| Regie | Esther Rots |
| Kinostart | 28.01.2010 |
Als beeindruckendes Debüt über das zersplitterte Leben einer jungen Frau bezeichnet Birgit Glombitza den Film. Er "erzählt eine Geschichte, die man im Kino eigentlich nicht gerne erzählt bekommt, weil sie zu heikel, zu voyeuristisch und zerstörerisch ist und weil sie mit der Kamera das Publikum meist ganz Blick und die Misshandelten ganz Opfer und Objekt werden lässt. Doch das Langfilmdebüt der niederländischen Regisseurin Esther Rots findet einen so beeindruckenden, klugen und kunstvollen Weg, Mariekes Erleben zu bebildern, wie man das lange nicht mehr im Kino gesehen hat."
Esther Buss sah "ein intensives Porträt einer Frau, die sich mit aller Kraft gegen die innere Ohnmacht wehrt und ihre Opferrolle in eine autonome, machtvolle Position umzuwandeln versucht. Wenn Marieke, in eine Decke gehüllt, nachts vor ihrem Laptop kauert und chattet, öffnet sich ihr plötzlich ein ebenso anonymer wie Privatheit suggerierender Raum, in dem sie einmal nicht Außenstehende, sondern Teil einer Gemeinschaft ist, so leidgeprüft diese auch sein mag. Für die Protagonistin liegt die Anziehung des virtuellen Raums wohl auch in seiner Grenzenlosigkeit; hier kann sie aussprechen, was sie sich öffentlich verbietet. Außerdem ist mit diesem Raum keine körperliche Erfahrung verbunden: Hier gibt es keine Haut."
Linksammlung zum Film
Laut Isabella Reicher trägt die Regisseurin der Abschottung der Figur "Rechnung, indem sie sich zum einen nah an ihrer Hauptfigur bewegt, deren manischen Arbeitsanfällen, ihren Rachefantasien und Panikattacken folgt und die Erzählung sprunghaft montiert. Zum anderen übernehmen auf der Tonebene Musik und Sound eine Funktion zwischen Kommentar und atmosphärischer Grundierung, Geräusch- und Gefühlsverstärker, die der visuellen Durchdringung der Bewusstseinszustände zuarbeiten."
Datenblatt des Films.