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MOTHER

MOTHER

Regie Bong Joon-Ho
Kinostart 05.08.2010
Genre Drama

Kritiken • MOTHER

23. Juni 2010 | MOTHER • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Radikal nennt Michael Kienzl MOTHER (2009) (MOTHER (2009) Trailer). "Mehrmals ändert der Film seinen Erzählton, wechselt nahtlos zwischen klassischen Spannungsmomenten, einem Mutter-Sohn-Drama und absurden Szenen, ohne seine Einheitlichkeit zu gefährden. Ein Gespräch mit dem Anwalt in einer Karaokebar inszeniert Bong als surreale Fantasie, die komischen Aspekte kommen etwa zum Vorschein, wenn sich die Polizisten bei ihrer Tatortbegehung an der Fernsehserie CSI orientieren. Besonders gut gelingt es dem Film, Augenblicke voller Alfred Hitchcock'scher Suspense mit einer stilisierten Ästhetik, die man sonst eher im Arthouse-Kino antrifft, zu kombinieren."

06. August 2010 | MOTHER • Kritik • Der Spiegel

Jörg Böckem sah einen großartigen Psychothriller, der alle Genregrenzen sprengt. Der Regisseur, "eingetragenes Mitglied der linken "Demokratischen Arbeiterpartei" und seit seiner Jugend von Hollywood und asiatischen Kinoklassikern gleichermaßen beeinflusst, erzählt von den Abgründen der koreanischen Gesellschaft im Spannungsverhältnis zwischen Demokratisierung und Hochtechnologie auf der einen Seite und der Tradition und dem immer noch präsenten Erbe der Diktatur auf der anderen."

06. August 2010 | MOTHER • Kritik • Die Zeit

Detlef Kuhlbrodt ist begeistert. "Wie weit die Mutterliebe geht und ob der Sohn nur bei oder auch mit der Mutter schläft, bleibt unklar. Kim Hye-ja, eine Art Inge Meysel Südkoreas, die zuvor nur in "positiven" Rollen zu sehen war, beeindruckt als durchgedrehte Mutter, die über Leichen gehen wird, um ihren Sohn aus dem Gefängnis zu holen. Bong Joon-ho ist nicht nur ein Psychodrama über ein extremes Mutter-Sohn-Verhältnis gelungen, er ist auch ein Meister des Suspense."

05. August 2010 | MOTHER • Kritik • Berliner Zeitung

Der Thriller kreist laut Gerhard Midding raffiniert um eine Leerstelle. "MOTHER (2009) (MOTHER (2009) Trailer) ist ein argwöhnischer Film, der Requisiten und Körperteile beharrlich in Großaufnahmen mustert und zugleich weiß, dass den Indizien am allerwenigsten zu trauen ist. Sämtliche Schauplätze werden ein zweites Mal besichtigt, als hätten sie zuvor ihr wahres Antlitz verborgen. Regelmäßig justiert der Film die Wirklichkeit neu. Dabei verändert sich auch der Blick auf die Figuren. Bong Joon-hos abschätzig hedonistischer Freund etwa entpuppt sich als melancholischer Hobby-Kriminalist - und das Mordopfer als eine selbstzerstörerische Lolita."

05. August 2010 | MOTHER • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer sah einen Film "auch darüber, dass das Erinnern falsch und das Vergessen richtig sein kann und dass die richtige am Ende vielleicht doch wieder die falsche Stelle gewesen sein wird. Ein Kriminalfall findet eine Lösung, entscheidender aber ist, wer was wann wohin schiebt (schlägt, wirft, piekst), und dass möglicherweise alles nichts hilft. Eine Mutter kämpft wie eine Löwin für ihren Sohn und macht sich doch Illusionen. Größer ist ihre Freiheit und die des Films nie als im Tanz zu Beginn. Am Ende hat alles seinen Ort in dieser Geschichte, aber klar ist eigentlich nur, dass sie gut und sehr traurig zugleich ausgeht."

05. August 2010 | MOTHER • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke ist begeistert. "Die Kriminalgeschichte in MOTHER (2009) (MOTHER (2009) Trailer) ist makellos aufgesetzt, zudem gelingen dem Regisseur auch in seinem vierten Spielfilm wieder exquisite Bilder. Szenen wie der herrliche Anfang, wenn die Mutter langsam übers Feld schreitet, umständlich zu tanzen beginnt, dabei die Kamera nach oben fährt und sich dabei ein wenig nach innen dreht – solche Kompositionen, und es gibt etliche davon, bleiben im Gedächtnis haften."

05. August 2010 | MOTHER • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok schaut auf die Hauptdarstellerin des Films. "Nicht den durchaus höchst spannungsvollen Kriminalfall stellt er ins Licht, sondern er fixiert die Gefühlswelt der Mutter. Die Frau wird von der berühmtesten Charakterschauspielerin Südkoreas dargestellt, von Kim Hye-ja. Was es bedeutete, die Figur ambivalent anzulegen, nämlich gegen die traditionelle Rolle der Selbstaufopferung, ist hier schwer zu ermessen. Für europäische Augen fesselt allein das Spiel der 67-Jährigen, die eine Meisterin des Minimalismus ist. Sie trägt fast alles, was an diesem Film lustig ist, traurig, brutal, ja schockierend, auf eine seltsame Weise jeden Moment fesselnd."

