| Regie | Lucia Puenzo |
| Kinostart | 07.01.2010 |
Manches ist hier nicht so, wie es auf den ersten Blick erscheint, stellt Birte Lüdeking fest. "DAS FISCHKIND (
) ist ein schwer greifbares Exemplar eines Films. Eine kuriose Kreuzung aus Transparenz und Hintergründigkeit, Ausformulierung und Andeutung. Nach Lucia Puenzos Geschichte eines Zwitters ist diesmal ihre Inszenierung das seltene, mit sich kämpfende und faszinierende Mischwesen."
Cristine Nord bedauert, das Ausblenden von Ambivalenzen in DAS FISCHKIND (
). "Doch der Handlungsüberschuss, die recht kruden Ausbeutungs- und Missbrauchsszenarien und der Konservensound der Filmkomponisten liegen schwer auf dem Film. Statt sich auf das komplizierte Netz aus Zuneigung und Abhängigkeit, das sich zwischen Guayi und den Bröntés entspinnt, zu konzentrieren, bereinigt Lucía Puenzo diese Konstellation von ihren Ambivalenzen. Guayis und Lalas Verhältnis ist von einem unüberwindbaren Klassenunterschied geprägt. Das gerät leider aus dem Blickfeld; was bleibt, ist eine romantisch-verklärende Vorstellung von Liebe."
Jan Schulz-Ojala bescheinigt der Romanverfilmung von Lucía Puenzo eine komplizierte Dramaturgie. "Das irritiert und befremdet – und weicht doch dem letztlich faszinierten Respekt für den Versuch, das eigene, so kohärente literarische Debüt noch einmal mit dem filmischen Arbeitsbesteck zu zerlegen. Das Ergebnis ist so massiv verändert geraten, dass der Roman, anders als bei üblichen Literaturverfilmungen, keinerlei Rückkoppelungsschaden nimmt. Ob dies das eigentliche Ziel von Lucía Puenzo war, dieser so schillernd doppeltbegabten Künstlerin?"
Linksammlung zum Film.
Geri Krebs sah "eine seltsam hybride Kreation, nicht Fisch und nicht Vogel – der Film wandelt sich im Verlaufe seiner 96 Minuten von einem sozialkritischen lesbischen Liebesdrama zum Roadmovie mit mythologischem Überbau und dann zu einem düsteren Thriller. In zahlreichen Rückblenden und fein verästelten Nebenhandlungen erzählt, ist dies so faszinierend wie ermüdend. Lucia Puenzo beweist grosses handwerkliches Können, doch angesichts seiner Komplexität droht man als Zuschauer das Fischkind bisweilen aus den Augen zu verlieren."
"Im zweiten Spielfilm von
). Elegant fliessend verschachtelt Penzo in diesem Teil die Zeitebenen ineinander und schildert zärtlich und einfühlsam die Handlung zwischen Märchen und Realismus. Eingebettet ist nämlich auch noch die Erzählung vom DAS FISCHKIND (
) aus dem Titel."
Laut Nana A.T. Rebhan fordert der Film "den Zuschauer durch Ellipsen und zeitliche Verschachtelungen, früher oder später klären sich jedoch die Geheimnisse - man muss nur gut aufpassen. Dabei gelingt [der Regisseurin] eine erstaunliche Kombination aus verschiedenen Elementen: DAS FISCHKIND (
) ist sowohl märchenhaft-verspielt als auch erotisch, er wechselt vom Liebesfilm zum Actiondrama. Spät erst, als die eine die andere im Gefängnis besucht - sie steht unter dem Verdacht, den Richter ermordet zu haben - wird Lala klar, dass dies nun doch die bittere Realität ist."
Nadine Lange lobt die Hauptdarstellerin. "Inés Efron verkörpert dieses Mädchen in einer Mischung aus Verzweiflung und Wildheit. Sie muss viel weinen in diesem Film, der sich zeitweise nur in ihren großen Augen abzuspielen scheint. Dennoch kommt man dieser jungen Frau nie wirklich nahe, was auch an ihrer Verlorenheit liegt. Immerhin: Sie bastelt sich eine Art Happy Ending."
Datenblatt zum Film.