| Regie | Rob Marshall |
| Kinostart | 25.02.2010 |
Ohne jegliches Mysterium im Stil eines Musikvideos zieht sich Penelope Cruz in NINE (
) aus. Frédéric Jaeger über die Gründe für diese Inszenierung. "Es ist die konservative Botschaft, die in der Logik des Films rückwirkend auch das Räkeln der Cruz rechtfertigt: Sie war die Verführung, der Contini erst lernen muss standzuhalten. In der Fokussierung auf die Frauen ist Marshall immerhin ein wenig auf der Spur des großen Fellini. Für alles andere hat er ihn offenbar nicht verstanden."
Krampfig nennt Walli Müller das Film-Musical. "Im Gegensatz zu Federico Fellini fällt Regisseur Robert Marshall allerdings nicht viel ein, um diese Träume im Film zu visualisieren. Da turnen meist leicht bekleidete Frauen auf einer sterilen Theater-Bühne herum. Das ist genau die Krampfigkeit, die Musical-Verfilmungen so abschreckend machen kann. NINE (
) bietet – abgesehen von Stars im Dutzend - einfach zu wenig: Die Story ist zu ereignisarm, die vorgeblichen Seelen-Qualen der Hauptfigur wirken völlig übertrieben, die Vorstellung des amerikanischen Regisseurs von der "italienischen Lebensart" schon drollig altmodisch."
Julian Bauer kann dem Ganzen nicht viel abgewinnen. "Kein Augenzwinkern dieser Filmwelt mag hier über die stilisierte Frau als Attraktion hinwegtäuschen. Die Frauen sind keine Bereicherung für die Geschichte. Der Blick auf zartes und weniger zartes Fleisch ist (gleich den Beobachtungen der feministischen Kritik) extradiegetisch. Das langweilt. Andererseits ließe sich der Hauch von Dramaturgie mühelos in Großdruck auf das Höschen einer Penelope Crúz niederschreiben. Daß da aber irgendein angedachter Zusammenhang bestehe, scheint mehr als fraglich."
Margret Koehler sah die blutleere Kino-Adaption eines Broadway-Erfolgs. Der Regisseur "lässt zwar die Puppen gewaltig tanzen, dass die Beinchen nur so wirbeln und einen Song nach dem anderen schmettern, Ausstattung und Choreografie sind vom Feinsten, aber trotz Traumcast und größter Oscar-Preisträger(innen)dichte bleibt NINE (
) etwas blutleer. Leichtigkeit oder italienisches Feeling kommen nur selten auf."
Christian Schröder sah abgefilmtes Theater. "Die Handlung kehrt immer wieder in ein Cinecittà-Studio zurück, wo die halb fertigen Kulissen des noch zu drehenden Films für allerlei Gesangs- und Tanzeinlagen herhalten. Um Sex und Tod müsste es gehen, aber NINE (
) versucht erst gar nicht, mehr zu sein als ein musikalisch biederes, aseptisch aufbereitetes Starvehikel."
Für Gary Rohweder gibt es daran keinen Zweifel: Für Musical-Fans ist NINE (
) ein Muss. "Eines steht auf jeden Fall fest, Rob Marshall gelingt es in seinen Filmen stets, den Zauber des Kinos zu entfesseln. Wie auf der Theaterbühne choreographiert er die einzelnen Bilder zu einer stimmigen Gesamtkomposition. Dabei sind nicht allein die Musicalauftritte der Akteure sehr gelungen sondern insbesondere auch die filmische Umsetzung einer Erzählung, die sich im ständigen Wechsel zwischen Fiktion und Realität bewegt. Hier schafft Rob Marshall wahrlich schöne Übergänge, die in einem großartigen Schlussbild münden."
Thomas Engel sieht in NINE (
) eine Hommage an Federico Fellini, ein pompöses Musical, ein aufwendiges Stück Kino. "Denn musikalisch, choreographisch, tänzerisch und darstellerisch ist der Film zweifellos ein Wurf. Lange wurde vorbereitet, gecastet, geprobt, gebaut, geschneidert und gedreht. Das Kinoergebnis ist ein Kinoerlebnis. Daniel Day-Lewis als Guido Contini wächst über sich hinaus. Dass er ein vorzüglicher Schauspieler ist, wusste man schon lange. Wie er hier spielt, singt und sich tanzend bewegt – alle Achtung."
Rolf-Ruediger Hamacher gefiel, dass NINE (
) mehr der Oper als dem Ohrwurm verpflichtet ist. "So wundert es nicht, dass lediglich neun Musikstücke, inklusive Ouvertüre und Finale, den Weg von der Bühne auf die Leinwand geschafft haben. Um das Musical für die junge Generation aufzupeppen, hat Yeston für die Filmversion zwei neue Nummern geschrieben, von denen aber nur das blues-lastige „Take it all“ eine Bereicherung ist. Der Latin-Popsong „Cinema Italiano“ wirkt dagegen wie ein Fremdkörper in der Partitur; auch wenn Kate Hudson erstaunliches Gesangstalent offenbart."
"Dass NINE (
) bis jetzt gefloppt ist, ist wohl kein Wunder. Keiner sieht gerne eine inexistente Geschichte mit einer durchgängig nervtötenden Hauptfigur, die man ständig nur ohrfeigen möchte, damit sie sich endlich einmal zusammenreisst. Der Film verfehlt im Übrigen auch vieles bei seinem Zielpublikum: den Frauen. Frauen sind schon im echten Leben davon genervt, wenn Männer aus jedem Schnupfen das Ebola-Virus machen und sich selbstgefällig über Dinge beschweren, weil sie Mitleid wollen. Es ist also verständlich, dass sie nicht zwei Stunden ihres Lebens und 16 Franken vergeuden wollen, um sich das im Kino anzutun."
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