| Regie | Alejandro Amenábar |
| Kinostart | 11.03.2010 |
Josef Lommer ist enttäuscht. Im Film "entsteht eine kontinuierliche Langatmigkeit in der Inszenierung der späteren Jahre. Die religiöse Problematik wird krampfhaft in die Länge gezogen, bis Hypatia schließlich von ihren Peinigern abgeführt wird. Dazwischen ereignet sich ein schrittweises Abhandeln ihrer Theorien, das sich in verkopften Dialogen mit ihrem Mentor erschöpft. Irgendwo in dieser Abfolge liegen so unspektakulär wie marginal der Tod des Vaters und eines der religiösen Gegner. Erst wenn am Ende die Ellipse in das Bild eindringt, vermag der Film noch ein letztes Mal von seiner schwachen Dramaturgie zu zehren."
Michael Kohler "staunt nicht schlecht, dass der spanische Regisseur 50 Mio. Euro für sein Historienepos sammeln konnte – und ist beschämt, wenn man das opulente Ergebnis mit einem thematisch verwandten deutschen Renommierstück vergleicht. AGORA - DIE SÄULEN DES HIMMELS (
) hat alles, was Sönke Wortmanns DIE PÄPSTIN (
) schmerzlich fehlt: spektakuläre Bilder und überlebensgroße Emotionen, psychologisches Feingefühl und eine Liebe zur aufklärerischen Vernunft, die nicht nur vorgegaukelt, sondern tief empfunden und mit Entschiedenheit gegen alle Anfechtungen eines fanatischen Glaubens verteidigt wird."
Es ist das Dilemma des Genres, dem AGORA - DIE SÄULEN DES HIMMELS (
) erliegt, daß Historienschinken traditioneller Prägung ein gewisser Mystizismus innewohnt, bemerkt Carsten Happe. "Der aufklärerische Gestus von Alejandro Amenábars Film wirkt dagegen zunächst wie ein befremdlicher Widerspruch. Möglicherweise wird er aber eines Tages als Ausgangspunkt für einen eher sachlichen, vernunftgesteuerten Historienfilm dienen, der auch gerade einen differenzierten, kritischen Umgang mit der Religion und seinen fanatischen Auswüchsen formuliert; als Blaupause eines großen Epos für ein intellektuelles Arthouse-Publikum – aber das steht, seinem Thema gemäß, in den Sternen."
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Linksammlung zum Film
Joseph Lederle wundert sich über die Aufmerksamkeit, die AGORA - DIE SÄULEN DES HIMMELS (
) erhält, dabei lässt sich Regisseur Alejandro Amenabar erneut auf religiöse Streitereien ein, diesmal im Gewand eines antiken Sandalenfilms, der gegen Ende des 4. Jahrhunderts in Alexandria spielt.
"Alejandro Amenábar hat keinen durchgehend gelungen aber einen für unsere Zeit enorm wichtigen Film vorgestellt. Denn was sind das für Zeiten, in denen ein Islam-kritischer Deutscher iranischer Abstammung äußert, dass er angesichts eines Gemäldes erstmals die christliche Begeisterung für das Kreuz nachvollziehen könne und er deswegen plötzlich für katholische und evangelische Kirchenobere nicht mehr tolerierbar ist?"