| Regie | Oren Peli |
| Kinostart | 19.11.2009 |
Julian Hanich erklärt, weshalb der Horrorfilm so erfolgreich ist. "Eine Ursache ist das ungewöhnliche Marketing. Der israelisch-amerikanische Regisseur Oren Peli – ein ehemaliger Videospiel-Designer – drehte den Film vor zwei Jahren mit einer Digitalkamera in seinem Haus in San Diego. Er handelt von einem jungen Paar namens Katie und Micah, das sich im eigenen Heim von einem Dämon bedroht fühlt. Um zu dokumentieren, was sich während ihres Schlafs abspielt, stellen sie Videokameras auf. Türen bewegen sich. Im Treppenhaus rumpelt es. Am Boden finden sich Fußabdrücke. Drehzeit des Films: sieben Tage. Geschnitten: am eigenen Rechner. Ein Home-Movie. Buchstäblich."
Der monströse Schlafzimmerblick hat Dominik Kamalzadeh überzeugt. "So effizient das Konzept des Films, so ökonomisch, geradezu simpel ist seine erzählerische Basis, die den Zuschauer zum wissbegierigen Voyeur einer Art "snuff movie", eines nicht gestellten Horrorfalls, werden lässt. ... Oren Pelis Strategie der Verunsicherung setzt auf die Störung dieses vertrauten Bilderarchivs - das Unheimliche liegt hier ganz nah beim Heimlichen, dem allzu Bekannten, wie das schon Freud bemerkt hat. Das mag auch die Faszination von PARANORMAL ACTIVITY (
) erklären, einem Film, der keine inhaltlichen Neuerungen aufbietet, sondern seinen ganzen Schrecken durch eine mediale Übertragung generiert."
Für Andreas Resch ist das mehr "als ein bloßer Marketing-Clou, denn der Film unterläuft konsequent die Erwartungshaltung des Zuschauers. Dabei lässt sich allerdings so genau nicht sagen, ob dies einer genialen ironischen Brechung oder eher einem sagenhaften dramaturgischen Dilettantismus zu verdanken ist. Was man zu sehen bekommt, ist eine auf winzigen Variationen basierende Wiederkehr des Immergleichen von Schlafengehen, Heimgesucht-Werden, Schreien, Aufwachen und Drüber-Reden, was für sich genommen eigentlich furchtbar dröge wäre. Unterhaltsam wird das Ganze erst dadurch, dass die Protagonisten, statt sich der Lösung des Dämonen-Problems zu widmen, in einer wundervoll lebensecht improvisierten Beziehungskrise versacken."
Für Sascha Koebner ist die "innere Logik stellenweise brüchig. Der Live-Action-Stil indes wird konsequent durchgehalten: Es gibt weder das Logo des Verleihs am Anfang noch einen Abspann, der über das Team Auskunft geben würde (zu dem als Berater für die Kino-Version angeblich Steven Spielberg zählte). Lediglich ein Hinweis auf das Urheberrecht verrät den Namen des jungen Regisseurs: Oren Peli, der den Film auch schrieb und schnitt."
Paranormal Activity (
) ist ein ganz billiger Horrorfilm – und ein Riesenerfolg in den USA. Rita Neubauer hat sich den 15 000-Dollar-Schocker angeschaut. "Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen mit Hilfe des Handkamera-Horrors wie in Blair Witch Project und Cloverfield (
). Was vor allem das ganz junge Publikum und Fans der TV-Serie "The Hills" begeistern dürfte. Klaustrophobie feiert fröhliche Urständ. Während beim Blair Witch Project eine geschickt als Tatsachenbericht getarnte Webpräsenz das Interesse anheizte, führte bei Paranormal Activity (
) schließlich cleveres Internetmarketing zum Erfolg."