| Regie | Dennis Gansel |
| Kinostart | 28.10.2010 |
Rochus Wolff bleibt "nach diesem eigentlich erfreulichen, weil ersten nennenswerten deutschen Vampirfilm seit langer Zeit, etwas ratlos verärgert zurück: Weil der Film zwar ästhetisch über weite Strecken durchaus überzeugen kann, in seiner hübsch glänzenden Hülle aber einen mindestens fragwürdigen Unterton, wenn nicht gar eine direkt reaktionäre Botschaft verbirgt."
Am meisten nervt Rüdiger Suchsland, "dass der Film dann auch noch das Bedürfnis hat, im Savonarola-Ton Moral zu predigen und allen Hedonismus zu verdammen. Als befänden wir uns noch in den 1950er Jahren, müssen Lust und freie Liebe, erst recht von Frauen, im deutschen Mainstreamkino offenkundig immer noch mit dem Tod bestraft werden. Ob das nun an den Constantin-Produzenten im frommen München liegt oder Dennis Gansel dies freiwillig tat - hier verrät er seine Figuren und enttäuscht alle, die ihm anfangs noch gern auf seinem gewagten Weg gefolgt sind."
Dennis Gansels visuell durchaus beeindruckender Film setzt laut Dana Pastor "auf Schauwerte: gut aussehende Schauspielerinnen in wunderschöner Kulisse. Technisch perfekt umgesetzt, fehlt ihm jedoch der emotionale Tiefgang. So bleibt ein unterhaltsamer Film, der durchaus mehr hätte sein dürfen. Und die Hoffnung es möge nicht der letzte deutsche Eintrag ins Genrekino gewesen sein."
Britta Meyer resümmiert: "Jede der Figuren des unmenschlichen Trios lässt charakterliche Tiefe erkennen, doch die Handlung ist viel zu sehr damit beschäftigt, hektisch voranzurauschen, um mehr als flüchtige Blicke auf ihr Innenleben zeigen zu können. So bleibt der Film ein schön anzusehender, aber oberflächlicher Trip durch eine gewalttätige nächtliche Glamourwelt und hinterlässt trotz beeindruckender Darstellerinnen ein unbefriedigtes Gesamtgefühl. Aber immerhin glitzern Vampire hier nicht im Sonnenlicht, sondern sie brennen, wie sich das gehört."
Irgendwie blutleer findet Jenni Zylka WIR SIND DIE NACHT (
). "Das alles präsentiert Dennis Gansel in angemessener Geschwindigkeit, mit vielen amtlichen Effekten, mit lauter Musik und an wunderbaren Drehorten, wie dem irren Banknotengrab "Tropical Island" oder dem verlassenen Spreewaldpark, den sein Betreiber Norbert Witte bald wieder aufsperren kann, wenn das mit den Film- und Fotomotiven so weiterläuft. Nur die Vampirinnen bleiben – vampirtypisch, aber ungewollt – blass."
Martina Schürmann ist durchaus angetan: "Atmosphärisch gelingt Dennis Gansel und Kameramann Torsten Breuer der Beweis, dass der Vampirfilm auch ohne Mega-Etat Überlebenschancen hat. Wenn die Frauen in der Morgendämmerung wie von eisigen Nebeldämpfen umrahmte Skulpturen glänzen, bekommt das Morbide, Todessehnsüchtige dieser zum ewigen Leben Verurteilten einen eigenen Reiz. Die TWILIGHT-Zielgruppe wird noch mehr den zeitgemäßen Sound dieser Biss-Saga schätzen. Dieser TANZ DER VAMPIRE ist clubtauglich."
David J. Lensing ist enttäuscht. Angesichts einiger "dramaturgischer Schwächen ist das Prädikat "Besonders Wertvoll" mehr als fragwürdig. Dennis Gansel, der seine Qualitäten als Regisseur mit der Adaption DIE WELLE (
) unter Beweis gestellt hat, bietet mit WIR SIND DIE NACHT (
) die gute Inszenierung eines halbgaren Stoffes – style over substance in Form einer mit Schauwerten gespickten, unausgereiften Geschichte rund um blasse Protagonisten. Und damit ist nicht die Hautfarbe gemeint."
Peter Uehling hat zwar einiges auszusetzen, aber: "Vieles ist indes auch überzeugend. Der Gedanke, dass nur noch weibliche Vampire existieren, weil die männlichen an ihrer Dummheit zugrunde gegangen sind, hat hohe Attraktivität. Diese vier sind genau jene bösen Mädchen, die überall hinkommen, nur nicht in den Himmel. Ihre Form von Lebensgenuss würde in männlicher Gestalt brutal und tumb wirken, hier illustriert es eine emanzipatorische Utopie, wirkt sexy und zugleich gefährlich."
Walli Müller sah einen deutschen "Vampirfilm, der sich sehen lassen kann, aber: Dennis Gansel will zu viel und kann sich nicht entscheiden – zwischen Horror und Klamauk, zwischen düsterer Liebesgeschichte und persiflierender Vampir-Komödie, zwischen stylishem Großstadt-Thriller und B-Movie-Kitsch. TWILIGHT ist da entschiedener – und deshalb sicher auch weiterhin entschieden erfolgreicher!"
"WIR SIND DIE NACHT (
) hinterließ Heiterkeit - und dies lag nicht allein an der Szene mit dem Rauchverbot im Restaurant oder an der ulkigen Begrüßung von Bernd dem Wachmann. Aus solcher Stimmungslage heraus, fiel die Entscheidung für das höchste Prädikat nicht schwer, maßgeblich waren jedoch die manifesten Qualitäten des sehenswerten Films. Qualitativ ist der Film u. a. auch deshalb herausragend, weil die originellen fiktionalen Inhalte genregerecht durch faszinierende filmästhetische Formen und Spezialeffekte bereichert und in gewisser Hinsicht überblendet werden."
Gebhard Hölzl sah stimmungsvolles Gruselkino. WIR SIND DIE NACHT (
) "spielt gekonnt mit den bekannten Versatzstücken des Genres, variiert und modernisiert sie. Perfekt nutzt Regisseur Denis Gansel die Locations der Hauptstadt – darunter Teufelsberg, Plänterwald, Tiergartentunnel und die Freizeitparkanlage Tropical Island. Mithilfe seines stilsicheren Kameramannes Torsten Breuer hat er seinen Film technisch brillant gestaltet: Es regiert die kalte Hightechästhetik, dazu gibt es (Verwandlungs-)Tricks, die sich mit denen US-amerikanischer Großproduktionen durchaus messen können."
Christoph Spangenberg schreibt Berlin als sie ideale Kulisse für Vampirfilme.
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