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AJAMI

AJAMI

Regie Scandar Copti
Yaron Shani
Kinostart 11.03.2010
Genre Drama

Kritiken • AJAMI

12. Januar 2010 | AJAMI • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Michael Kienzl sah eine pessimistische Bestandsaufnahme der interkulturellen Spannungen in Israel. "Die Stilisierung der Figuren zu Statisten in einem vom Schicksal vorbestimmten, größeren Zusammenhang spricht ihnen ihre Fähigkeit zum Handeln und damit zum Verändern ab. Da sie ohnehin Opfer äußerer Umstände sind, besteht auch keine Aussicht auf Besserung der Zustände. Streckenweise ist die Fremdbestimmtheit der Figuren und ihr vorbestimmtes Schicksal aber auch durch ihren spezifischen ethnischen, religiösen oder familiären Hintergrund gerechtfertigt. Am deutlichsten manifestiert sich das in der Figur von Omar. Allein wegen seiner Blutsverwandtschaft muss er die Fehler seines Onkels ausbaden, und seine Geliebte bleibt ihm verwehrt, weil sie Christin ist."

11. März 2010 | AJAMI • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Christina Bylow glaubt der Film nicht an Wirklichkeit, nur an Perspektiven. "Er konstruiert eine eigene Kinorealität, die der Außenwelt wenig Raum gibt. AJAMI (AJAMI Trailer) lenkt den Blick immer wieder auf Innenräume, auf die alltäglichen Gesten des Zusammenlebens. Das Viertel gleicht einem Haus, in dem - bis auf einen Grenzgänger, den Scandar Copti selbst spielt - keiner die Wohnung des Anderen kennt. Die Figuren sind dadurch keineswegs geschützt. Ihr Tunnelblick auf die Realität hat tödliche Folgen."

11. März 2010 | AJAMI • Kritik • Die Tageszeitung

AJAMI (AJAMI Trailer) arbeitet bewusst mit bruchstückhaften Informationen, um auf diese Weise einen umso komplexeren Erkenntnisprozess beim Publikum zu provozieren, behauptet Ulrich Gutmair. "Die Regisseure haben den Film als kognitive Falle angelegt, in die der Betrachter tappen muss. Der Zuschauer kann sich bei einem Erkenntnisprozess beobachten, den die erzählerische Architektur provoziert. Wer AJAMI (AJAMI Trailer) sieht, erfährt quasi am eigenen Leib, wie schnell unsere Gehirne nur fragmentarisch vorhandenen Informationen über eine Situation interpretieren und ihnen eine vermeintlich passende Geschichte zuordnen."

11. März 2010 | AJAMI • Kritik • Der Tagesspiegel

Einen ähnlich vitalen, verzweifelten Film aus Israel hat Christiane Peitz im Kino noch nicht gesehen, noch dazu von einem palästinensisch-jüdischen Regie-Duo. "Das Ergebnis ist eine Tragödie von griechischem Ausmaß, authentisch und intensiv wie ein Dokumentarfilm. Der Kampf, sagt Regisseur Yaron Shani, findet nicht zwischen Gut und Böse statt, sondern zwischen guten Menschen, die ein unterschiedliches Verständnis von dem haben, was geschieht."

11. März 2010 | AJAMI • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte entdeckt ein Vorbild: den Klassiker RASHOMON. "Nach dessen Modell beginnt die Erzählung immer wieder von neuem. Mit jedem Perspektivwechsel kommen weitere Handlungselemente hinzu, Gewalttaten wie eine Messerstecherei, der ein jüdischer Nachbar zum Opfer fällt. Doch anders als in den Sozialdramen aus den USA, L.A. CRASH und 21 GRAMM, fügen sich die Fragmente am Ende nicht zum emotionalisierenden Crescendo. Der Grundton von AJAMI (AJAMI Trailer) ist Dissonanz, jede Verklärung wäre verfehlt. Es sind die Dissonanzen einer geteilten Gesellschaft."

