| Regie | Mike Newell |
| Kinostart | 20.05.2010 |
Exotistischer Hollywood-Eskapismus hat sich schon deutlich inspirierter angefühlt, kritisiert Lukas Foerster. "Wirklich atemberaubende Effekte sucht man lange vergebens, aber ganz am Ende kommen sie doch, wenigstens für ein paar Minuten. Effekte, die diese jedem Wirklichkeitseffekt beraubte artifizielle Oberflächenwelt wieder in die Pixel zerfallen lässt, aus denen sie so eindeutig zusammengesetzt ist - obwohl PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
) überraschenderweise noch auf 35mm-Material gedreht und erst in der post production gründlich digital nachpoliert wurde. Jedes Sandkorn ein Pixel und plötzlich bricht die virtuelle Substanz den Figuren buchstäblich unter den Füßen weg."
Isabella Reicher hat sich etwas gelangweilt. Der "Look des Films ist - von den Landschafts- und Palastpanoramen bis hin zum hart auftrainierten Heldenkörper - arg synthetisch. Die kindliche Freude über die dynamischen Bewegungs- und Aktionsabläufe, die prinzlichen Salti und Schwertkampfvirtuositäten will nicht zwei Stunden anhalten. Langeweile stellt sich ein, daran können nicht einmal mehr die sandgeborenen Ninja-Ableger viel ändern."
Daniel Bickermann hat über den Schnitt nachgedacht. "Wenn der Titel PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
) auch nur eine einzige Erwartung weckt, dann die auf spektakuläre Artistik und Akrobatik. Und jedes Kind weiß, daß atemberaubende Sprünge, Salti und Kletteraktionen nur dann funktionieren, wenn der Zuschauer vorher die Architektur der Szene versteht. Der Schnitt in PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
) jedoch verhackstückt jegliche Stunt-Arbeit bis zur Unkenntlichkeit, schafft keinerlei Orientierung und vermurkst so das eigentliche Kernstück des Films. Ein Akrobatikfilm, in dem man die Akrobatik nicht mehr erkennen kann ist schlicht unnütz. Und so bleibt nur Alfred Molina, der einen schwachen Film stiehlt."
Für zwei Stunden krachige Unterhaltung ist gesorgt, meint Marin Majica. "Technisch wird in PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
) viel aufgefahren. Nach einer visuell eher missglückten Eröffnungsschlacht erklimmt der Film schnell die Höhen digitaler Bildkunst. Immer wieder fliegt die Kamera über im Rechner entstandene Städte, Tempel und Ziegelhütten-Wimmeleien. Die Verfolgungsjagden über die Dächer sehen aus wie im beliebten Kreuzritter-Game "Assassin's Creed", und natürlich gibt es auch im Film Meuchelmörder mit Spezialwaffen. Alle suchen nach dem Dolch, der die Zeit umkehren."
Sebastian Handke blieben folgende Dinge im Gedächtnis: Jede Menge Lärm, üppig aufgetragener Eyeliner und eilig trabendes Großfedervieh. Der Film "ist lieblos zusammengesetzt und erschreckend schlampig geschrieben: Ein umständlicher Anfang, ein ödes Finale, dazwischen die ewige Aneinanderreihung kurzer Kämpfe. Nicht nur, dass dem Publikum ein Duell, eine Verfolgung, ein Hinterhalt nach dem anderen aufs Auge gedrückt wird. Der Film ist auch noch ausgesprochen einfallslos in der Ausgestaltung dieser Szenen. ... Ein Film ist aber nicht rasant, nur weil er rast. Im Gegenteil: Die 116 Minuten ziehen sich gewaltig in die Länge, bis das Hauen und Stechen endlich ein Ende findet."
Wolfgang Zehentmeier entdeckte Holzschnittfiguren in imposanten Landschaften. "Wer schon immer gerne Leuten beim Spielen auf der Spielkonsole über die Schulter gesehen hat, für den ist PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
) perfektes Popkorn-Kino. Denn der Streifen aus dem Hause Disney ist genauso gedreht – 90 Minuten atemlose Action, dafür haben die grauen Zellen Ruhepause. Das ergibt Jump and Run Kino mit echten Darstellern statt Computeranimationen und dafür vielen bunten Bildern direkt aus dem Computer. Das Märchen-Sujet in der entsprechenden Spezialeffekt-Verpackung kann sich dabei kommerziell durchaus rechnen: Auch STAR WARS hatte ähnliche Zutaten, wenn auch viel verfremdeter in ganz anderen Galaxien."
