| Regie | Caroline Bottaro |
| Kinostart | 07.01.2010 |
"Schach als Signifikant für alles", so lautet Nino Klingler Kritik an DIE SCHACHSPIELERIN (
). "Diese Überstrapazierung des Schachspiels als Allegorie für alles und jedes sowie die frustrierend unverständliche Anziehung, die es auf Hélène ausübt, kreieren eine zwanghafte, stark konstruiert wirkende Filmgestalt. Hélène verbringt Nächte beim Lernen mit dem Schachcomputer, verkracht sich mit Mann und Tochter und geht ohne große Hemmnisse über die sozialen Schranken".
Emanzipatorische Züge attestiert Christina Bylow dem Film DIE SCHACHSPIELERIN (
). "Caroline Bottaros Film ist geschmeidig, er löst gewiss keine antifeministischen Reflexe aus. Dieser Schachspielerin gelingt die Emanzipation gemeinsam mit ihrem Mann. Er lernt, auf die neue Passion seiner Frau stolz zu sein, überwindet Eifersucht und Neid. Und am Ende bringt dieses "Eigene" auch noch Geld ein, damit wird Hélènes Weg endgültig konform".
Sandrine Bonnaire ist für Christina Tilmann der Grund DIE SCHACHSPIELERIN (
) zu sehen. "Viel zu schön für eine Haushälterin, natürlich. Und, im kurzen Rock, Sandälchen und Blümchenbluse, noch immer mädchenhaft, wie sie da auf dem Fahrrad die Küstenstraße entlangbraust. Andererseits: Etwas Verhärmtes kann Sandrine Bonnaires Gesicht durchaus schon haben, wenn das Haar streng nach hinten gebunden ist und jedes Lächeln weit, weit verbannt aus den Mundwinkeln, die scharfe Falten werfen."
Fritz Göttler betont den "erotischen Mehrwert des Schach". "Aber Sandrine Bonnaire ist hinreißend als Hélène, unbeirrbar und hexenhaft, sie kriegt wunderbare Kanten an der Stirn, wenn sie sich ganz konzentriert. Lächeln Sie doch mal, rutscht es dem Dr. Kröger plötzlich raus, Kevin Kline spielt ihn ganz zurückhaltend und spröde."
Ein romantisches Drama von bestechender Wirkung sah Margret Koehler. "Einfach frappierend, mit welcher Bestimmtheit eine filigrane und fragile Sandrine Bonnaire die Kluft zwischen Arbeiterschicht und Bourgeoisie demonstriert. Zielgenaue Dialoge umreißen dabei soziale Realität und zeichnen ein Bild französischer Wirklichkeit in der Provinz. Allein die Szenen, in denen sich ein anfänglich snobistischer Kevin Kline und eine anfänglich unsichere Sandrine Bonnairee Zug um Zug im Spiel und Gefühl bis zum Schachmatt messen, lohnen den Kinobesuch. Francis Renaud als einfacher Arbeiter, der seine Frau liebt, aber nicht versteht, komplettiert die optimale Besetzung dieses romantisch-melancholischen in mildes und mediterranes Licht getauchten Films. Zum Träumen schön."
Unspektakulär erzählt das einfühlsame Feel-Good-Drama laut Luitgard Koch "von der Verwandlung einer einfachen Frau, die bisher brav funktionierte ohne eigenen Ansprüche zu stellen, zur selbstbewussten Siegerin mit neu entdeckter Weiblichkeit. Dabei entpuppt sich der Debütfilm von Caroline Bottaro als gelungene Parabel über Toleranz und mutig gelebte Leidenschaft. Geradezu voyeuristisch fängt die Kamera jede kleine Geste ihrer Protagonistin ein, deren Metamorphose die charismatische Sandrine Bonnaire souverän Glaubwürdigkeit verleiht. Mit einem Blick oder einer Handbewegung macht die fragile Schauspielerin das Innenleben ihrer Figur sichtbar und überstrahlt dabei fast das gesamte Ensemble."
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