| Regie | Nimród Antal |
| Kinostart | 04.02.2010 |
Eine Gruppe bewaffneter Wachleute eines Geldtransporters raubt die eigene Firma aus. Ihr akribisch ausgeführter und scheinbar idiotensicherer Plan verläuft zunächst reibungslos, doch dann geschieht plötzlich etwas Unvorhergesehenes, das alles ändert. Nun wenden sich die Männer gegeneinander und jeder versucht, sich selbst zu retten...
Jochen Werner vergleicht mit ARMORED (
) mit KONTROLL. "Die schlüssige Inszenierung des Raumes, das Verschieben seiner Protagonisten und das Durchspielen unterschiedlicher Konstellationen im Raum, all das gelang ihm im früheren Film doch um einiges glaubwürdiger. Die Eleganz in der Inszenierung ist eher einer gröberen Herangehensweise gewichen, die zu den hier verhandelten Themen auch ganz gut passt. Wo schließlich MOTEL (
) die Geschichte eines Paares erzählte, ist dies hier eindeutig schwitzendes, ölverschmiertes Männerkino. Und da es derlei kleine, toughe, unprätentiöse Genrethriller im Hollywood des postspielbergianischen Jungskinos eigentlich gar nicht mehr gibt, gebühren ihm für diesen konsequenten formalen Minimalismus bereits Respekt und Sympathie."
Ein Faustschlag ist ein Faustschlag, wie Bert Rebhandl schreibt. Der Regisseur "bezieht sich auf eine Tradition des Männerkinos, in der es noch darauf ankam, dass ein Faustschlag ein Faustschlag war. In ARMORED (
) haben alle Beteiligten die Konsequenzen ihrer Entscheidungen körperlich zu tragen - und am Ende gibt es sogar eine Wendung, die den Zynismus in die Schranken weist, der zu Beginn noch gerechtfertigt erscheint. Der amerikanische Mann, diese bedrohte Art, stirbt hier zumindest nicht ganz aus."
Birgit Glombitza sah einen Film für den Zorn des kleinen Mannes. "Das System, gegen das er hier zu Felde zieht, ist eines, in dem Abermillionen Dollar so abstrakt bleiben, das es von pflichttreuen Werktätigen Tag für Tag beschützt wird, ohne je zu fragen, womit dieses Geld verdient wurde und wem es eigentlich zusteht. Nun gehört langwieriges Reflektieren sicher nicht zu den vordersten Tugenden des ungarisch-amerikanischen Regisseurs Nimród Antal, dessen KONTROLL (in dem es ebenfalls um grobmotorische Männer in schweren Vehikeln ging) in Cannes ein Überraschungserfolg gelang. Aber er schafft es in ARMORED (
) immer wieder, mit simplen wie schlagenden Szenarien existentielle Probleme zu veranschaulichen."
Jörg Gerle konnte nicht voraussehen, "wie die Tragödie enden mag. So findet man sich in altbekannten Duell- und Kellersituationen oder Verfolgungsjagden wieder und ist doch davon gefangen. ARMORED (
) ist eine Überraschung im eingefahrenen Thriller-Genre der US-Filmindustrie. Mit bescheidenem Budget realisiert, fehlt dem beachtlichen Ensemblefilm allerdings das Budget, um adäquat auf sich aufmerksam zu machen."
Recht brutal ist für Daniel Ronel "das Ganze, in einer stillgelegten Fabrikhalle gedreht und ein Stuntkoordinator hatte auch gut zu tun, das stramme Entertainment hat nämlich so manche Autoverfolgung. Nur auf eines müssen wir hier komplett verzichten: In keiner Szene spielt eine Frau mit. Jungs-Film eben. Fazit: Wenn Männer mit einer Kiste Geld alleine gelassen werden, stellen sie nur Blödsinn an. ARMORED (
) ist eine blutige, schnörkellose und ordentlich gespielte Actionnummer auf B-Movie-Niveau. Eine Kinosensation sieht zwar anders aus, aber nicht jeder Film wird für die Ewigkeit gemacht."
Linksammlung zum Film.