| Regie | Anne Hoegh Krohn |
| Kinostart | 10.12.2009 |
Birte Lüdeking ist enttäuscht. "Die uninspirierte Inszenierung vertrödelt Zeit an überflüssigen Nebenschauplätzen, anstatt sich auf den Krankheitsverlauf oder die Bewährungsprobe einer Beziehung zu konzentrieren. Probleme werden kurz angekratzt und dann schnell weggeträllert. Die Dialoge sind so hölzern wie die Figurenzeichnung flach ist. In den albernen Fantasie-Sequenzen und trutschigen Revue-Nummern fällt das begrenzte Budget unangenehm auf. Dramaturgie und Schnitt lassen jedes Gespür für einen dynamischen und harmonischen Erzählrhythmus vermissen. LIEBESLIED (
) hat gute Chancen, der unstimmigste Film des Jahres zu werden."
Ein Musical mit Schüttellähmung sah Julia Teichmann. "Die Regisseurin, die lange in Berlin war und seit etwa einem halben Jahr wieder in Norwegen lebt, hat den Gesang auf zwei unterschiedliche Weisen in ihren Film eingebunden. Entweder beginnen die Darsteller in realistischen Szenen ganz unvermittelt zu singen, was etwa an die überraschenden Lied-Einlagen in Alain Resnais DAS LEBEN IST EIN CHANSON erinnert. Dann gibt es noch vollkommen der Wirklichkeit enthobene Tanz- und Singszenen, bei denen das Paar nebst Feuerwerk im Himmel schwebt, im Zirkus auftritt oder zumindest Blütendrucke aus Reisverpackungen hinauswachsen lässt - Bollywood also und etwas MOULIN ROUGE."
Laut Kai Müller werden hier "geschickt Musical-Szenen in die Handlung integriert, um singend auszudrücken, was die Figuren sich zu sagen nicht trauen. Gewiss, es sind hart an der Kitschkante balancierende Traumsequenzen, die das Melodram gewissermaßen gegen seine eigene Tektonik vom Leidensdruck befreien. Aber LIEBESLIED (
) ist tatsächlich ein Hohelied auf die Liebe, das für deutsche Verhältnisse erstaunlich souverän mit großen Gefühlen umgeht."
Für Birgit Glombitza schwächelt der Film auf der ganzen Linie, er scheitert am Spagat zwischen Tragik und Heiterkeit. LIEBESLIED (
) "ist also nicht nur ein Krankenfilm, sondern ein Kranken-Musical geworden. Man mag die Waghalsigkeit aller Beteiligten zu einem solchen Unterfangen bewundern oder einfach nur fassungslos auf eine Leinwand starren, auf der ein wackerer Nervenkranker und seine tapfere Frau sich singend und weinend ihrem Schicksal stellen. Als sei Parkinson eine Herausforderung, die man nur, womöglich singend, zu nehmen wissen muss."
Michael Meyns sieht in LIEBESLIED (
) "ein Experiment, der Versuch einmal etwas anderes zu machen im deutschen Kino, etwas zu riskieren, auch wenn man daran scheitert. Allein das macht ihn sehenswert (auch wenn er weder an den Charme der französischen Vorbilder herankommt noch an die visuelle Brillanz und schonungslose Konsequenz eines Lars von Triers)."
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