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APART TOGETHER

APART TOGETHER

Regie Wang Quan'an
Kinostart 2009
Genre Drama, Liebesgeschichte

Kritiken • APART TOGETHER

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Wie Thorsten Funke feststellt, ist alles "in langen, ruhigen Einstellungen erzählt, in die nur manchmal etwas Leidenschaft gerät, wenn beim Singen das Temperament die Oberhand gewinnt und wiederholt mit der Hand auf den Tisch geschlagen wird. In diesen Gesangsmomenten (übrigens alle a cappella, Musik aus dem Off gibt es nicht) bricht etwas auf. Sonst gibt es höchstens einmal eine Aufnahme von den sich haltenden Händen des so lange getrennten Paares, während einer Fahrt im Transrapid. Und dann ist da noch die manische Art, in der der Ehemann mit den Stäbchen im Essen stochert. Essen und Singen, die klassischen Gelegenheiten, zu denen die Familie zusammenkommt, sind in Apart Together also Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte über die Zersetzung derselben."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Berliner Zeitung

Harald Jähner sah einen stillen "Auftakt der Berlinale und doch einer, der die großen Themen nicht nur streift: Liebe und Verlässlichkeit, Bürgerkrieg und Versöhnung und das, was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält. ... Ein ziemlich volkspädagogischer, rührender Film zur Versöhnung ist APART TOGETHER: eine süß-saure Auseinandersetzung über die Leerstellen der chinesischen Geschichte mit ihren vielen gewaltsamen Trennungen."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Die Tageszeitung

Als müde und fade bezeichnet Cristina Nord den Film. Leider geht es hier so geheimnislos zu, "wie es sich in einer der allerersten Einstellungen ankündigt - das alte, verwinkelte Schanghai liegt im Vordergrund der Totale, die Skyline des neuen Schanghai ragt im Hintergrund auf. ... Die Kamera - der Deutsche Lutz Reitemeier führt sie - ist behäbig; langsam fährt sie an den Figuren vorbei oder umkreist sie, die Einstellungen dauern lange, ohne dass man wüsste, warum, und einmal, als sich die beiden alten Herren betrinken, fängt sie an, leicht zu schwanken. APART TOGETHER zielt darauf, maximal verständlich zu sein, und wird dabei maximal fade."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Der Tagesspiegel

Dies ist für Christina Tilmann kein Film, in den sie hungrig gehen würde. "Gut vorstellbar, dass APART TOGETHER in China ein Politikum ist, angesichts des ungeklärten Status der Inselrepublik Taiwan und der Sehnsucht, die aus den Kuomintang-Veteranen herausbricht, als sie zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder nach Schanghai dürfen. Die beiden alten Herren, die so komisch wie hartnäckig um Yu-E konkurrieren, kämpften auf unterschiedlichen Seiten und werden Freunde. Zärtlicher hat eine Wiedervereinigung selten stattgefunden."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Der Standard

Laut Dominik Kamalzadeh hebt der Film zumindest von der üblichen Praxis ab, auf die sponsorenfreundliche Abstimmung von Stars und Schauwerten zu setzen. "Als räumliche Entsprechung dieser Erwägung eines Neubeginns sind in APART TOGETHER immer wieder Ansichten Chinas zu sehen, die das Nebeneinander von Altem und Neuem nachdrücklich betonen. Eine erste Aussprache zwischen dem alten Paar erfolgt auf einem Baugerüst eines hypermodernen Appartementkomplexes. So kommt man nicht umhin, diesen ein wenig zu braven, zu wohlig austarierten Film auch als Verneigung vor der Großelterngeneration zu sehen, die mit ihrem entbehrungsreichen Dasein dem modernen China den Weg bereitet hat. Auf besonders rutschigem Parkett bewegt man sich mit dieser Arbeit nicht."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • perlentaucher.de

Was Wang Quan'an fast schon beiläufig, in langen, selten (wenn, dann aber effizient) durch Schnitte unterbrochenen Einstellungen erzählt, ist nicht so sehr ein Clash, sondern ein Nebeneinander von Tradition und Modernisierung, meint Thomas Groh. "Familienrituale rücken häufig ins Bild, und gerade dann ist APART TOGETHER am stärksten: Wenn es um diese Momente des Zusammenseins geht und jegliche Ahnung von Plot zum Erliegen kommt. Allenthalben wird gegessen, noch mehr Essen zubereitet und mit viel Wehmut gesungen. Yu-Es Blick, meistens leer, füllt sich für einmal, wenn der Wein fließt und alte Lieder gesungen werden, mit Leben. Am Ende Regen - Abspann."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Der Spiegel

