| Regie | Frieder Wittich |
| Kinostart | 07.01.2010 |
Für Torsten Harmsen geht 13 SEMESTER (
) schön an der Realität vorbei: "Jüngst erst haben Zehntausende Studenten bundesweit gegen Hetze, Prüfungsdruck und übervolle Lehrpläne protestiert. Professoren jammern, trauen sich aber nicht, offen aufzubegehren. Mit diesen Wandlungen beschäftigt sich der Film nicht. Dabei böten sie genügend Stoff für eine gute Tragikomödie."
Maris Hubschmid fasst die Botschaft von 13 SEMESTER (
) so zusammen: Arbeit ist nur das halbe Leben. "13 SEMESTER (
), zwar bisweilen klischeehaft, nimmt sich liebevoll der Frage nach der Life-Work-Balance mit humorvoller Ernsthaftigkeit an und macht deutlich, dass Arbeit eben nur das halbe Leben ist. Damit trifft er vor allem den Nerv derjenigen, die Momo dazu gratulieren würden, dass er noch auf Diplom studieren darf. Weil für Geschichten wie die seine, für Straucheln und Selbstfindung so bedauernswert wenig Platz ist im heutigen Hochschulsystem."
Die Unentschlossenheit der Jugend sieht Rainer Gansera in 13 SEMESTER (
). Er kritisiert, "dass er sich um die gesellschaftlichen Dimensionen des Studentendaseins keinerlei Gedanken macht, anders als jeder aktuelle Hörsaalbesetzer. Stattdessen wird der Story ein etwas zusammenhangsloses Happy End in Australien angeklebt. Wie heißt es so schön bei Tocotronic: "Michael Ende, nur du bist schuld daran / Dass aus uns nichts werden kann / Du hast uns mit deinen Tricks / Aus der Gesellschaft ausgeixt."
Stephan Knieps freut sich, dass in 13 SEMESTER (
) die Studienreform keine Rolle spielt. "Alles Zeitgeschichtliche habe man außen vor lassen wollen, sagt Regisseur Frieder Wittich im Interview mit ZEIT ONLINE. Die Bologna-Reform spielt hier für 100 Minuten keine Rolle. Wer dem Studium in seiner früheren Form nachtrauert oder es so nie erlebt hat, der wird an Wittichs Komödie Freude haben."
Die Geschichten sind "sicherlich nicht neu, die Konstellationen der Figuren nicht weiter überraschend. Doch Frieder Wittich erzählt und inszeniert frisch und unbeschwert. Er hat seinen Film mit viel skurrilem Humor, zärtlichen Aufnahmen der Unsicherheit und einer angemessenen Portion Wehmut und Melancholie ausgestattet. Stilsicher und variantenreich zeigt sich Frieder Wittich auch in der visuellen Umsetzung der Szenen, die durch zerbrechliche und verführerische Einstellungen und verspielten Einfällen die Gefühlswelt der Hauptfigur noch stärker zum Ausdruck bringen."
Dem Regisseur gelingt es, "einen angenehm komödiantischen Grundton durchzuhalten, ohne dabei je seine Charaktere zu komischen Figuren oder Klischees zu reduzieren. Spätestens wenn der Student der Wirtschaftsmathematik an einem Schneeballsystem scheitert, weil er die Mathematik der Wirtschaft nicht versteht, wird klar, wie subtil das Drehbuch gebaut ist. Am Schluss gelingt es Wittich dann auch, die einzelnen Erzählfäden überzeugend wieder zusammenzuführen."
Linksammlung zum Film.
rank van Bebber berichtet von den Dreharbeiten. "Kino trifft Wirklichkeit, hieß es bereits bei den Dreharbeiten: In den vergangenen sechs Wochen wurde die TU Darmstadt zur Kulisse für den munteren Hörsaal-Schwank. Bei der größten Massenszene spielten sich rund 600 Studenten im TU-Audimax als Komparsen selbst - für einen Kinogutschein als Lohn. Regisseur Frieder Wittich schwärmt über die Studenten: "Man muss die gar nicht groß inszenieren.""