| Regie | Yojiro Takita |
| Kinostart | 26.11.2009 |
Thorsten Funke hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Statt einem Thema wie der Trauer um Verstorbene die wohl angebrachte Stille zu gewähren, erklingt immer wieder eine sentimentale Mischung aus Klavier- und Streichermusik, als gälte es, einem Film, dem die Traurigkeit aus jedem Korn Zelluloid spricht, noch ein blinkendes Schild in die Hand zu geben. Die betont langsam verklingenden Akkorde sind dabei natürlich nichts weniger als eine Ton gewordene Metapher für das Abschiednehmen."
Tobias Becker sah eine filmreife Überraschung. Dies "ist ein kleiner, ein leiser Film, einfach und still erzählt, eine Kinoperle. Regisseur Yojiro Takita gelingt es, das Thema Tod sensibel und dennoch lebensfroh zu erzählen, mit amüsanten und auch schwarzhumorigen Einfällen. Auf grelle Effekte verzichtet er, und so dominieren die feinfühligen Aufnahmen der Bestattungszeremonien, die vor den Augen der versammelten Angehörigen vonstatten gehen. Regisseur Yojiro Takita nimmt sich viel Zeit, sein Thema zu entfalten. Vielleicht zu viel. Denn der 130-Minuten-Film hat Längen."
Laut Detlef Kuhlbrodt erzählt der Film sehr einfühlsam von der Kunst des Bestattens und der Zeremonie des Abschiednehmens. "Manchmal sind die Hinterbliebenen glücklich, weil die Aufgebahrten so schön wieder hergerichtet wurden; manchmal endet alles in furchtbaren Streitigkeiten und gegenseitigen Vorwürfen. Allmählich kommt der Tod näher. Dass Daigos Vater die Familie verließ, als er noch ein kleiner Junge war, spielt auch eine Rolle. Dass der Film nur ganz kurz einmal in den Kitsch zu rutschen droht, ist nicht weiter schlimm.
NOKAN - DIE KUNST DES AUSKLANGS (
) wurde von den Memoiren eines buddhistischen Bestatters inspiriert. Der Film geht sehr zu Herzen und passt sehr gut in den Herbst."
Alles ist wohltemperiert in diesem Film, stellt Gerhard Midding fest. "Die sentimentale Wucht wirkt nicht selten erschlichen; zuverlässig setzt dieser wehmütige Wohlfühlfilm seinen bewegenden Höhepunkten stets noch einen Tupfer Pathos auf. Der deutsche Verleihtitel ist jedoch nicht nur smart (weil er die entmutigende Vokabel "Abschied" vermeidet), sondern sensibel gewählt. Die Aufbahrungsszenen sind das absehbare, gleichwohl berückend taktvolle Herzstück des Films. In den mit zärtlicher Kunstfertigkeit ausgeführten Ritualen halten sich Intimität und Öffentlichkeit die Waage."
Christina Tilmann entdeckt den Zauber des Film. Er entfaltet sich "vor allem in den langen, geduldigen Einstellungen, in denen die Toten gewaschen und angekleidet werden – mit manchmal sehr komischen Untertönen. Dass das Ritual auch Trauerarbeit im besten Sinne ist, dass selbst hartherzige Angehörige am Ende ihren Frieden mit dem Tod machen können, das ist die größte Lektion dieses Films, der aus der Liebe zum Detail lebt."
Daniel Kothenschulte lobt die bescheidene Eindringlichkeit des Films. "Schon die Einführung des Themas über die abgebrochene Musikerkarriere ist hinreißend. Joseph Beuys hätte es nicht treffender formulieren können: Die Neigung des Menschen, Kunst zu schaffen, ist ein Bedürfnis, das unabhängig von den etablierten Künsten existiert und nach Ausdruck ruft. Tatsächlich lernt Herr Kobayashi sehr bald, was sich mit Kunst bewirken lässt. Sogar an der Grenze zwischen Leben und Tod hilft sie noch weiter."
"Sentimentaler Mainstream" titelt Nicky Schaefer und erklärt weiter: "Yojiro Takitas Film, der auf einem Drehbuch von Kundo Koyama basiert, ist ein sentimentaler Film, der aber auch mit Humor und Musik nicht geizt. Der Film war in Japan ein Riesenerfolg; und auch die Academy konnte sich dem massentauglichen Charme des Films offenbar nicht entziehen (Oscar 2009 für den Besten Ausländischen Film). NOKAN - DIE KUNST DES AUSKLANGS (
) ist also ein durchaus typischer Oscar-Film, der Anspruch mit Mainstream-Tauglichkeit verbindet."