| Regie | Alain Gsponer |
| Kinostart | 17.12.2009 |
Der Regisseur geht kein Risiko ein, meint Felix Frieler. "Mit sprachlicher Finesse und einem ausgeprägten Gefühl für die nachvollziehbare Beschreibung von Gemütszuständen kann Suter seinem Stoff dennoch ein zumutbares Buch abringen. Alain Gsponer gelingt Vergleichbares in seiner Verfilmung nicht. Der zentrale Empathie-Mechanismus hat sich schnell verbraucht. Zudem wirken sämtliche Figuren unauthentisch; besonders die Nebenrollen sind – vom Cord-Sakko tragenden Literaturwissenschaftsstudenten bis zum Pfeife rauchenden Verlagschef – gnadenlos überzeichnet."
Alexandra Stäheli ist enttäuscht und vergleicht Film mit Buch. "Ganz anders jedoch der Film, der sich mit seinem Happy End in neue Selbstbezüglichkeiten hineinschraubt, in labyrinthische Verweise auf die Fiktionalität des Realen und die Lügenhaftigkeit des Wahren, und der damit der Absage an die Postmoderne wiederum eine postmoderne Absage erteilt. So richtig sprühend wird diese Spielerei jedoch kaum, viel eher erscheint das Ganze als originell nach Vorschrift – aber vielleicht ist ja gerade dies Alain Gsponers bissigste Referenz auf den deutschsprachigen Literaturbetrieb."
Annabelle Seubert findet LILA, LILA (
) klamaukig. "Regisseur Alain Gsponer stürzt sich mit sichtbarer Anstrengung auf das Vorhaben einer möglichst pointenreichen Komödie. Wo bei Suter durchaus tiefgehende Emotionen aufzuspüren wären, verkörpern Daniel Brühl und Hannah Herzsprung das Protagonistenpärchen bloß platt. Und die Geschichte bleibt im vordergründigen Plot stecken."
Alexandra Wach ist durchaus angetan. "Die obligatorischen Verwicklungen sind flott in Szene gesetzt, die Töne strahlen pastellfarben eine angenehme Wärme aus, die Darsteller glänzen komödiantisch bis karikaturhaft um die Wette, und hier und da finden sich versprengte Seitenhiebe auf den Snobismus einer pseudo-intellektuellen Egomanen-Szene. Für eine Satire ist das alles eher wohl temperiert; als süßsaures Bonbon mit Willen zur risikolosen Bezauberung richtet die Kino-Burleske aber keinen Schaden an."
Als bissige Satire auf die Literaturszene bezeichnet Margret Koehler LILA, LILA (
). "Das unterschiedliche Ende in Buch und Film sollte bei diesem gefühls- und temporeichen Stück Kino nicht irritieren. Henry Hübchen brilliert als heruntergekommener Herumtreiber mit herzerfrischenden One-Linern, sein Gegenpart Daniel Brühl (schon bei der Verhandlung von Filmrechten dabei) darf den zurückhaltend-naiven Szene-Darling mimen, dem der Erfolg über den Kopf wächst. Die Kombination beider Schauspieler ist ein absoluter Glücksfall, wie auch die Verknüpfung von Tragkomik, Romanze und absurdem Theater, die Verbindung von großen Gefühlen, kleinlicher Schacherei und falschen Identitäten."
Laut Gary Rohweder besticht LILA, LILA (
) "durch die insgesamt ebenso spritzige wie charmante Inszenierung. Eine turbulente Komödie, die niemals an Tempo verliert und sich dennoch leise und tragikkomische Zwischentöne erlaubt. Und selbst wenn die Kinoadaption gerade zum Ende hin von der Romanvorlage abweicht, bleibt sie ein durchweg gelungener und kurzweiliger Filmspaß."
Thomas Engel ist begeistert. "Ein erfolgreicher Roman, eine hübsche Ausgangsidee, eine reizende Liebesgeschichte, die Entlarvung des "Literatur"betriebsrummels und des lächerlich aufgebauschten Mediengetues sowie drei hervorragende Hauptakteure: David Brühl als der schüchterne, über den Haufen gefahrene "Autor", Hannah Herzsprung als aparte, exakt angemessen agierende Marie und der unverwüstliche Henry Hübchen, den durchtriebenen Jackie lauthals, aber glaubwürdig wiedergibt."
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"Romantische Komödien sind immer nahe am Kitsch gebaut, das liegt in der Natur der Sache. Regisseur Alain Gsponer gelingt die Klippe zu umschiffen, auch weil er die Liebesbeziehung nicht allein in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Er räumt der Welt der Literatur ebenso viel Platz ein." schreibt Gudrun Schmiesing.