Inhalt • DIE FREMDE
"Hör auf zu träumen!", sagt die Mutter (Derya Alabora) zu ihrer 25-jährigen Tochter Umay (Sibel Kekilli), als diese mit ihrem kleinen Sohn Cem (Nizam Schiller) in Berlin vor der Wohnungstür ihrer Eltern steht. Umay ist aus einem unglücklichen Eheleben in Istanbul ausgebrochen und will zurück in Berlin ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie weiß, dass sie ihren Eltern und Geschwistern damit viel zumutet, hofft aber, dass die liebevolle Verbundenheit stärker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge.
Kritik • DIE FREMDE • 15. Februar 2010 • festivalblog.de
Laut Andreas Tai widersteht die Regisseurin "der Versuchung, die Positionen nach einem Gut-Böse Schema in zwei Lager zu teilen. Genauso wie Umay das Unmögliche will und ihrer Familie keine Zeit gibt, sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen, wird auch gezeigt, wie der Handlungsfreiraum der männlichen Charaktere durch die tradierten Rollenvorstellungen und das gesellschaftliche Umfeld stark eingeschränkt wird. So wird es möglich, in ihrem Zwiespalt auch für den Vater und dem Bruder so etwas wie Mitleid empfinden. Dennoch wird ihnen die Verantwortung nicht abgenommen und die Kritik an der fehlender Courage, über den eigenen Schatten zu springen, bleibt unberührt."