Alles an diesem kleinen, aber sehr herzlichen Film atmet den Geist der Veränderung, stellt Andreas Borcholte fest. "Seine ehemalige Geliebte, die sofort wieder für ihn entflammt, erkennt Liu gerade noch wieder, aber die Boomtown Shanghai ist ihm, der die Hafenstadt Jahrzehnte zuvor verließ, fremd und unbekannt. Doch so wie die südchinesische Metropole in ein neues, kapitalistisch-kommunistisches Zeitalter aufbricht, brechen eben auch private Verhältnisse auf, werden Lebenswege neu entworfen und vielleicht sogar gegangen - selbst im fortgeschrittenen Alter."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Berlinale-Blog des epd

Gerhard Midding sah einen schönen "Shanghai Film, weil er dem Zuschauer die Stadt vorenthält. Er kann den Vorwurf der Konventionalität aushalten. Sein Mandat ist es, wie wir gestern feststellten, schließlich nicht, das Kino neu zu erfinden. Aber die Frontalität der Tableaus, in denen Lutz Reitemeiers Kamera die Familienzusammenführung einfängt, ist dennoch wohlüberlegt. Sie reflektiert das Ritual des Familienfotos: Die Harmonie löst sich an den Rändern in Unbehagen auf."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Neues Deutschland

Der Film handelt laut Caroline M. Buck "von einer älteren Generation und einem Thema von noch ganz anderer politischer Brisanz. Nicht mehr um ländliche Geschlechterrollen geht es hier, sondern um rabiate städtische Veränderungen. Und nicht mehr um Wangs eigene Generation, sondern um die der Eltern und Großeltern. Um die Teilung Chinas nach dem Krieg und den Rückzug der chinesischen Nationalisten auf die Insel Taiwan. Um einen ehemaligen Soldaten aus Shanghai, der vor sechzig Jahren vor Maos kommunistischen Truppen aus Shanghai fliehen musste, weil er auf Seiten der Kuomintang gekämpft hatte."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland "mag das taoistisch und sehr fernöstlich finden, vielleicht ist es aber auch ein ganz einfacher menschlicher Pragmatismus, angewandte Humanität. ... Inszeniert ist konventionell, also in gewohnten Bahnen, ohne dem Publikum zuviel Kunstwillen zuzumuten, aber auch ohne die Handlung zu banalisieren oder in Sentimentalität zu ertränken – ein angemessener, guter Eröffnungsfilm."

12. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Berlinale im Dialog

Zwar geht APART TOGETHER gen Ende laut Nino Klingler "ein bisschen die Puste aus, weil in zu vielen Setpieces, zu vielen langen Monologen vor versammelter Familie in Erinnerungen geschwelgt wird. Wang Quan'an beharrt auf seinem Stil, was leicht ermüdend, aber eben auch konsequent ist. Die Kamera bewegt sich währenddessen wie eine Wiege, oder wie ein Schaukelstuhl, hin und her, die Menschen vor ihr werden betrunken und betrunkener, schwanken, hin und her. Vor, zurück, Zukunft, Vergangenheit, ein Schaukeln durch die Zeit."

11. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • sennhauser.ch

Dass sich fast alles am Eßtisch abspielt, hat Brigitte Häring "schwer zu schaffen gemacht. Der Film lief zur Mittagszeit. Und in fast jeder Szene wird entweder eingekauft, gekocht oder gegessen – und das sieht alles so appetitlich aus, dass in den nächsten Tagen wohl die Berliner Chinarestaurants gute Umsätze machen werden. ... Auch wenn die asiatische Art, über Gefühle zu reden und Gefühle zu zeigen für uns Mitteleuropäer manchmal etwas fremd ist, sind die angesprochenen Themen universell: Trennung, Wiedervereinigung, Familie und die Sehnsucht danach."

11. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • festivalblog

Vielleicht hat Tiziana Zugaro "auch wegen dieser Fülle von Nebenschauplätzen das Gefühl, dass dieser Film irgendwie haarscharf am Thema vorbei gedreht ist. Wang Quan'an hat zwar ein sehr gutes Gespür für die Absurditäten, die in der Geschichte stecken. Dennoch wird hier zuviel behauptet und zu wenig erfahrbar gemacht. ... In APART TOGETHER fehlt die innere Haltung des Films. Es scheint, als habe sich die Rücksichtnahme und das Bestreben, nicht weh zu tun, von den Figuren schleichend auf den Film übertragen."

01. Februar 2010 | APART TOGETHER • Kritik • Berlinale

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