recht effektiv. Der hervorragende Aksel Hennie verleiht der tragischen Figur eine emotionale Tiefe und Verletzlichkeit fernab aller Edler-Ritter-Klischees. Ein durchaus ansehnliches Historiendrama, das im filmischen Diskurs um den Zweiten Weltkrieg jedoch keine neuen Impulse setzt."
Zu glatt ist die Darstellung des edlen und guten Max Manus für Daniel Sander "Wer sonst kaum mit Max Manus vertraut ist, dürfte die bedingungslose Verklärung auf Dauer etwas anstrengend finden, als hätte man eine spannende Biografie mit Fotoshop bearbeitet, um die hellen Stellen noch etwas strahlender zu machen und die dunkleren zu überblenden. Ein paar Fehler bringen einen großen Mann noch nicht zu Fall, sie machen ihn spannender. Und sie hätten einen großen Film zu einem wirklich guten werden lassen können."
Anachronistisch mutet MAX MANUS (
) an, urteilt Gerhard Midding. "Bei aller Konventionalität beweisen sie indes ein Gespür für das Unschickliche. Die Tableaus von schneidig lächelnden Widerstandskämpfern vor malerischen Stadtpanoramen und die vom Gegenlicht weichgezeichneten Impression des Wohllebens im Exil streuen den Sand des Unangemessenen ins Getriebe der Heldengeschichte."
Das Drama der Historie und der Nervenkitzel des Thrillers vermischen sich für Christian Schröder in MAX MANUS (
). "Die Geschichte von Besatzern und Besetzten muss nicht umgeschrieben werden, aber die Frontlinien zwischen Gut und Böse sind nun nicht mehr so klar, wie sie einmal schienen. Unterwegs zu seinem letzten Sabotageeinsatz trifft Max Manus einen deutschen Rekruten im Zug. Ein Smalltalk beginnt. Eigentlich sind sie gar nicht so verschieden, der Widerstandsmann und der Soldat mit dem Hakenkreuz auf der Uniform. Sie müssen einander nicht töten, sie können auch plaudern."
Als kinematographischen Glücksfall bezeichnet Caroline M. Buck MAX MANUS (
) . "Wer sabotierender Terrorist ist und wer patriotischer Freiheitskämpfer, das entscheidet, wer am Ende die Oberhand behält. Wenn Max Manus (Aksel Hennie) dem inhaftierten Feind und Folterer (Ken Duken als Osloer Gestapo-Chef Siegfried Fehmer) zum Schluss des Films nach einigem Zögern die Hand reicht, ist dieser Handschlag keiner der Vergebung, sondern ein historischer Brückenschlag – zwei Männer ihrer Zeit stehen sich hier gegenüber, die ihre wechselseitigen Lebensläufe maßgeblich beeinflussten. Und gleichzeitig ist es die symbolische Übernahme von Verantwortung für den Tod seiner Kameraden durch den Helden. Und für den Tod des Gegners, der drei Jahre später als Kriegsverbrecher hingerichtet werden wird."
MAX MANUS (
) hätte interessant werden können, wird es aber leider nicht, so Daniel Kothenschulte. "Es ist eben nicht möglich, einen abwägenden Film mit einem gebrochenen Helden zu machen, wenn um ihn herum nur schematisches und vorhersehbares Ausstattungskino stattfindet. Wenn Manus nach Kriegsende Fehmer im Gefängnis besucht und sogar den Handschlag des Besiegten sportlich erwidert, müsste dies ein schockierend-desillusionierender Augenblick sein: Die Aussage ist ehrenwert: In einem Krieg kann es keine wahren Helden geben. Doch dafür war der Film MAX MANUS (
) leider zu lange ein Heldenepos, geradlinig, schematisch und mit sinfonischem Soundtrack. Und leider auch ohne Leben, Charme oder wenigstens eine Geste der Distanz zu den Genrekonventionen."
Für Uwe Mies hat sich MAX MANUS (
) das Prädikat "internationales Format" voll und ganz verdient. "Der Film sieht gut aus, ist immer auf Seriosität bedacht, aber in den Spannungsszenen dominiert knallharter Nervenkitzel. Aksel Hennie ist ein charismatischer Hauptdarsteller, Ken Duken gibt einen schillernden Gegenspieler ab. Ein lohnender Reißer für Nervenstarke – und für Menschen, die auch im Kino ihren Kopf beschäftigen wollen."
Wer sich für die Geschichte des 2. Weltkrieges interessiert, ist bei MAX MANUS (
) an der richtigen Adresse, sagt Walli Müller. MAX MANUS ist kein dröger Geschichtsfilm, sondern zugleich bewegendes Widerstands-Drama und spannungsgeladener Kriegs-Thriller - mit sehr tragischen und sehr euphorischen Momenten und gerade der richtigen Dosis Action."
