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CATERPILLAR

CATERPILLAR

Regie Wakamatsu Koji
Kinostart 2010
Genre Drama, Kriegsfilm

Kritiken • CATERPILLAR

12. März 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Das Manifest

Björn Lahrmann entdeckt Folgendes: "Dieses doppelte Beharren, auf der Hässlichkeit des Krieges einerseits, der Verhöhnung der ihn stützenden Politik andererseits, ist schon alles, was CATERPILLAR leisten will: als lupenreiner Agitprop sicher ein Triumph, als Spielfilm eine mindestens zweifelhafte, wenn nicht kontraproduktive Angelegenheit. Obwohl sich die Machtverhältnisse zwischen Kurokawa und Shigeko bald verschieben und verschärfen, ergibt sich daraus keinerlei Dynamik, der Film bleibt stoisch – und auf Dauer extrem ermüdend – im Teufelskreis seiner brutal direkten Botschaft gefangen. Oder, mit dem Titel gesprochen: Eine Raupe, die sich nie zum Schmetterling entfaltet."

17. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Der Standard

Die Botschaften dieses Films sind recht offensichtlich, kritisiert Dominik Kamalzadeh. "Der Krieg bringt monströse Kreaturen hervor, und die patriotische Überhöhung von Disziplin und Plicht wirkt sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen fatal aus. Wakamatsu streut Wochenschau-Bilder ein, die bis zum Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki reichen, der ultimativen Konsequenz dieser Ideologie. Die Unentschiedenheit zwischen Exploitation und ernsthafter Auseinandersetzung machen den Film allerdings auch angreifbar. Nicht an jeder Stelle ist man sich hier sicher, ob es noch um ein Argument - oder nur noch um eine Geste der Provokation geht."

16. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Berliner Zeitung

Der Goldene Kopulationsbär für die originellsten Sexszenen geht in diesem Jahr an den japanischen Wettbewerbsbeitrag CATERPILLAR, schreibt Jens Balzer. Der Film verbindet "die Kritik des kriegserzeugenden Maskulinismus mit einer weiblichen Emanzipationsgeschichte. ... Das ist alles gut ausgedacht und wenigstens in den ersten Momenten ordentlich verstörend bebildert. Weil die Kommunikation zwischen den Ehepartnern zu eingeschränkt ist, verliert die Geschichte sich aber bald in Redundanzen; und gegen Ende walzt Wakamatsu Koji die gerade errungenen psychologischen Feinheiten mit endlosen Leichenberg-Dokubildern nieder. CATERPILLAR ist kein guter Film."

16. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Die Tageszeitung

Hier gibt es laut Dietmar Kammerer den Kriegsheld als verstümmeltes, regressives und selbstgenießendes Triebbündel. Der Regisseur "hält sich in seiner Kritik an Nationalismus und Kriegstreiberei nicht lange mit Feinheiten auf und inszeniert den Krieg als Ehedrama in drastischen Bildern mit Rotz, Blut und Sperma. Historische Propagandameldungen aus dem Radio, die fiktive Siege der japanischen Armee selbst dann noch verkünden, als alles längst verloren ist, schneidet der Film gegen Wochenschaubilder der Bombardierung Tokios und der Abwürfe über Hiroschima und Nagasaki. Der Krieg bringt keine Helden hervor, sondern Monster."

16. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Der Tagesspiegel

Welch kunstvoller Aufwand nötig ist, damit der Blick der Kamera noch gerade die Grenzen des Sittsamen wahrt, entdeckt Helmut Merker. Ansonsten gibt es viel Schreckliches zu sehen. "Ständig werden in den folgenden 80 Minuten die bösen Kriegsbilder mit den strahlenden Kriegspropagandabildern konfrontiert, ständig fällt der Blick des als Kriegsgott Verehrten auf seine Auszeichnungen, auf das Foto des Kaisers und auf den gerahmten Jubelartikel einer Zeitung. Durch solche Wiederholungen verkommt die Kritik zu Leerformeln. Der Rest ist: mit dem Entsetzen Spekulation treiben, weswegen der Film bald als skandalträchtig beraunt werden wird."

16. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • festivalblog.de

Das alles ist quälend anzusehen, aber sehr ehrlich und eindrücklich dargestellt, meint Tiziana Zugaro. Der Regisseur "ist ein radikaler Kriegsgegner, Ex-Yakuza und Pornoregisseur, der mit CATERPILLAR einen radikalen Antikriegsfilm vorgelegt hat. Was der Krieg mit Menschen anstellt, ist ein Teil der Geschichte. Dass im Krieg Mechanismen angewendet werden, die auch im zivilen Leben üblich und fatal sind, ist der andere Teil. Die Brutalität des Ehemanns der Frau gegenüber wird durch Flashbacks gespiegelt, die den Soldaten während des Krieges als Vergewaltiger und Mörder chinesischer Frauen zeigt. Das mag vielleicht etwas überdeutlich sein, ist aber nun mal ebenfalls Teil der Geschichte."

16. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • perlentaucher.de

Einstellungen wie Axthieben hat Ekkehard Knörer wahrgenommen. Es besteht für den Kritiker "kein Zweifel, dass dieser ganz und gar verfinsterten Vision eine humanistische Haltung zugrundeliegt. Und doch gelingt es mir andererseits nicht, zu diesem Film vorbehaltlos Ja zu sagen. Vielleicht weil ich finde, dass er sich in seiner Konsequenz doch zu sehr einschließt. Vielleicht, weil der Spielfilm für die emblematische Anordnung, die er darstellt, in letzter Instanz nicht die passende Form ist. Was nichts daran ändert, dass CATERPILLAR das Nonplusultra des Widerspruchs gegen ein sozialdemokratisches Verständnis der Welt ist."

16. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Der Spiegel

Andreas Borcholte sagt es unumwunden: Der Film ist "zu sehr damit beschäftigt, dem Zuschauer mit arg plakativen Szenen von Leichen und Vergewaltigungen die Botschaft zu übermitteln, dass Krieg im Allgemeinen eine furchtbare Sache ist und man die Opfer, die allein das Bombardement von Hiroshima und Nagasaki gekostet hat, nicht vergessen sollte. Das Ansinnen ist also löblich, aber auch banal. Interessanter und letztlich aufschlussreicher wäre ein genauerer Blick auf das von Rache, Scham und Verzweiflung geprägte Verhältnis zwischen dem Versehrten und seiner zur Servilität verdammten Frau gewesen."

01. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Berlinale

Datenblatt zum Film

01. Februar 2010 | CATERPILLAR • Kritik • Caterpillar

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