SERAPHINE

film-zeit Film: SERAPHINE
Regie Martin Provost
Kinostart 17.12.2009
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Inhalt • SERAPHINE

1912 zieht der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde in das Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen. Als Haushälterin stellt er Séraphine ein. Eines Tages entdeckt er bei Nachbarn ein kleines auf Holz gemaltes Bild, das ihn sogleich fasziniert. Zu seiner großen Überraschung stellt sich heraus, dass das Bild von seiner Haushälterin Séraphine gemalt worden ist...

Kritiken • SERAPHINE

26. Oktober 2009 | Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Birte Lüdeking hat einiges erfahren. Die nüchterne Inszenierung des Regisseurs "und Yolande Moreaus subtiles Spiel verhindern, dass sie dabei lächerlich wirkt. Der Regisseur bringt uns seine Hauptfigur nah und lässt ihr trotzdem ihre Geheimnisse. Ihre künstlerische Begabung wird ebenso wenig enträtselt und analysiert wie ihre psychische Störung. Seraphine Louis' Biografie ist vor allem eine Schilderung vom Tun und Kreieren, ein Porträt vom Putzen und Malen. Zu beidem ist die Protagonistin am Ende nicht mehr in der Lage. Ihr bleiben eine unverschlossene Anstalttür, ein Stuhl und ein Baum."

17. Dezember 2009 | Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow findet viele poetische Worte für SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE). "Martin Provost erzählt in emblematischen, episodischen Szenen, behutsam begleitet vom Klang eines Da-Capo-Walzers. Vor allem aber erfasst er in seinem Film den geschärften Blick der Malerin auf alles, was sie umgibt. Die Textur einer Mauer, die Verläufe von Maserungen in Holz oder Blech, den Glanz von Straßenpflaster. Lange verweilt das Auge auf allen Phänomenen. Grau- und Blautöne bestimmen die kleinstädtische Welt von Senlis, jede Einstellung für sich ist ein sorgfältig komponiertes Stillleben."

17. Dezember 2009 | Kritik • Die Tageszeitung

Elias Kreuzmair lobt besonders die Hauptdarstellerin Yolande Moreau. "Auch weil die Kameraführung Yolande Moreau den für ihre Darbietung angemessenen Platz lässt. Immer mit der nötigen Distanz nähert sie sich Séraphine, gibt ihr Spielraum, wo sie ihn braucht. Séraphine soll nicht verstanden, sondern beobachtet werden, deshalb die anekdotische Erzählweise. In dieser Hinsicht ähnelt SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE) Julian Schnabels BASQUIAT: Beide Filme gewinnen ihren Hauptfiguren eine mythische Qualität ab, indem sie deren Leben nicht zu einem Ganzen fügen wollen, sondern kurze Lebensausschnitte erzählen."

17. Dezember 2009 | Kritik • Der Tagesspiegel

Anrührend nennt Christina Tilmann den Film. Er "zeichnet ein schwieriges Psychogramm, ohne Angst vor Entblößung und Peinlichkeit. Im Zentrum steht die so prekäre Beziehung zwischen Séraphine und Wilhelm Uhde. Denn kaum hat der Kunstkenner, von Ulrich Tukur mit Understatement gespielt, entdeckt, dass seine so schrullige Putzfrau geheime Talente hat, erwacht das professionelle Interesse – und vielleicht mehr. Es entsteht eine seltsame Liebesgeschichte ohne Liebe zwischen den beiden Außenseitern, der halb debilen, aber entschlossenen Amateurmalerin und dem homosexuellen, extravaganten Ausländer. Eine Freundschaft, genährt aus Hoffnungen, Neugier und Einsamkeit, und am Ende steht ein großer Verrat."

