| Regie | Horatiu Malaele |
| Adrian Lustig | |
| Kinostart | 26.11.2009 |
Wie Maurice Lahde feststellt, vergleicht der Pressetext "den Schauplatz mit einem berühmten widerständigen Dorf im römisch besetzten Gallien. Dies trifft insofern zu, als die Kommunisten von den Römern die Rolle der Knallchargen übernehmen. Doch während man die Lage des Dorfes in jedem Asterix-Band auf einer Militärkarte exakt verorten kann, verlegt Horatiu Malaelee sein Dorf in einen kartografisch unkenntlich gemachten, märchenhaften Raum. In der Anfangssequenz, die die Fahrt der Filmleute zu ihrem Ziel zeigt, bleibt die Kamera so lange im Innenraum des Autos und auf den Gesichtern der Insassen, bis sie sich ihrem Zielort nähern."
Kerstin Decker sah dem Film seinen Willen zur Originalität an. "So weit die längst wohlvertrauten Stilmittel des osteuropäischen Dorffilms, aber das wäre gar nicht schlimm, im Gegenteil. Wenn dieser durchdringend falsche Ton nicht wäre, beinahe in jedem Gesicht, in jeder Einstellung. Lauter Typen, keine Charaktere. Wer erträgt schon ein Dorf voller Originale?"
Knut Elstermann siedelt STILLE HOCHZEIT zwischen Bauernschwank und Politdrama an. "Die Überzeichnung der Dorfbewohner als durchweg liebenswerte, schrullige Originale erklärt sich als Resultat eines vergoldeten Rückblicks auf das Verlorene, denn das illegale Fest flog auf, die Männer wurden erschossen. Ihre Frauen halten die Erinnerung wach, indem sie immer wieder an den Ort des Geschehens zurückkehren. Das neue rumänische Kino hat in den vergangenen Jahren mit einem minimalistischen Realismus von sich reden gemacht, der geradezu zum Markenzeichen geworden ist. STILLE HOCHZEIT zeigt, dass der Wirklichkeit manchmal auch mit überschäumender Phantastik beizukommen ist."
Laut Barbara Schweizerhof lohnt es sich, genauer hinzuschauen. "Von der fröhlichen Dorfhure über den gewitzten Zwerg bis hin zur verrückten Dorfschönheit scheint es in STILLE HOCHZEIT von "Balkanklischees" nur so zu wimmeln. Im Zusammenspiel mit einer Regie, die immer wieder zauberhaft leichte Momente in der Schwere der Volkstümlichkeit schafft, bekommt das Ganze jedoch einen Parabelcharakter, der seine Wirkung nicht verfehlt. Der Film erzählt nicht nur von der Hinrichtung eines Dorfes, sondern von der einer ganzen Kultur. Und die verwahrlosten Betonruinen, über die am Ende der Blick der Kamera schweift, gleichen auf makabre Weise einem lang aufgegebenen Friedhof."
Horatiu Malaeles Tragikkomödie liefere erneut den Beweis für die Vitalität der neuen Welle am Schwarzen Meer, schreibt Luitgard Koch und fügt hinzu: "Dabei setzt Horatiu Malaele bei seinem Regiedebüt STILLE HOCHZEIT fellinesk wie der serbische Regiestar Emir Kusturica, auf außergewöhnliche Bilder voller Poesie samt folkloristischer Figuren. Auch bei ihm tauchen Protagonisten mit kuriosen selbst gebastelten Apparaten auf, um am Ende - ganz im Sinne des lateinamerikanischen Realismo magico - sogar zu fliegen. Sequenzen, in denen die Grenzen zwischen Phantasie und Realität verwischen."