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ZEIT DES ZORNS

ZEIT DES ZORNS

Regie Rafi Pitts
Kinostart 08.04.2010
Genre Drama

Kritiken • ZEIT DES ZORNS

08. April 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz sah einen Film wie eine Zeitbombe. "Man muss sich das klarmachen. Das iranische Kino, berühmt für seine traumwandlerische Metaphorik, redet Klartext. Da schießt einer zurück, und der Filmemacher ist selber der Polizistenmörder. Keine sympathische Figur, aber eine unvermeidliche. Kein Opfer, kein tapferer Kämpfer, kein genialer Mime (Rafi Pitts’ schauspielerisches Repertoire ist durchaus begrenzt), sondern ein Protagonist der Verzweiflung. Eine solche Szene gab es noch nie im iranischen Kino."

08. April 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte lobt die Spannung, die der Film die ganze Zeit hält. "Mit sparsamen Mitteln, ohne äußeren Effekt, entstand ein Anti-Thriller, der natürlich doch ein Thriller ist. So wie ein Anti-Kriegsfilm ja auch immer ein Kriegsfilm ist. Diese Qualität gequälter Anspannung macht diesen Film zum Spiegelbild der Diktatur, in der er spielt. Und ihrer Gegenwart, der ZEIT DES ZORNS (ZEIT DES ZORNS Trailer). Nur einen Funken ist das Pulverfass entfernt von seiner Explosion."

08. April 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Die Zeit

In ZEIT DES ZORNS (ZEIT DES ZORNS Trailer) versucht Rafi Pitts das Unmögliche, stellt Thomas Assheuer fest. "Er will das Ungreifbare der Macht greifen; er sucht Bilder für das Unsichtbare, für die drückende, die buchstäblich existenzielle Allgegenwart des Staates. ... Sogar die Natur, suggerieren diese Bilder, ist unfrei und von Gegenwart vergiftet, während die iranische Geschichte zum Stück Natur versteinert ist. Ali blickt hinaus, und vom offenen Meer aus nähert sich – ein Polizeihubschrauber. Iran, scheint Rafi Pitts zu sagen, ist ein modernes Land, aber es ist eine Moderne ohne Freiheit, also eine reaktionäre Moderne, in der die Gedanken nur daran denken, dass sie nicht frei denken dürfen."

18. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer könnte, je länger der Film dauerte, desto weniger fassen, was ihm zugemutet wurde. "Kein Leben ist in diesen Bildern, aber es ist ihnen mutwillig entzogen. Alles, was diese Bilder zeigen - die Leere, die Einsamkeit - ist keiner Wirklichkeit verdankt, die sie darstellen, sondern es ist in diese Bilder mit Absicht und kunstvoll und damit ohne Beweiswert fürs Reale von Anfang an hineingelegt. Die Bilder geben sich den Anschein des realistischen Modus, sind in Wahrheit aber auf einen einzigen Ton gestimmt und auf eine schlichte Aussage hin immer schon zugerichtet. Dass sie ausschließlich Klischees ohne innere Spannung zeigen (leere Großstadt, Mensch verlassen im Raum, brütendes Gesicht in Großaufnahme), kommt dazu. Soweit der noch nicht so ganz schlimme Teil."

17. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala ist enttäuscht. "Ja, es gibt großartige Szenen in ZEIT DES ZORNS (ZEIT DES ZORNS Trailer), starr arrangiert wie Tableaus. Das Ehebett in warmen Farben. Die Tochter, die die Katze füttert. Die Draufsicht auf das Auto nachts auf der Straße, in dem der entkräftete Ali eingeschlafen ist. Und doch greift die vollendete Teilnahmslosigkeit des Helden, der jeden Schlag – und es sind viele Schläge – stoisch einsteckt, fatal auf den Zuschauer über. Gewiss will der Regisseur vermitteln, dass sein Held ein innerlich Abgestorbener ist, und dies offenbar von Anfang an. Wo aber kein Leiden mehr fühlbar ist, bleibt nur das Phlegma."

17. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist begeistert. "Seinen Titel verdankt Rafi Pitts' Film dem atemberaubenden Vexierspiel, das er betreibt: Ali zog in seiner Freizeit gern mit dem Gewehr durch die Wälder. Nachdem er seine Familie verloren hat, legt er sich mit der Waffe am Stadtring auf die Lauer. Zwei Polizisten tötet er, und dann wird der Jäger Ali gejagt von zwei Jägern, die wiederum einander jagen. Sein Drama eines totalen Gefangenseins in den Verhältnissen erzählt Rafi Pitts fast lakonisch. ZEIT DES ZORNS (ZEIT DES ZORNS Trailer) ist die Anatomie einer Rache ebenso wie ein Porträt des Iran. Es ist ein großartiger Film."

17. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Junge Welt

Das Abgründige von TAGE DES ZORNS liegt laut Peer Schmitt "weniger in der politisch-kritischen Verrätselung, in den möglichen Bedeutungen möglicher allegorischer Sichtweisen, sondern in den Unmittelbarkeiten der erwähnten Soundlandschaft: Kurz bevor der Jäger von der Polizei gejagt wird, steht er am Strand und sieht am Horizont einen Hubschrauber. Der Hubschrauber kommt näher, schwebt über ihm. Er weiß nun, daß er von der Polizei verfolgt wird. Das Gefühl der Verfolgung wird dabei natürlich vom Lärm des Hubschraubers verstärkt. Der Hubschraubersound ist das Wesentliche, ein immer abstrakter werdendes Grundrauschen, ein Realitätseffekt des Unheimlichen."

17. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • festivalblog.de

Tiziana Zugaro ist über das Ende "entsetzt, aber nicht wirklich erstaunt. Während die Figuren in Rafi Pitts letztem Berlinale-Film IT'S WINTER (2006) in ihrer Erstarrung verharrten, kommt es hier zur Explosition. Taten haben Konsequenzen, und so hat Rafi Pitts die Verfolgung und Verhaftung Alis in den Wäldern inszeniert, als eine Art bitteres Nachspiel, bei dem die moralische Ordnung der Dinge noch einmal neu verhandelt wird – allerdings ohne, dass sich dabei irgendwelche Lichtblicke auftun."

16. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Berliner Zeitung

Katja Lüthge spricht mit dem Regisseur Rafi Pitts über seinen neuen Film.

16. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Der Tagesspiegel

Regisseur Rafi Pitts unterhält sich mit Christiane Peitz über die Zukunft Irans, die Zensur – und seinen Film.

01. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Berlinale

Datenblatt zum Film.

01. Februar 2010 | ZEIT DES ZORNS • Kritik • Zeit des Zorns

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