| Regie | Vadim Jendreyko |
| Kinostart | 28.01.2010 |
Alexandra Seitz ist begeistert. "So ist DIE FRAU MIT DEN 5 ELEFANTEN nicht nur das Porträt eines unermüdlich tätigen Geistesmenschen, sondern zugleich ein Dokument, in dem Zeugnis abgelegt wird von den Zeitläuften. Ein Film, der die Schönheit selbst schmerzlicher Erinnerungen einfängt, weil er Erinnerung als Quelle des Lebens begreift."
Hier zählt jedes Komma, meint Silvia Hallensleben. Der Regisseur "ist von der zauberhaften Dame verführt und er reicht seine Faszination überzeugend weiter; vielleicht manchmal zu ungebrochen, wenn offene Fragen und Bruchstellen mit ein paar erzählenden Sätzen aus dem Off überglättet werden. Swetlana Geiers Persönlichkeit und Arbeitsweise hätte etwas mehr auch formale Risikobereitschaft gut verkraftet. Traurig zu kurz kommt die Textarbeit selbst in zwei (mehr als humoristische Blitzlichter eingesetzten) Szenen, wo die Übersetzerin mit Hilfe geistesverwandter Adjutanten passioniert einzelne Kommata und Formulierungen in die Schreibmaschine debattiert. Schade, dass es hiervon nicht mehr gibt."
Hans Messias sah einen intellektuell ebenso erhellenden wie befriedigenden und emotional sehr ergreifenden "Dokumentarfilm, der eine Ausnahmepersönlichkeit porträtiert und zugleich vom Geschick seines Regisseurs zeugt. Übrigens sollte man keinesfalls den Nachspann verpassen, in dem sich zwischen der Übersetzerin und ihrem Hauslektor ein wahnwitziger Disput über (literarische) Pferde entspinnt: wie viele es überhaupt gibt und wie sie eingesetzt werden. Übersetzen heißt eben nicht, Wörter in eine andere Sprache zu verschieben, sondern Intentionen zu erfassen."
Isabel Rohr ist begeistert. "Mit einer überwältigenden Sanftheit empfängt einen die Welt der grossen Übersetzerin Svetlana Geier. Ihr scharfer Verstand und ihre Liebe zum Wort sind ergreifend. Während der Regisseur mit ihr ein Gespräch führt, verrichtet sie ihre alltäglichen Dinge im Haus und im Übersetzungszimmer, wo sie weiter zusammen mit ihrer Tipperin und ihrem Berater an den Texten arbeitet. Diese intelligente Frau findet wirklich Worte für fast alles, sogar den tiefen Schmerz."
Fragen "werden mit einer schwebenden Offenheit beantwortet, die genau so präzise wirkt, wie die deutschen Satzkonstruktionen, mit denen sich Swetlana Geier den russischen Sätzen Dostojewskis annähert. Und was die Frau zum Vorgang des Übersetzens sagt, ist dermassen knapp und erhellend, dass der Film allein schon aus diesem Grund zum Lehrstück wird. Ein schönes Portrait einer schönen alten Frau und gleichzeitig eines ganzen Jahrhunderts."