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WENN ÄRZTE TÖTEN

WENN ÄRZTE TÖTEN

Regie Hannes Karnick
Wolfgang Richter
Kinostart 03.12.2009

Kritiken • WENN ÄRZTE TÖTEN

03. Dezember 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • Berliner Zeitung

Andreas Mix hat etwas mehr erwartet. "Die Ärzte besaßen kein schlechtes Gewissen, weil sie ihr "Auschwitz-Selbst" erfolgreich von ihrer Persönlichkeit abgespalten hatten, sondern weil sie nach den damaligen Maßstäben richtig handelten: Ihre Opfer waren längst aus dem Geltungsbereich der nationalsozialistischen Moral ausgeschlossen. Von der Aura Liftons beeindruckt, versäumen es die beiden Regisseure Hannes Karnick und Wolfgang Richter, ihren Protagonisten mit diesen neuen Interpretationen zu konfrontieren. Ihr Film ist weniger eine Dokumentation über eine besondere Tätergruppe des NS-Staats, sondern vielmehr das sensible Porträt eines bedeutenden Wissenschaftlers."

03. Dezember 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Einfach sieht der Film für Silvia Hallensleben aus. "Dabei arbeitet sich der Film von den konkreten Begegnungen mit den Naziärzten zur menschlichen Ethik im Allgemeinen vor: Er berichtet, dass keineswegs alle Mordärzte fanatisierte Nazis waren, anfangs durchaus vorhandene Widerstände wurden durch geschickte Führung neutralisiert. "Doubling" nennt er die daraus resultierende schizophrene Seelenlage, die erst durch die Distanz technologischer Apparate möglich wird. Überhaupt deutet Lifton die NS-Bewegung als Verbrämung von Mythos und Technologie zu einer "biomedizinischen Vision" mit Auschwitz als "Klinikzentrum"."

02. Dezember 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Daniel Kothenschulte appeliert der Dokumentarfilm WENN ÄRZTE TÖTEN an die Vorstellungskraft. "Die Filmemacher Hannes Karnick und Wolfgang Richter nehmen sich Zeit, Lifton einzelne Aspekte in Ruhe vor einer statischen Kamera entwickeln zu lassen. Wie empfanden es die Ärzte zum Beispiel, Kinder zu töten? "Ich glaube, dass es den Medizinern leichter gefallen sein kann, ein Leben zu beenden, das sich noch nicht voll entfaltet hatte als das eines Erwachsenen", kommentiert der Psychologe einen weiteren, gespenstischen Euphemismus, den er mehrfach hörte. Da kam es dem Arzt "eher vor, als hätte ich nur die Kinder zum Schlafen gebracht"."

01. Dezember 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • film-dienst

Reinhard Lüke geht an die Substanz. "Die Frage aber, warum man ins Kino gehen sollte, statt Liftons Bücher zum Thema zu lesen, lassen die Filmemacher unbeantwortet. So wie sie sich aller Archivbilder oder anderer kontextueller Einordnungen versagen, unterbrechen sie den Redefluss des betagten Forschers regelmäßig nur durch Stillleben von Meereswellen und Küstenstreifen, die vermutlich gleich in der Nähe von Liftons Wohnort aufgenommen wurden. Bei aller Liebe zur puristischen Form ist das für eine Kinoleinwand entschieden zu wenig."

01. Dezember 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • epd-film

Dieser Film ist anders als viele Dokumentationen über den Holocaust, stellt Wilhelm Roth fest. "Man hört nicht nur zu. Obwohl die Regisseure Lifton nur in Groß- oder Halbnah-Aufnahmen zeigen, wird das, was die Dokumentarfilme der "redenden Köpfe" oft so unerträglich macht, hier zum Ereignis. Man sieht in ruhigen, genauen, meist langen Einstellungen, wie Gedanken entstehen. Es gibt aber Zwischenschnitte: Lifton lebt an der Atlantikküste von Cape Cod, ein paar Mal sieht man das Meer, die Wellen, ein paar Seeadler, unterlegt von einer zwischen Ruhe und Unruhe changierenden Musik (Jan Tilman Schade) – Szenen zum Ausatmen, Durchatmen. "

28. November 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • schnitt.de

Matthias Wannhoff ist enttäuscht. Das "Konzept, demzufolge Menschen unter dem Druck historischer Extremsituationen über einen Prozeß der Ich-Spaltung dazu befähigt sind, sich von den eigenen Gräueltaten zu distanzieren, verkommt im Film jedoch zum bloßen Stichwort. Die sogenannte Moral ersetzt schließlich, so hart es auch klingen mag, kühne Diagnose durch Allgemeinplätze: Im Menschen schlummere eine Anlage zum Bösen, die in Kombination mit der entsprechenden Ideologie sowie einer zerstörerischen Hochtechnologie jederzeit eskalieren kann. Verschwindend gering ist also der Erkenntnisgewinn dieses Films, der weniger Forschungsbeitrag ist als ein Forscherporträt, das der Betrachter nach dem Abspann recht bald vergessen haben dürfte."

01. November 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

01. November 2009 | WENN ÄRZTE TÖTEN • Kritik • moviepilot.de

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