Neue Seiten des Zweiten Weltkriegs werden in MAX MANUS (
) gezeigt - gerade für ein deutsches Publikum, so Günter H. Jekubzik. "Wenn Max im Stile von James Bond auf dem Fahrrad rumballert, ist das gut inszeniert. Die Action stimmt, MAX MANUS (
) unterhält und erzählt eine in Deutschland recht unbekannte Seite des 2. Weltkrieges. Einige Stränge werden vernachlässigt, so kommt die Gegnerschaft mit dem Gestapo-Chef Siegfried nie richtig zum tragen. Zum Glück vermeidet das konventionelle Historiendrama die Glorifizierung des Widerstandes. Wenn Max Manus als „Wrack ohne Geld und Ausbildung“ den Frieden fürchtet, ist auch das eine bittere Note zum Heldentum, die angenehm realistisch klingt."
Michael Ranze sah - "oberflächlich betrachtet, ein abenteuerlicher Actionthriller, der spannend unterhält. Manus’ Flucht vor dem Zugriff der Gestapo mitsamt seinem Sprung durchs Fenster ist ein Meisterstück des Spannungskinos, das geschickt mit der Verknappung von Zeit und Raum spielt. Suspense, sogar im Hitchcockschen Sinn, kommt bei den nächtlichen, sorgfältig choreografierten Sabotageakten im Osloer Hafen auf, wenn durch Scheinwerfer und patrouillierende Soldaten immer wieder die Entdeckung droht. Mit dieser Mischung aus Heldenbiografie, Abenteuer und Anspruch trafen die Regisseure in Norwegen offensichtlich einen Nerv: MAX MANUS (
), der bislang teuerste Film des Landes, wurde von über einer Million Zuschauer gesehen – fast einem Viertel der Bevölkerung."
Norbert Raffelsiefen ist durchaus angetan. "Vor allem die eindringlichen Szenen im Osloer Hafen bilden mit ihrer atmosphärischen Dichte und der knisternden Spannung den Höhepunkte des Filmes. Im Vergleich zu dem omnipräsenten Hauptdarsteller Aksel Hennie, bleiben die anderen Akteure etwas blass. Dass auch Agnes Kittelsen als seine Geliebte Tikken ebenso wenig Akzente setzen kann, wie Ken Duken in der Rolle des smarten Nazi-Schergen Fehmer, ist dem etwas eindimensionalen Drehbuch geschuldet."
Thomas Engel sah einen soliden gemachten "Widerständler- und Kriegsfilm. Ausführlich, präzise und mit einer Riesenausstattung wird alles berichtet. Grundlage für den Film waren die autobiographischen Aufzeichnungen von Max Manus. Handwerklich wurde mit Sorgfalt gearbeitet. Thematisch ist das natürlich ein nachträgliches Hohelied auf das mit großen Opfern erkaufte Freiheitsstreben des norwegischen Volkes."
Unterhaltsam und bemerkenswert inszeniert, so das Resümee von Werner Busch zu MAX MANUS (
). "Es ist höchst erstaunlich, daß MAX MANUS (
) dabei inszenatorisch nicht nur hohe internationale Standards erfüllen kann, sondern sie vereinzelt sogar übertrifft. Lange und höchst komplizierte Sequenzen werden durch sehr gekonntes digitales Montieren möglich gemacht, und die Kameraarbeit erlaubt sich einige schöne, aber nie aufdringliche Kapriolen. Das große Budget schlägt sich angenehm sichtbar in sehr guten Effekten und ausstattungsintensiven Totalen nieder."
Ronja Dittrich verortet MAX MANUS (
) als Historiendrama mit Elementen des Thrillers und ist angetan. "Durch gekonnte Montage entfaltet der Film insbesondere in den Szenen der nächtlichen Sabotageakte Hochspannung auf internationalem Niveau. In Norwegen sahen 1,4 Millionen Menschen die bislang teuerste Filmproduktion des Landes - das entspricht einem Viertel der Bevölkerung. Für die deutschen Zuschauer dürfte der Film sogar noch spannender sein: Da die Biografie von Max Manus hierzulande so gut wie unbekannt ist, bleibt der Ausgang seines Schicksals bis kurz vor dem Abspann im Dunkeln."
Konventionell, aber nicht schlecht, so das Urteil von Martin Schwarz über MAX MANUS (
). "Der Rest ist ein solide erzähltes Kriegsdrama aus einer ungewöhnlichen Warte. Bemerkenswert auch: Die Obernazis werden immer von bekannten deutschen Schauspielern übernommen: Sebastian Koch in BLACK BOOK, Christian Berkel in TAGE DES ZORNS und nun Ken Duken. Den Norwegern hat’s gefallen: Rund 1,2 Millionen – ein Viertel der Bevölkerung – sahen den Film."
Linksammlung zum Film.