Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

A SERIOUS MAN

A SERIOUS MAN

Regie Ethan Coen
Joel Coen
Kinostart 21.01.2010

Kritiken • A SERIOUS MAN

15. Dezember 2009 | A SERIOUS MAN • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Im Oeuvre der Coens wirkt A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) vielleicht ein wenig unscheinbar, stellt Michael Kienzl fest. "Dafür demonstriert er unter Einbeziehung zahlreicher Leitmotive auf anschauliche Weise, dass die Brüder für das Kino etwas stilistisch Einzigartiges beizutragen haben. Dazu gehört vor allem die Vorliebe für eine gewisse Ambivalenz, die auch über die Figurenzeichnung hinausgeht. Immer wieder entzieht sich der Film einer Kategorisierung als reine Komödie und pflegt stattdessen ein sich ständig neu definierendes Spannungsverhältnis aus tragischen und komischen Elementen, das den Zuschauer selbst in der letzten Szene noch vor den Kopf stößt."

21. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Widerborstige Lakonie hat Alexandra Stäheli ausgemacht. "Dass die Zeichnung der Charaktere in diesem Film dabei wieder einmal speziell prägnant ausgefallen ist, liegt nicht nur an dem hervorragenden Ensemble, das die Coens vor der Kamera zusammengebracht haben, sondern auch an der Tatsache, dass sie nach all den Rollen für George Clooney auf die Magie der Stars verzichtet haben. In den leicht hyperrealen Bildern von Kameramann Roger Deakins, die den leisen Wahn gutbürgerlichen Mittelmasses und den sanften Grusel der sechziger Jahre in hellen Blau-Olive-Tönen einfangen, finden sich die Figuren dieses Kosmos in einer lichten, gläsernen und modern-kantigen Welt gefangen, durch die sie ziellos treiben wie Fische durch ein Aquarium."

21. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Die Presse

Von den Coen-Brüdern lernt Markus Keuschnigg lachend. "Bei den Coens allerdings läuft jeder Film – egal, welch großer Themen er sich annimmt – auf einen Schildbürgerstreich hinaus: Die Schöpfer spielen mit ihren Kreaturen, fügen ihnen Leid zu, warten ab, was passiert, entwickeln aber darüber hinaus keine weiterführende Vision oder gar eine Philosophie. Man meint das gehässige Lachen von Ethan und Joel beim Schreiben des Drehbuchs zu hören, beim Ausdenken von immer neuen, immer schlimmeren Qualen für ihre Figuren. "Was soll's?", sagen sie. "So ist es eben, das Leben.""

21. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Der Standard

Religion ist das zentrale Thema in A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer), schreibt Dominik Kamalzadeh. "Die Brüder sind freilich die Letzten, die irgendwelche Fragen nach dem Sinn der Existenz beantworten wollen. Es geht ihnen ja genau darum, dem Blick auf die Menschen eine Ambivalenz zu verleihen, die auch mit der Ungnade eines interesselosen Gottes gleichgesetzt werden kann. Die Strenge, mit der sie (mit Kameramann Roger Deakins) ihre Bilder kadrieren, und die Präzision, mit der sie noch den nebensächlichsten Figuren eigenwillige Details zugestehen, spricht jedenfalls dafür, dass es ihnen um eine Form geht, in der alle müßigen Anstrengungen des Menschen in einem hellen, klaren Licht erstrahlen."

21. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • artechock.de

Auch ein Coen-Film ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, bemerkt Rüdiger Suchsland. "Es genügt, den Coens Vertrauen zu schenken. Ihre turbulent-intelligente Komödie über einen ernsthaften Mann, der in Zeiten der Kulturrevolution Klarheit sucht, und alles Mögliche findet, aber nicht das, was er sucht, ist auch wieder einmal eine Komödie der Zuschauer: Denn das haben Coen-Filme seit jeher mit der Quantenphysik gemeinsam: Der Beobachter wird hier zum Schöpfer der Wirklichkeit; der Zuschauer wird Gott, jeder sieht seinen eigenen Film. Was denn sonst?"

20. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Der Spiegel

In der tragikomischen Kinofarce A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) rechnen die Regiebrüder Joel Coen und Ethan Coen mit ihrer Vorstadtkindheit im jüdischen Milieu ab, meint Andreas Borcholte. "Nun kann man den Coens immer eine gewisse Lust an der Bosheit und einen manchmal allzu ungnädigen Umgang mit der conditio humana unterstellen. Das macht ihre Filme ja oft so unterhaltsam. Dennoch zeigt allein die Tatsache, dass das gewohnte prominente Schauspielerpersonal der Brüder diesmal zugunsten einer weitgehend unbekannten Darstellerriege weichen musste, dass es ihnen um mehr gehen könnte als die üblichen Marionettenspiele zweier zynischer Regie-Götter."

20. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Bert Rebhandl spielen die Coen-Brüder Gott. "Denn hier wenden sie ihr Markenzeichen, eine elegante, schwer greifbare Ironie, auf zwei Gegenstände an, die sich diesem Zugriff entziehen: die eigene Kindheit und das Unbedingte der Religion. Das Minneapolis des Films ist so nahe an der Autobiografie der Coens, wie es bei diesen großen Verfremdern nur denkbar ist, und die Fragen der Religion werden mit einer Insistenz gestellt, die einem das Lachen immer wieder gefrieren lässt. Genau das ist die Haltung des Deadpan, und die wird hier zu einem Existenzprinzip."

20. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Der Tagesspiegel

Gregor Dotzauer ist begeistert. "Die stille Komik des Films entsteht aus der permanenten Verkehrung sämtlicher Dimensionen, wobei das Prinzip der Steigerung am Ende doch obsiegt: Und immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein neuer Hammer her. A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) ist die Tragödie eines lächerlichen Mannes, der in dem Moment, als er seine Rechtschaffenheit aufgibt, seiner endgültigen Strafe zugeführt wird – nur dass die Coens mit einem Gott kokettieren, der den Menschen ohne Ansehen von Schuld und Verdienst richtet."

20. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Tagesanzeiger

Wer die Filme der Gebrüder Coen verstehen will, muss ihre Tragikomödie gesehen haben, meint Felix Keller. "A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) ist alles andere als ein nostalgischer Jugendrückblick der Coens, die den halbwüchsigen Sohn des Physikers wie einen unbeteiligten Stellvertreter ihrer selbst auftreten lassen. Die Coens legen hier den Fokus erstmals ausdrücklich auf den jüdischen Unterbau, der ihre Filme schon immer stark geprägt hat. A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) ist die ungläubige Auseinandersetzung der Coens mit ihrer Identität als jüdische Agnostiker."

20. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • telepolis.de

Rüdiger Suchsland entdeckt in den Film die Wahrscheinlichkeitstheorie des Lebens. "Es genügt, den Coens Vertrauen zu schenken. Ihre turbulent-intelligente Komödie über einen ernsthaften Mann, der in Zeiten der Kulturrevolution Klarheit sucht und alles Mögliche findet, aber nicht das, was er sucht, ist auch wieder einmal eine Komödie der Zuschauer: Denn das haben Coen-Filme seit jeher mit der Quantenphysik gemeinsam: Der Beobachter wird hier zum Schöpfer der Wirklichkeit; der Zuschauer wird Gott, jeder sieht seinen eigenen Film. Was denn sonst?"

20. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Der Freitag

Für Axel Minge bildet A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) einen ironischen Kommentar zu den Bindekräften des jüdischen Milieus. "Die virtuose Ambivalenz von A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer), die anders als im letzten, schwächeren Coen-Film Burn after Reading (Burn after Reading Trailer) nie zwanglos oder beliebig wirkt, bildet einen ironischen Kommentar zu den Bindekräften des jüdischen Milieus, in dem der Film spielt. Zwar ist die Religion mit ihren Halt stiftenden Traditionen und Geschichten präsent, auf die letzten Fragen weiß aber auch sie keine Antwort. Es sei denn, man rechnet die Besetzung von Jefferson Airplane dazu."

19. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Berliner Zeitung

Besser, größer, schöner kann Kino nicht sein, lobt Anke Westphal. "A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) sei die Art von Film, die man dreht, nachdem man einen Oscar gewonnen hat, schrieb der US-amerikanische Kritiker Todd McCarthy im Fachblatt Variety. Er meint einen Film, der keine Zugeständnisse macht, weil er weder das Verständnis noch die Zustimmung des Publikums benötigt. Der Verzicht auf beides kann ebenso eine Bedingung großer künstlerischer Freiheit sein wie der Erfolg. ... An dieser Stelle wurden schon andere Filme der Coen-Brüder zu den besten erklärt. Aber es hilft nichts: Dies ist wieder der beste Coen-Film seit Langem."

15. Januar 2010 | A SERIOUS MAN • Kritik • Die Zeit

Thomas Assheuer sah den bisher persönlichste Film von Ethan Coen und Joel Coen. "Tatsächlich hat der Film etwas Apokalyptisches, seine Bilder sind hart, noch das Helle hat zuweilen etwas unauslotbar Düsteres und Gefrorenes, und manche Einstellungen erinnern an die klinisch kalten Kinogemälde eines David Lynch. Die Figuren sind schläfrig und jung erloschen, während sich die Ereignisse auf leisen Sohlen anschleichen und einfach da sind, wie der Briefumschlag mit Geld, den der Südkoreaner auf Larrys Schreibtisch liegen lässt. Überhaupt ist das Geld der heimliche Beziehungsstifter, der kapitalistische Gott hat alle miteinander verschuldet und verkettet."

14. Dezember 2009 | A SERIOUS MAN • Kritik • filmsprung.ch

Die Aussage von der Unkontrollierbarkeit des Lebens wird "auf ihre unnachahmliche Weise in eine überwältigende Geschichte verpackt. In A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) mischen sie die düstere Verzweiflung aus NO COUNTRY FOR OLD MEN (NO COUNTRY FOR OLD MEN Trailer) mit dem absurden Humor aus BURN AFTER READING (BURN AFTER READING Trailer). Aus dieser gewagten Kombination haben sie stilsicher ein geniales Meisterwerk entwickelt. Für die Figuren haben sie sich dieses Mal hauptsächlich ziemlich unbekannte Schauspieler ausgesucht, die überzeugend in ihre teilweise zurückhaltenden, teilweise aber auch leicht grotesken Rollen schlüpfen. In manchen Einstellungen von Kameramann Roger Deakins sorgt alleine schon die Mimik der Darsteller für Lacher."

02. Oktober 2009 | A SERIOUS MAN • Kritik • Los Angeles Times

Kenneth Turan fasst seine Kritik wie folgt zusammen: "Die Coen-Brüder haben hier ihren persönlichsten und bisher intensivsten jüdischen Film gedreht, eine perfekt auf den Punkt gebrachte Komödie über Verzweiflung, die trotz aller Unwahrscheinlichkeiten gleichzeitig zu einer ihrer universellsten Komödien geworden ist."

02. Oktober 2009 | A SERIOUS MAN • Kritik • New York Times

Wie A.O. Scott findet, ist A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer) "wie sein biblischer Ursprung, eine destillierte, übertriebene Erzählung der menschlichen Lage. Die Pointe ist ein wenig anders, aber man kennt den Witz bereits. Und der geht selbstverständlich auf Kosten des Zuschauers."

01. Oktober 2009 | A SERIOUS MAN • Kritik • Rolling Stone

Peter Travers schreibt über A SERIOUS MAN (A SERIOUS MAN Trailer): "Die Brüder Joel Coen und Ethan Coen werden persönlich ... Aber wenn Sie nun etwas Liebevolles, Warmes und Kuscheliges erwarten, das circa 1967 spielt, dann kennen Sie die Coens schlecht ... Dieser ernsthaft komische Film, kunstvoll fotografiert vom großen Roger Deakins, ist von seiner Natur her spirituell, im Tonfall boshaft und stachelig und ja, der Film sticht ganz hübsch zu."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,63063