IM REICH DER SINNE

film-zeit Film: IM REICH DER SINNE
Regie Nagisa Oshima

Inhalt • IM REICH DER SINNE

Kichizo ist der Besitzer eines Geisha-Hauses, in dem Sada als Dienerin und Prostituierte arbeitet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Kichizo verlässt seine Familie, um ganz bei Sada zu sein und verfällt ihr immer mehr. Abgeschottet von der Außenwelt geben sie sich ihrer grenzenlosen sexuellen Begierde hin...

Kritiken • IM REICH DER SINNE

13. Februar 2010 | Kritik •

Christian Westheide sieht in IM REICH DER SINNE einen radikalen Gegenentwurf zum Japan der 1930-er Jahre. "Doch geht es vielmehr um die radikale Zweisamkeit eines Liebespaares und deren Versuch durch Dauersex ein Art physisch-geistige Verschmelzung zu bewerkstelligen und sich von der Umgebung vollkommen zu lösen. Kichi und Sada verlieren sich immer mehr in ihren Körpern und Gelüsten und Selbstversuchen, geben das Essen irgendwann dran, verlassen das Zimmer kaum noch, scheren sich bald weder um ihren Ruf noch ihr Verhalten in der Öffentlichkeit, durchbrechen alle gesellschaftlichen Normen und enden schließlich wie Esmeralda und Quasimodo - wobei Kichi allerdings nicht nur sein Leben, sondern auch sein bestes Stück verliert."

02. Februar 2010 | Kritik •

Für Sven Lohmann ist IM REICH DER SINNE ein Muss - Skandalfilm hin oder her. "Die leidige Debatte »Kunst oder Porno« überschattet IM REICH DER SINNE also unübersehbar; wenn man sie vom Film abzöge, müsste er womöglich viel von seiner Bekanntheit einbüßen, seine Qualität hingegen föchte das nicht an. Oshima erzählt hier eine sehr konsequente Geschichte über die dunkle Seite der Liebe und über Isolation zu zweit, über die Verbindung von Sexualität und Tod, auf Psychologisierung verzichtet er dabei. Dementsprechend ist Im Reich der Sinne auch eher bedrückende Kost; mit den freizügigen Filmchen, die zu jener Zeit in Deutschland etwa produziert wurden, hat Oshimas radikales Portrait einer amour fou nichts und wieder nichts gemein. Die geradezu kammerspielartige Handlung hat Kameramann Hideo Itoh in ausgesucht komponierten statischen Bildern eingefangen, ein visueller Genuss ist es also allemal - und definitiv nicht nur des Rufes wegen ein »Must-See«."

01. Februar 2010 | Kritik •

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