17. Dezember 2009 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler entdeckt am malerischen Realismus geschulte Bildausschnitte. "Bei aller Faszination für das Naive in der Kunst favorisiert Provost eindeutig die distanzierte Perspektive. SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE) lässt uns weder bei Schaffensräuschen Mäuschen spielen, noch nimmt er seine Titelheldin, die sich von Engeln geleitet glaubt, beim Wort. Im Grunde sehen wir Séraphine mit den Augen Wilhelm Uhdes, eines im Film eher bedächtigen Mannes, der seine Buchstaben so akkurat aufs Papier setzt wie Provosts Kameramann Laurent Brunet die am malerischen Realismus geschulten Bildausschnitte wählt."

17. Dezember 2009 | Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok ist begeistert. "Die beiden Hauptdarsteller spielen nicht, sie sind Uhde, Séraphine. Ulrich Tukurs Verkörperungen anderer Filmfiguren vergisst man hier allesamt. Man glaubt, der Mann könne nicht anders gewesen sein, als er im Film ist – Martin Provost hat verstanden, dass die Figur der Séraphine für die ihr zukommende Strahlkraft einen starken Gegenpart braucht. Yolande Moreau ist das eigentliche Ereignis des Films. Äußerlich Séraphine nicht ähnlich, lässt sie jedoch mit jeder Faser des fülligen Körpers, mit jedem schnaufendem Atemzug beim Arbeiten, mit jedem Ton des Gesangs, mit jedem Blick der flinken Augen diesen außergewöhnlichen Menschen entstehen."

20. November 2009 | Kritik • schnitt.de

Technisch sitzt bei SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE) alles perfekt, lobt Martin Wolkner. "Darüber hinaus hat SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE) mit der Brüsselerin Yolande Moreau eine grandiose Hauptdarstellerin, die die Malerin ernsthaft, unglaublich fesselnd und facettenreich spielt: Ihre Séraphine ist eine in sich gekehrte, eigenbrötlerische, bettelarme, naive und zugleich freie, mit scharfen Sinnen die Welt erfahrende Frau, die jedoch in nächtlichen Stunden während des Malens weltentrückte geistige Sphären betritt. Vom schwarzen Humor von Yolande Moreaus Louise Hires a Contract Killer (film-zeit Trailer: Louise Hires a Contract Killer) ist hier nichts zu spüren."

15. November 2009 | Kritik • br-online.de

Glaubwürdig und detailreich erzählt ist SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE) für Thilo Wydra. "Dabei kippt das Erzählte zu keinem Zeitpunkt in mögliches Pathos. Alles ist glaubwürdig. Schön auch die Liebe zum Detail, die Präzision, mit der das Historische hergestellt wird, in Kostüm und Ausstattung. Gerade jene Sequenzen, in denen Séraphine sich in ihr kleines Zimmer zurückzieht, die Tür verschließt und zu malen beginnt, sind von großer Dichte. Es sind Sequenzen der vollkommenen Reduktion auf das Wesentliche, Sequenzen eines hermetischen Kammerspiels. Des Kammerspiels einer Seele. Ein stiller, beinahe beschaulicher Film von ungeheurer, dramatischer, innerer Wucht und von einer großen Poesie."

14. November 2009 | Kritik • programmkino.de

Ganz zurückhaltend inszeniert Martin Provost das Porträt SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE), meint Michael Meyns. "Er macht aus Séraphine ein verkanntes Genie, deren Brillanz von ihren Mitmenschen nicht erkannt wird, die mit ihrer naiv genannten Malerei der Zeit voraus war. Bisweilen etwas schlicht werden hier die Welten der reichen Oberschicht und die Armut Séraphines kontrastiert, ihre improvisierten Farbmischtechniken, ihr autodidaktischer Stil verklärt. Das hätte es gar nicht bedurft, denn die Geschichte eines solch unerklärlichen Talentes, das sich zudem in einer einfachen Frau aus dem Volk manifestiert ist eine ideale Geschichte fürs Kino. Mit seiner dezenten Zurückhaltung und seinen exzellenten Darstellerin macht SERAPHINE (film-zeit Trailer: SERAPHINE) genau das richtige aus dieser bemerkenswerten Lebensgeschichte."

01. November 2009 | Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

01. November 2009 | Kritik • moviepilot.de

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