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HERRENKINDER

HERRENKINDER

Regie Eduard Erne
Christian Schneider
Kinostart 03.12.2009

Kritiken • HERRENKINDER

23. November 2009 | HERRENKINDER • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Laut Sonja M. Schultz untersucht der Film das Erbe des Dritten Reichs auf rein persönlicher Ebene. "Weitergehende Zusammenhänge drängen sich von selbst auf. Etwa die Frage, inwieweit die individuellen Prägungen die deutsche Gesellschaft als Ganze mit beeinflusst haben könnten. Klaus Theweleits Gewaltstudie Männerphantasien (1977/78) kommt in den Sinn, wenn die brutale Zurichtung soldatischer Männerkörper geschildert wird. Auch das angst- und machtbesetzte Geschlechterverhältnis der Härte-Ideologie schreibt sich in den Familien fort. Die beiden im Film porträtierten Ehemänner behandelten ihre Frauen wie Erweiterungen des eigenen Leibes. Doch das destruktive Menschenbild lässt sich auch überwinden. Wie sich die unterschiedlichen Generationen heute mit den Folgen der Gewaltgeschichte auseinandersetzen, ist unbedingt sehenswert."

04. Dezember 2009 | HERRENKINDER • Kritik • Die Tageszeitung

HERRENKINDER hätte interessant - und schmerzhaft - werden können, glaubt Ulrich Gutmair. Aber der Film "bleibt bei den psychischen Beschädigungen der Missbrauchten und den familiären Folgen. Die Zuschauer müssen sich selbst fragen, welchen ideologischen Schutt die im Nationalsozialismus Erzogenen ihren Nachkommen weitergegeben haben. Und was es bedeutet, wenn Theo Sommer meint, die "Eliteauswahlkriterien" der Napola seien "ja vielleicht gar nicht so schlecht" gewesen. Er macht fast den Eindruck, stolz auf seine Ausbildung an einem Ort der Elitenbildung zu sein, wenn er am Anfang des Filmes sagt: "Wir wurden gefordert, was jungen Menschen guttut.""

03. Dezember 2009 | HERRENKINDER • Kritik • Berliner Zeitung

Spurensuche wäre laut Detlef Friedrich ein treffender Titel für HERRENKINDER gewesen. "Die Davongekommenen mussten nach der Kapitulation erfahren, dass sie ein besonderes Schicksal getroffen hatte. Sie waren Außenseiter auch unter den Deutschen. Alles, was man ihnen beigebracht hatte, alle ihre Ideale waren falsch. Sie besaßen keine Erinnerung an eine andere Zeit. Viele wollten sich töten. Um im Nachkrieg zu überleben, mussten sie von ihrer Schulzeit schweigen. Viele haben selbst ihren Kindern nichts oder nur Äußerliches aus ihrer Napola-Zeit erzählt."

03. Dezember 2009 | HERRENKINDER • Kritik • Der Tagesspiegel

Silvia Hallensleben ist etwas enttäuscht. "Eine wichtige Frage, die ins Zentrum unseres kollektiven Selbstbewusstseins greift. Vermutlich deshalb werden historische Filmbilder auf Wände heutiger Gemäuer projiziert. Doch trotz solch inszenatorischer Bemühungen bleibt der Film aussageschwach. Aus der Montage der zu O-Ton-Schnipseln verkürzten Erzählung will sich kein Argument entwickeln. Problematisch auch, dass die Frage der nationalsozialistischen Elite-Erziehung nirgends in Beziehung gesetzt wird zu den übergreifenden Traditionen autoritärer Erziehung, aus denen sie hervorging."

03. Dezember 2009 | HERRENKINDER • Kritik • Neues Deutschland

Der häufige Wechsel der Bezugspersonen verhindert die Konzentration auf die jeweilige Geschichte, kritisiert Angelika Nguyen. "Reichlich Kompilationsmaterial, historische Dokumentaraufnahmen, Filmausschnitte, Fotos, Kampflieder von damals, Trommelwirbel überreizen das Aufnahmevermögen, wirken zunehmend beliebiger. Manchmal kommentiert der Film die Distanz zwischen Interviewern und Protagonisten sehr direkt, zum Beispiel wird in eine Atempause der Tochter Marianne Schuppe, da sie nach einem Wort sucht, eine historische Szene mit Trommlern geschnitten. Denn gerade diese Frau sinniert gern über das Mythische des NS-Erbes."

02. Dezember 2009 | HERRENKINDER • Kritik • br-online.de

Es gibt zwar laut Kirsten Liese prominente Gesprächspartner, aber wenig Inhalt, ist aber trotzdem auffühlendes Dokumentarfilm-Kino. "An solch aufwühlenden, menschlichen Bekenntnissen und Tragödien nimmt man bewegt Anteil. HERRENKINDER ist alles in allem, trotz des Ungleichgewichts zwischen den Protagonisten, eine allemal anregende und nachdenklich stimmende Dokumentation. Wie lange wirken die "Napola"- Jahre nach? Es ist die verletzte Tochter Marianne Schuppe, die diese Frage beantwortet: Es bleibt ein Trauma, auch für die nachfolgende Generation."

30. November 2009 | HERRENKINDER • Kritik • film-dienst

Felicitas Kleiner ist über die Tonspur entnervt und schreibt weiter. "Auf visueller Ebene wird per Bild-im-Bild-Montagen in eine ähnliche Kerbe geschlagen, wenn schwarz-weißes Archivmaterial aus diversen "Napolas", von Jugendaufmärschen und Ähnlichem in die Gegenwart hineingeschnitten wird oder wie ein Geisterbild über den stumpfen Spiegel im ehemaligen Waschraum eines alten "Napola"-Gebäudes flimmert. Eine solche Lenkung der Wahrnehmung wirkt in ihrer Forciertheit eher irritierend und ärgerlich, als dass sie zur Glaubwürdigkeit des Gezeigten beitragen würde."

01. November 2009 | HERRENKINDER • Kritik • filmz.de

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