| Regie | Kevin Greutert |
| Kinostart | 03.12.2009 |
Jochen Werner macht sich nichts vor. "Die Schauwerte dieses Filmes wie seiner fünf Vorgänger sind im Wesentlichen in der Faszinationskraft zerreißenden Fleisches, schmerzverzerrter Gesichter und durch Maschinen zermalmter Körper begründet, und wer nicht imstande oder willens ist, diese Faszination auf die individuelle Wahrnehmung zuzulassen, dem wird sich die Komplexität und Tragweite der unaufhaltsam expandierenden SAW-Kosmologie niemals erschließen. Über diesen Schauwert hinaus, welcher Jahr für Jahr aufs Neue den jeweils aktuellen state of the art cineastischer Gewaltdarstellung definiert, skizziert SAW VI (
) die ausgeübte Gewalt jedoch auch in ihrer letztlichen Verfehltheit."
SAW VI (
) ist mehr als nur der bekannte Torture Porn fürs intellektuelle Prekariat, findet Rüdiger Suchsland. "Kevin Greutert, Cutter der bisherigen Filme, unternimmt vor allem den Abschied vom Ekel-Horror, und die Rückkehr zu mehr Suspense und Thrill. Auch ist die Erzähl-Ökonomie in diesem Fall weitaus besser, es gibt kein ermüdendes Dauerquälen, sondern Ruhepausen. Den inhaltlichen Hintergrund dieser sechsten Variante der SAW-Formel bildet diesmal - wohl nicht ganz zufällig passend zu Obamas Anstrengungen um eine Gesundheitsreform - das US-Gesundheitssystem und ein unsympathischer Mitarbeiter einer Krankenversicherung. Wenn so einer gequält wird, bedarf es bei vielen keiner klammheimlichen Freude mehr."
Es stellt sich für Matthias Wannhoff die Frage, "ob ein Stoff in der nunmehr sechsten Auflage überhaupt noch den Ansatz einer Pointe abwerfen kann. Im Falle von SAW VI (
) findet sich die Antwort vielleicht darin, daß die Autoren den akuten Sozialhorror namens Finanzkrise – was den Film derweil in eine lange Genretradition stellt – keinesfalls ignorieren, sondern auf äußerst produktive, also blutige Weise verarbeiten: So sind es jetzt eben keine Voyeure oder Drogenwracks, denen das »carpe diem« über den apparativen Zwang zur Selbstfolter eingebläut werden soll, sondern Kredithaie sowie die Führungsetage einer Krankenversicherung, die Profit über Menschenleben stellt – was insofern ironisch ist, als der Film selbst im Grunde nichts anderes tut."
Für Zoran Gojic bietet SAW VI (
) leider nichts Neues. "Kevin Greutert, der bisher für die Montage der Saw-Filme zuständig war, führt hier erstmals Regie, kann dem Film aber auch keine frischen Impulse verleihen. SAW ist – wie so viele andere Horror-Reihen – längst zu einer zynisch kalkulierten Geldmaschine geworden. Je weniger die Fortsetzungen einbringen, desto billiger wird produziert, es bleibt immer noch genug hängen. Tob Bell, seit Teil 1 als Bösewicht dabei wirkt bereits mehr als gelangweilt von seiner Rolle und war mutmaßlich froh darum, lediglich in kurzen Rückblenden auftauchen zu müssen."
Chris Haderer zieht folgendes "Fazit: handwerklich gut gemachtes Blut- und Beuschelkino ohne nennenswerten Tiefgang - und damit ein Highlight für das einschlägige DVD-Publikum. Unser Tip: Gönnen Sie sich ein ordentliches Beef tatar zum Film - und danach zerschlagen Sie mit dem Kopf eine Flasche Uhudler."
Darf der Zuschauer überhaupt Mitleid mit einem solchen Menschen haben, fragt sich Mike Beilfuß. "Schon die aufgesetzte pseudomoralische Fragestellung disqualifiziert dieses Machwerk als übelsten Schrott: Es ist eine Sache, Sadismus zum "Kinovergnügen" zu machen; dies aber durch "Kritik" an gesellschaftlichen Missständen zu verbrämen, um einzelne Berufsgruppen als Sündenböcke umso lustvoller hinmetzeln zu können, macht SAW VI (
) noch abstoßender. Dabei nimmt sich der Film, wie alle Teile der Reihe, absolut ernst. Höchste Zeit, dass diese Geschmacklosigkeiten aufhören."
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