| Regie | Marc Lawrence |
| Kinostart | 07.01.2010 |
Man nimmt HABEN SIE DAS VON DEN MORGANS GEHöRT? (
) die Story nicht ab, meint Silvia Hallensleben. "Abgesehen von solch aufdringlichen Familienglück-Passagen krankt die genreüblich vorhersehbare romantische Komödie vor allem an der Tatsache, dass das Ehekrisenpotenzial bei den Morgans – ein nicht wirklich ernst genommener Seitensprung auf jeder Seite – einfach zu läppisch erscheint für das gewichtige Manöver. Punkten tut sie dafür mit überdurchschnittlichem Wortwitz vor allem von Grants Seite."
Komisch ist das alles nicht, findet Holger Römers. "Dass der Film dennoch einigermaßen kurzweilig geraten ist, verdankt er anderen Beteiligten: Sam Elliott und Mary Steenburgen, die das raubeinige Sheriff-Ehepaar spielen, bei denen die Morgans vorübergehend unterkommen, machen das Beste aus ihren Nebenrollen. Die Inszenierung achtet überdies darauf, bei der Zeichnung der anderen Nebenfiguren die unvermeidlichen Cowboy-Klischees zumindest nicht zu übertreiben. Aber letzten Endes ist es Hugh Grant, der den Film, ohne zu Hochform aufzulaufen, fast allein trägt."
Martin Schwickert ist enttäuscht. "Nicht der Hauch eines Zweifels besteht daran, dass das zerstrittene Ehepaar in der Einöde wieder zusammenfindet. Aber wenigstens den Weg zum vorherbestimmten Ziel hätte Regisseur Marc Lawrence ein wenig hindernisreicher gestalten können. Äußerst halbherzig wirken die Verwerfungen, die sich zwischen den beiden auftun. Und so richtig knistern will es auch nicht zwischen Hugh Grant und Sarah Jessica Parker. Hugh Grants britisches Understatement und Sarah Jessica Parkers Exaltiertheit ergeben hier eine eher unproduktive Mischung."
Der Film wirkt laut Arnold Hohmann wie die Region, in der er spielt: öde. ""Nun könnte zumindest eine Komödie um den Zusammenprall zweier Kulturen beginnen: hier die organisierten Großstädter, demokratisch und hilflos ohne Technik; dort die konservativen Rednecks, Republikaner von Geburt an und bis an die Zähne bewaffnete Naturmenschen. Aber da fliegen keine satirischen Funken, nur gelegentlich schaut ein Bär im Vorgarten vorbei."
"Mit schönem Dialogwitz, etwas Slapstick und einer Menge lustiger Klischees inszeniert Lawrence die allmähliche Versöhnung der Morgans. Vergnüglich und kurzweilig", findet Nadine Lange den Film.
Den Weg von der City in die Holzhütte beschreibt für S. Vahabzadeh HABEN SIE DAS VON DEN MORGANS GEHöRT? (
). "Was New Yorker exotisch finden? Menschen, die in Gaststätten rauchen. Aber wenigstens beginnen die Morgans, in Ermangelung spannender Alternativen, endlich mit der ehelichen Kommunikation - was, schon wegen der anderen Frau, Sarah Jessica Parker zum Schmollen bewegt und Hugh Grant ausreichend Gelegenheit zum Herumstammeln gibt. Und seien wir mal ehrlich - dafür ist er doch da."
Kurzweilig und komisch, aber nicht ganz klischee- und kalauerfrei, nennt Gebhard Hölzl die Komödie. "Hugh Grant variiert einmal mehr den Rollentypus, auf den er festgelegt scheint: Den libidinösen Mann von Welt, smart, charmant und elegant, der ins aufgeregte Stottern verfällt, wenn er in Bedrängnis gerät. In diesem Fall ist es ein Bär, der ihm beim Joggen über den Weg läuft oder die hemdsärmelige Wirtin (wunderbar: Mary Steenburgen), die sich als veritables Flintenweib entpuppt. Dazu passt, dass auch Partnerin Sarah Jessica Parker auf gewohnten Pfaden wandelt. Sprich, sie ist und bleibt, inzwischen 44 Lenze jung, das ultimative "Sex and the City"-Girl, das selbst im wildesten Westen auf die richtige Garderobe achtet – weißer Stetson statt schwarzer Manolo Blahniks."
Mässig amüsant nennt Nicky Schaefer die Komödie. "Hugh Grant spielt wie immer sich selber – nur gerade Woody Allen hatte die guts oder vielmehr cojones, Hugh Grant in "Small Time Crooks" in einen Bösewicht zu verwandeln. Sarah Jessica Parker ist zwar sicher eine nicht unwitzige Schauspielerin (wie Hugh Grant auch), aber gegen dieses abgestandene Drehbuch (ebenfalls von Regisseur Marc Lawrence) kann auch der Charme der "Sex and the City"-Actrice nichts ausrichten."
Es bleibt für Luitgard Koch "trotz allem erstaunlich, wie nahezu genial das Zusammenspiel zwischen Sarah Jessica Parker und Hugh Grant manchmal funktioniert. Das macht beide Rollen und ihre Darsteller sympathisch. Die attraktiven Stars tragen die Handlung mühelos. Erneut punktet der passionierte Golfspieler vor der Kamera mit jenem immer noch jungenhaften, charmanten Lächeln, dem man alles verzeiht. Seine große Stärke liegt nach wie vor darin, treuherzig Figuren zu verkörpern, die trotz Pechsträhnen und Unglück optimistisch bleiben."
Andreas Conrad war bei der Präsentation von HABEN SIE DAS VON DEN MORGANS GEHÖRT? (
) in Berlin, bei der Hugh Grant anwesend war.
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