06. März 2010 | AJAMI • Kritik • Der Spiegel

Der Film wirkt für Ulrike Putz "ungewöhnlich glaubwürdig - wohl vor allem, weil die Hauptrollen mit Laien besetzt sind, die selbst aus diesem düsteren Milieu stammen. ... Noch nie habe ein israelischer Film so mutig den Schlamm gezeigt, in dem die israelische Gesellschaft versinke, schrieb etwa Avirama Golan in der linksliberalen Tageszeitung "Haaretz". Der Film sei zu einem Zeitpunkt für die Oscars ausgewählt worden, an dem "ein böser Geist" stärker werde und Israels arabische Bürger in eine dunkle Ecke gestoßen würden."

05. März 2010 | AJAMI • Kritik • film-dienst

Hans Messias erlebte einige "Irritationen. AJAMI (AJAMI Trailer) ist ein Film mit Langzeitwirkung, der zwar keine politische Partei ergreift, sich aber in seiner Haltung klar positioniert: Er schärft den Blick für politische und soziale Verhältnisse, gerade weil er Einzelschicksale in den Mittelpunkt stellt, keine Sympathien verteilt, keine Klischees erfüllt und keine verallgemeinernde Analyse der politischen Situation im Nahen Osten versucht. Stattdessen entwickelt er eine nahezu klassische Tragödie, die von einer übergroßen Schuld erzählt, in deren Sog es keine Zeit für Sühne zu geben scheint."

03. März 2010 | AJAMI • Kritik • schnitt.de

Julian Bauer ist begeistert. "Aufklären. Die Kamera ist aber auch nah an seinen Protagonisten: Bei zarten, flüchtigen Berührungen, bei heftigen Umarmungen, Hände, Arme, Schultern, Köpfe, bei Prügeleien. Eine ungeheure Dichte von Menschen: Araber, Israelis, Juden, Moslems, Christen. Eine Stärke des Films, die vor allem da deutlich wird, wo das Auge für Sekunden auf das Meerpanorama einer Totale blicken darf. Die Körperlichkeiten sind wichtig, denn wo das Geld fehlt oder an Wert verloren hat, zählen Körper (vor allen Dingen tote) umso mehr."

15. Februar 2010 AJAMI • Kritik • doppelpunkt.de

Martin Schwarz ist begeistert. "Ein packender Film voller Energie, bei dem Yaron Shani und Scandar Copti die Komplexität des Gezeigten noch verstärken, indem sie – nach Kapiteln geordnet – die einzelnen Handlungsstränge nicht chronologisch präsentieren. Gearbeitet wurde mit ungelernten Schauspielern von der Straße, die oft nicht wussten, was im Drehbuch steht, sondern in ihrer Rolle vor eine bestimmte Situation gestellt wurden und dann impulsiv reagierten. Das Ergebnis ist eine energiegeladene Mixtur aus Krimi und Gesellschaftsbild, hochpolitisch und emotional."

02. Februar 2010 | AJAMI • Kritik • programmkino

Michael Meyns lobt die Filmemacher. "Sie entfalten langsam ihr Figurengeflecht, bedienen sich bisweilen Sprüngen in der Zeitstruktur, bleiben stets neutral, zurückhaltend und entziehen sich jeglicher Wertung. So wirkt AJAMI (AJAMI Trailer) wie eine filmische Bestandsaufnahme der Realität. Einer Welt, in der Misstrauen, Gewalt und Rache dominieren, in der lieber schnell zurück geschossen wird, als das Gesicht zu verlieren, in der es kaum eine Hoffnung auf eine Lösung gibt. Ein beeindruckend komplexer Debütfilm, dem man einen Erfolg an den Kinokassen nur Wünschen mag."

02. Februar 2010 | AJAMI • Kritik • programmkino

Thomas Engel ist ganz aufgeregt. "Die ständig über allem liegende Gespanntheit, die lauernde Gefahr, die Gegnerschaft zwischen den Clans und den Rassen, die Unüberwindbarkeit der religiösen Gegensätze, die Versöhnungsversuche und ihr teilweises Scheitern, die einer Liebe gesetzten künstlichen Grenzen, die Armut und Geldnot – das alles ist plausibel berichtet und dramaturgisch durch einen gekonnten Schnitt zusammengeführt, so dass diese Schicksale sich treffen und überschneiden."

01. Januar 2010 | AJAMI • Kritik • Ajami

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