| Regie | Benoît Delépine |
| Gustave de Kervern | |
| Kinostart | 16.09.2010 |
Felix von Boehm stellt durch MAMMUTH (
) fest, dass die Gegenwart doch das Beste ist. "Vergessenes, Verdrängtes und Verschwundenes wird nun von den Regisseuren erzählt. Stets mit einer gehörigen Portion Humor – oder ist es Ironie? – , der bisweilen unverständlich bleibt. Die Stationen, denen die Regisseure ihre Aufmerksamkeit widmen, wirken ein wenig aneinandergereiht ... Es sind kurze Episoden, die doch ins Leere führen, weil sie an Mammuth vorbeiziehen, ohne Spuren zu hinterlassen oder zu seiner Charakterisierung beizutragen. Gutmütig und brummend lässt er alles an sich vorüberziehen. Dem Zuschauer bleibt hier oft nur ein unsicheres Schmunzeln übrig."
Felicitas Kleiner stellt fest: "Man mag dem Film vorwerfen, dass er zu viele Kuriositäten an Serges Wegesrand aufreiht und vielleicht zu sehr vom Boden der sozialen Tatsachen abhebt; dennoch bleibt er, zusammengehalten von Gérard Depardieus mächtiger Leinwandpräsenz, ein schöner Gegenentwurf zu jenen Prolo-Komödien à la Die Beschissenheit der Dinge (
), die sich als ungeschönte Milieubilder gerieren, letztlich aber Freakshows sind, die Zerrbilder statt Menschen zeigen. MAMMUTH (
) dagegen weiß durch alle Absurditäten hindurch die Würde seiner Protagonisten zu verteidigen. Das Lachen über sie ist immer empathisch, nie abfällig."
Harald Mühlbeyer erinnert sich an viele unvergessliche "Szenen des Films, die in ihrer skurrilen Absurdität das Leben von Serge präzise beschreiben, sein Lebensgefühl in wenigen Kameraeinstellungen genau ausdrücken. Lange vorher haben wir ihn einmal beobachtet, mit zwei ausgestreckten Fingern am Fenster, und wir wissen nicht, was er tut, bis ein Auto vorbeifährt ... Am Ende, da entfaltet er sich, da geht er tatsächlich ein bisschen aus sich heraus, aus dem unterdrückten Leben, das er bisher geführt hat; hat er vielleicht tatsächlich was gelernt auf dieser Reise durch sein Leben, durch den Film?"
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Als giftige Komödie beginnt der Film laut Carmen Böker eigentlich ganz charmant. "Im französischen Fall nimmt die Marotte der Regisseure überhand, jede Szene zu skurrilisieren und alle ständig verrückte Dinge tun zu lassen. Vielleicht ist es ja eine schöne Sitte in diesem Land, dass sich zwei Cousins, die einander jahrzehntelang nicht getroffen, sich beim Wiedersehen als erstes gegenseitig einen runterholen - aber für die Geschichte eines frisch Pensionierten, der auf dem Motorrad durchs Land fährt, um seine fehlenden Rentenbelege einzusammeln, scheint dieses Schäferstündchen doch verzichtbar zu sein."
Das französisches Roadmovie ist der schrägste Wettbewerbsfilm, findet Christiane Peitz, denn hier gelingt die seltene Kombi von skurriler Komik, Melancholie und Poesie. "Schon das erste Bild: Gérard Depardieu sitzt nach der letzten Schicht da, zieht seine Plastikhaube vom Schädel, das schulterlange blonde Zottelhaar quillt hervor, und man ahnt: Dieser Held ist anders. Er ist nicht der Hellste, nicht der Geschickteste und auch nicht der Fröhlichste."
Andreas Conrad berichtet von der Presse- oder besser der Spaßkonferenz.
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