Das Motel ist ein transitorischer Ort ganz anderer Art: Es beherbergt keine Reisenden mehr, sondern wurde in ein Altersheim umgewandelt. Das Leben seiner Bewohner steht nicht mehr im Zeichen des Aufbruchs.
Jean-Francois Caissys Tableaus sprechen in langen, ruhigen Einstellungen von der Langsamkeit und der Langeweile, von einem Zustand des Abwartens, von der fast rituellen Verrichtung alltäglicher Dinge, vom Vergehen der Jahreszeiten. Beten, Bingo, Blutdruckmessen, ein Spaziergang um das Haus, der zeigt, wie klein im Alter die Welt werden kann.
Auf den ersten Blick fällt eine gewisse Distanz auf, die zu den Menschen gehalten wird: keine Interviews, keine Namen, keine Hintergrundinformationen über das Leben, das sie gelebt haben. Die Bewohner sind nicht Stichwortgeber für soziologische Betrachtungen, sondern vielmehr Mitwirkende in einer gänzlich unsentimentalen Elegie, die genau beobachtet und ein Gefühl dafür vermittelt, wie das Leben sein kann, wenn es an seinem Ende angekommen ist.
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