| Regie | Eva Dahr |
| Kinostart | 10.12.2009 |
Für Robert Zimmermann landet der Film im banalen Abseits. "Die aufkommende Spannung verdankt Das Orangenmädchen (
) hier schlicht der Präsenz der jungen Darsteller Mikkel Bratt Silset und Emilie Beck und weniger der dramaturgischen Konstruktion oder der Inszenierung: Die Regie des Films setzt auf die Wirkungen addierter stilistischer Rezepturen, deren Ergebnis jedoch die Summe nicht übersteigt. Weder die Schauspielführung noch die routinierten Bilder von Harald Paalgard oder die unvermeidlichen Songeinlagen vermögen eine überzeugend tragfähige emotionale Ebene zu schaffen."
Ein überragender Wille zum Subtilen ist dem Film DAS ORANGENMÄDCHEN (
) trotz seiner philosophischen Vorlage nicht anzumerken, meint Katja Lüthge. "Alle Gedanken und Gefühle werden im Film ausformuliert und Gegenstände von besonderer Bedeutung in Zeitlupe hervorgehoben. Die verschiedenen Handlungsstränge sind überdies in farblicher Eindeutigkeit voneinander geschieden: das sinnliche Orangerot der Liebesgeschichte, das dunkle Graublau, in dem Jan Olav beim Schreiben des Abschiedsbriefs zu sehen ist, und das Weiß der Schneelandschaft, welches die Ewigkeit, aber auch die Fülle von Möglichkeiten symbolisieren kann."
Jenny Becker ist angetan. "Elegant fließen die Geschichten ineinander, mit jeweils eigener visueller Sprache: Jan-Olavs liebesbeschwingte Odyssee etwa ist mit unruhiger Handkamera (Harald Paalgard) gefilmt; dagegen lösen sich die bruchstückhaften Bilder seiner Krankheit in traumwandlerische Nahaufnahmen und Zeitlupen auf. Insgesamt setzt die Verfilmung mehr auf Romantik als auf Philosophie. Immerhin aber helfen die posthumen väterlichen Reflexionen Gregor, selber in den Fluss des Lebens einzutauchen."
"Statt eines Klangteppichs wurde der Film sehr sparsam mit unterschiedlichster Musik unterlegt, so dass Zeit- und Gefühlsebenen ihre jeweiligen Entsprechungen bekommen und die Geschichte einfühlsam unterstützen. DAS ORANGENMÄDCHEN (
) ist europäisches Arthousekino vom feinsten, das selbstbewusst zu seiner ruhigen Grundtonart steht. So versucht der Film niemals, sich einer breiten Zuschauermasse anzubiedern, sondern hält seine feine Dramaturgie stets konsequent durch."
Manchmal findet Thomas Volkmann DAS ORANGENMÄDCHEN (
) "vorhersehbar, ändert aber nichts an der Märchenhaftigkeit der Geschichte. Die philosophische Botschaft von Buch und Film, das Leben im jeweiligen Moment zu genießen und sich wegen der Zukunft keine Sorgen zu machen, sorgt für eine nachdenkliche Komponente. Formal kommt dies in den vielen im Film untergebrachten symbolischen Bildern wie eben der Farbe Orange, der weißen Landschaft oder dem exotisch-paradiesischen Grün in Spanien zum Ausdruck. Als romantisches Wintermärchen voller schöner magischer Momente und einer Prise Selbstfindung funktioniert diese Verfilmung."
Thomas Engel sah mit DAS ORANGENMÄDCHEN (
) ein berührendes, romantisches Liebesmärchen. "Mehr Psycho-Stoff gibt es hier nicht, und das ist auch gar nicht nötig. Es ist einfach eine künstlerisch beachtlich erzählte schöne Geschichte, fußend auf einem Bestsellerroman von Jostein Gaarder. Eine Augenweide ist auch dabei. Annie Dahr Nygaard spielt sehr gut das mysteriöse Orangenmädchen, eine überaus attraktive Darstellerin. Doch auch die Männerrollen sind passend besetzt: mit Mikkel Bratt Silset als Georg und Harald Thompson Rosenström als Georgs Vater Jan Olav."
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