| Regie | Marc Rensing |
| Kinostart | 11.03.2010 |
Tim Geyer entdeckt das Problem des Films. "Parkour als Metapher für das Auseinanderdriften ebenjener beschworenen Einheit von Körper und Geist seines Protagonisten einzusetzen, birgt gleichzeitig auch das Grundproblem des Films. Psychodrama, Parkour- oder Actionfilm – Marc Rensing mag sich nicht so recht entscheiden, und es gelingt ihm nicht alle Elemente schlüssig zu verbinden. Der Kunstgriff mittels des Parkour-Sports ein Psychogramm Richies zu entwerfen, ist hier nur annähernd gelungen."
Probleme bekommt der Film, wenn er etwas nicht nur zeigen kann, sondern erzählen muss, stellt Ulrich Kriest fest. "Dann wird es mitunter sehr platt küchenpsychologisch oder aber manieriert, weil Marc Rensing sich einen dramaturgischen Kniff ausgedacht hat, der darauf setzt, dass der Zuschauer etwas unaufmerksam ist. Man wird Zeuge, wie Richie beim Versuch, die Kontrolle über seinen Alltag zu behalten, allmählich die Realität abhanden kommt, besser: er in eine ganz eigene Realität driftet. Dafür findet Marc Rensing überzeugende, an den Rändern trefflich unscharfe Bilder."
"Regisseur Marc Rensing schuf nach einem guten Drehbuch mit stimmigen Dialogen ein intensives Psychogramm eines jungen Mannes, der im trügerischen Bewusstsein, alle Grenzen überwinden zu können, scheitert. Dank der hervorragenden darstellerischen Leistung von Christoph Letkowski, der körperliche Fitness im persönlichen Einsatz bei PARKOUR (
) eindrucksvoll unter Beweis stellen darf und ebenso präzise die fatale Entwicklung einer Psychose zum Ausdruck zu bringen vermag, wird dieser Film zum packenden Erlebnis. Ein Werk, das Dank einer guten Dramaturgie zum Ende hin seine Spannung noch einmal zu steigern vermag."
Norbert Raffelsiefen ist begeistert. "Regisseur Marc Rensing findet für das Psychogramm seines Protagonisten die geeigneten Bilder. Pulsierende Dynamik auf der einen Seite, wenn die Kamera die rasanten Extremläufe einfängt. Die weicht einer bedrückenden Atmosphäre von Angst und Anspannung, in den Momenten, in denen Richy die Kontrolle entgleitet. Dessen Abrutschen in die Psychose mag zwar mitunter etwas überakzentuiert ausgemalt sein, aber dem Regisseur gelingt es, durch die konsequente Zuspitzung der Situationen, die nötige Spannung zu erzeugen."
Eifersucht, Panik, Paranoia, Psychose, Zusammenbruch hat Thomas Engel ausgemacht. "Handlung, Charaktere und Milieu sind einigermaßen gut ausgesucht, das Spiel der sechs Akteure ergibt ein natürliches Bild. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Richies Verfassung. Langsam verdunkelt die extreme Eifersucht sein Leben. Dieser schleichende Krankheitsprozess wird glaubwürdig geschildert – bis um Nullpunkt."
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