David Kleingers ist enttäuscht von PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
): jede Dynamik wird abgewürgt, ewige Wiederholungen nerven den Zuschauer. "Doch trotz beachtlicher Raufereien und Parcoursläufe kommt das Geschehen nie so recht in Fahrt. Das ist nicht zuletzt der Nähe zum Spiel geschuldet: Wie dort nutzt Dastan auch im Film die Fähigkeit zum Zeitsprung, um tragische Geschichtsverläufe zu korrigieren - der Play-It-Again-Prinz. Die Wiederholung von Szenen ist am Computer Prinzip, schließlich werden Spieler für das Nochmal-Probieren bis zur Perfektion belohnt. Kino aber kennt kein interaktives Gameplay; hier geht die Idee des erneuten Anlaufs vielmehr auf Kosten der Erzählzeit, und auf die Nerven der Zuschauer. So ist ständig allerhand in Bewegung, allein eine mitreißende Dynamik der Ereignisse will sich partout nicht einstellen."
Dennis Vetter sah ein geradliniges und vorhersehbares, aber dafür sehr kurzweiliges, dynamisches und humorvolles Kinoerlebnis. Dabei hüllt Mike Newell "das Abenteuer in eine wohlige Fantasy-Atmosphäre, die im Kontext des Films erfreulicherweise nie aufgesetzt wirkt. So wird das erstmalige Erscheinen des Dolchs der Zeit zunächst angenehm unspektakulär inszeniert und der Gegenstand entfaltet seine Bedeutung nach und nach geschickt im Lauf des Films. Letztlich wissen nicht nur die verständlich und übersichtlich vermittelten Geschehnisse in PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
) ohne Durchhänger zu überzeugen, sondern auch seine Protagonisten und sympathischen Nebenfiguren."
Elisabeth Maurer sah einen "charismatischen Helden, der es schafft, die Sympathie und Aufmerksamkeit der Zuschauer die ganze Zeit über an sich zu binden. Wenn auch die Screwball-Einlagen zwischen ihm und Tamina nicht immer überzeugen, entwickelt sich zwischen den Figuren doch eine Dynamik, die zu einigen komischen Momenten führt. Auch ansonsten gelingt es gut, die Balance zwischen Action, dramatischen Sequenzen und Komik zu halten. Selbstverständlich erreicht der Film nicht die Qualität und Originalität von Filmen wie FLUCH DER KARIBIK, dennoch bietet er sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Abenteuerspaß. So wird ihm das Schicksal wohl hold sein und ihm vermutlich eine Fortsetzung bescheren."
Als Sandkastenspiele bezeichnet Daniel Ronel PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT (
). Der Film "ist ein INDIANA JONES-Verschnitt vor Kleiner Muck-Kulisse. Überraschend brutal, humorfrei und eher langweilig. Da können auch das namhafte Ensemble samt cooler Zeitsprung-Effekte und furiosem Ende wenig ausrichten."
"Aufwändige Sets, mit Liebe zum Detail gestaltet (und meist ziemlich schnell zerstört), halsbrecherische Verfolgungsjagden über die Hausdächer altpersischer Städte, witzige Wortwechsel zwischen den Protagonisten und eine kurzweilige Geschichte machen Dastans Abenteuer zu einer unterhaltsamen Actionkomödie, die nicht zu ernst genommen werden sollte, dies aber auch gar nicht will."
Björn Lahrmann sieht durchaus Positives. "Parkour, die neue lingua franca des modebeflissenen Actionfilms, sorgt trotz störender Hauruck-Zeitlupen für ein paar vergnügliche Momente, zumal das Versprechen des Spiels – maximale Unabhängigkeit des Körpers vom Raum – hier zumindest ansatzweise eingelöst wird. Der Rest ist eine Übung in sterbensöder Fotogenität: Jake Gyllenhaal schmitzt, Gemma Arterton schmollt, Ben Kingsley spielt den Großwesir im Schlaf. Gäb's den verflixten Dolch tatsächlich: man sollte sich schleunigst an die Kinokasse zurückbeamen und einen anderen Film auswählen."
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