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PRIVATUNTERRICHT

PRIVATUNTERRICHT

Regie Joachim Lafosse
Kinostart 21.01.2010

Kritiken • PRIVATUNTERRICHT

16. Januar 2010 | PRIVATUNTERRICHT • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Frédéric Jaeger vergleicht. "Wo der Determinist Michael Haneke das Milieu für die Darstellung der Ursachen der Konsequenzen arrangiert, ist Joachim Lafosse ganz Phänomenologe. So fokussiert er das Verhalten seiner Figuren, die zwar durchaus von einer Geschichte, einer Herkunft und psychologischen Motivationen geprägt sein mögen, aber für deren Analyse lediglich die greif- und zeigbaren Handlungen entscheidend sind. Es ist diese Haltung der neugierigen Beobachtung, die es Lafosse erlaubt, einen dezidiert leichten Ton anzuschlagen. So wiegt er den Zuschauer zunächst in Sicherheit, um ihn dann mit umso mehr Wucht mit einem aufkeimenden Unbehagen zu konfrontieren. Es ist ein Unbehagen, mit dem man zu leben lernt, aber es ist ein Unbehagen, das bleibt."

21. Januar 2010 | PRIVATUNTERRICHT • Kritik • Berliner Zeitung

Ohne Moral geht es nicht, stellt Gerhard Midding mit. "Erst als Pierre für den Nachhilfeunterricht erotische Gefälligkeiten fordert, wird deutlich, wie übergriffig ihr Handeln von Anfang an war. In dem wogenden Zwischenreich der Neugierde und Bedrohung findet eine Enteignung statt, die eine Selbsterfindung des Jungen unmöglich macht. "Auf unsere Grenzen" lautet das Motto, das der Regisseur seinem Film vorangestellt hat. Moral ist kein Schimpfwort für ihn. Er beharrt darauf, dass Sex nicht nur eine raffinierte Mechanik des Genusses ist, sondern ein schönes Rätsel bleibt."

21. Januar 2010 | PRIVATUNTERRICHT • Kritik • schnitt.de

Martin Wolkner hat genau hingeschaut. "Das Perfide ist die geschickte Kameraarbeit, die aus dem gut produzierten Drama etwas für den Zuschauer Vertracktes macht, ihn zwischen Schaulust und Verantwortlichkeit positioniert. Die langen, ruhigen Einstellungen vermitteln sehr stark die unbeteiligte Beobachterposition. Wenn unterschiedliche Blickwinkel gefordert sind, bewegt sich die Kamera behutsam und perfekt choreographiert. Häufig ist die Kamera aber einfach statisch und erlaubt, daß die Protagonisten von der Leinwand verschwinden. Das alles erzeugt tiefen Realismus und Natürlichkeit. Die Kamera geht nah an Jonas heran und wird dadurch sehr intim und persönlich, teils voyeuristisch."

17. Januar 2010 | PRIVATUNTERRICHT • Kritik • film-dienst

Stefan Volk entdeckt die politische Brisanz des Films. "Wenn Jonas sich als Missbrauchsopfer sehen will, soll er zur Polizei gehen, empört er sich. Was ein solcher Satz in Belgien bedeutet, lässt sich erahnen. Jonas aber nimmt seinen Vorwurf nicht zurück. Weil der von einer Mischung aus erfahrenen Darstellern und Nachwuchskräften hervorragend gespielte Film seine distanzierte Haltung bis zum Ende nicht aufgibt und nie eindeutig Stellung bezieht, lässt er die Zuschauer am Ende allerdings ein wenig ratlos zurück. Man kann sich nicht einmal sicher sein, ob vielleicht gerade das beabsichtigt ist."

01. Januar 2010 | PRIVATUNTERRICHT • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

20. März 2009 | PRIVATUNTERRICHT • Kritik • e-politik.de

Konrad Kögler ist voll des Lobes für PRIVATUNTERRICHT, den er ein "diabolisches Kammerspiel" nennt. Besonders würdigt er dabei, dass der Film es schafft, "drängende Fragen über die Grenzüberschreitung im Umgang mit Jugendlichen zu stellen und dabei nicht in billige Klischees abzudriften."

18. Februar 2009 | PRIVATUNTERRICHT • Kritik • brf.be

Frank Vandenrath zieht folgenden Schluss: "Der Film braucht ziemlich lang, bis er zu seinem eigentlichen Thema findet, doch dadurch baut er eine psychologische Spannung auf, die die Grenzen zwischen Vertretbarem und Unzumutbarem allmählich verwischt. Am Ende ist die Handlung schier unerträglich und man möchte aufschreien, um dem Ganzen ein Ende zu bereiten, doch das Drehbuch geht seinen eigenen Weg."

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