04. August 2010 | MOTHER • Kritik • Das Manifest

Jenny Jecke lobt den Regisseur. "Ein intimes Psychodrama ist ihm so gelungen, das nicht ganz an die innovative Größe von MEMORIES OF MURDER heranreicht. Doch soll das kein Wermutstropfen eines astreinen Filmerlebnisses sein, denn an in ihrer Einfachheit äußerst intensiven Momenten fehlt es dem Film sicher nicht. MOTHER (2009) (MOTHER (2009) Trailer) liefert hinreichend Beweise, dass sich ein Regisseur treu bleiben kann, ohne haltlos in die Egomanie abzustürzen. Bong Joon-ho ist die Gratwanderung zwischen künstlerischer Evolution und Bewahrung der eigenen Markenzeichen mit Leichtigkeit geglückt."

04. August 2010 | MOTHER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Es gibt keine Gewaltszenen in diesem Film, und doch hat Daniel Kothenschulte eine Gänsehaut "bekommen, wenn man sich vorstellt, welche Möglichkeiten in der Akupunktur-Kunst der alten Dame stecken. Vielleicht ist Filmregie ja auch so etwas wie Akupunktur. Die Wirkung der meisten Nadelstiche ist bekannt, doch die Möglichkeiten sind beileibe nicht ausgeschöpft. Mit dem recht vordergründigen Monsterfilm THE HOST (THE HOST Trailer), dem erfolgreichsten koreanischen Film der Geschichte, wurde Regisseur Bong Joon-ho auch bei uns bekannt. Doch erst jetzt scheint sein imponierendes Handwerkszeug komplett."

04. August 2010 | MOTHER • Kritik • perlentaucher.de

Die erzählerische Komplexität hat es Lukas Foerster angetan. "Jeder einzelne Schritt der Ermittlung der Mutter bleibt für sich selbst logisch nachvollziehbar und folgerichtig. Doch sie führen nicht zu den erwarteten Ergebnissen. Immer wieder wird die Ermittlung durch einzelne, zunächst scheinbar unwichtige Details dezentriert - und zwar so lange, bis die Ermittlung keine Ermittlung mehr ist. Und immer wieder geraten dem Erzählmotor des Films kleine Störelemente, wie der Golfball vom Filmanfang, ins Getriebe. Anders als in Memories of Murder führt die Investigation der Mutter am Ende allerdings nicht ins vermeintlich Leere, in die Kontingenz des Alltags."

27. Juli 2010 | MOTHER • Kritik • negativ-film.de

Ciprian David lobt den Regisseur. "Die Gestaltung der Suche nach dem wahren Mörder wird so geschickt dramaturgisch inszeniert, dass der Zuschauer auf der Metaebene in diesem Spiel der verformbaren Realität miteinbezogen wird. Und während Indizien nach und nach verschiedene Charaktere des Films als vermeintliche Täter erscheinen lassen, webt der koreanische Regisseur um Mutter und Sohn ein feines Netz, das ihre Zugehörigkeit zueinander und die Gerechtigkeit ihrer Bemühungen gegen den Gesellschaftsapparat immer mehr zur Angelegenheit des Kinobesuchers selber werden lässt."

02. Juni 2010 | MOTHER • Kritik • programmkino.de

Einfache Lösungen gibt es in diesem Film nicht, entdeckt Michael Meyns. "Versteckt ist diese schonungslose Gesellschaftskritik hinter brillanten Bildern, bekannten Schauspielern (zumindest für ein koreanisches Publikum) und grotesk-komischen Einfällen. Die eigentliche Ausgangsfrage des Films gerät dabei perfiderweise fast komplett in Vergessenheit. Der Mord an einem jungen Mädchen wird zwar scheinbar gelöst, zumindest ist jemand für diese Tat im Gefängnis, die Folgen, die sowohl die Gleichgültigkeit der Gesellschaft als auch die exorbitante Mutterliebe hervorgebracht haben, bleiben jedoch ohne Konsequenzen."

01. Juni 2010 | MOTHER • Kritik • Mother

Überblick zum Film auf moviepilot.de

15. Dezember 2009 | MOTHER • Kritik • molodezhnaja.ch

"MOTHER (2009) (MOTHER (2009) Trailer) erreicht für mich nicht die Intensität und Virtuosität eines THE HOST (THE HOST Trailer), dessen Genre ich einfach lieber mag und dessen Energie ich bewundere. Hier geht es zurückhaltender und unterschwelliger zu - etwas, was sicher der eine oder andere Filmfan wiederum vorzieht. Doch egal wo die Präferenzen liegen, man darf herausposaunen, dass Bong Joon-ho tolle Filme macht. Und wenn der hier ebenso spannend wie intelligent zwischen düsterem Thriller, eindrücklichem Charakterporträt und sattem Melodrama pendelt, ohne dabei die bittere Ironie aus den Augen zu lassen, dann reiht er sich mühelos ein unter den anderen Bong Joon-ho-Hits, selbst wenn er nicht ganz so toll ist wie die beiden vorangegangenen."

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