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UNTER BAUERN

UNTER BAUERN

Regie Ludi Boeken
Kinostart 08.10.2009

Kritiken • UNTER BAUERN

08. Oktober 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • Berliner Zeitung

Rätselhaft bleibt für Katja Lüthge "die Besetzung der weiblichen Hauptrolle mit Veronica Ferres - beim Anblick dieser Frau würde wohl niemand auf die Idee kommen, sie könne eine Jüdin verkörpern. Vielleicht hat sich die reale Marga Spiegel in Zeiten der Verfolgung manchmal gewünscht, wie ein blondes, blauäugiges, deutsches Bauernmädchen auszusehen. ... Dabei wäre die maximale Unähnlichkeit zwischen Veronica Ferres und Marga Spiegel vielleicht nicht so handlungsverzerrend, wenn die Mimik der Darstellerin die schwierige Situation in irgendeiner Weise greif- und verstehbar machen würde."

08. Oktober 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • Die Tageszeitung

Als TV-Kino bezeichnet Diedrich Kuhlbrodt den Film. "Selbstverständlich verbietet es sich auch von selbst, UNTER BAUERN zu zerreißen. Seine Botschaft ist mehrfach abgesichert und abgesegnet. Zugrunde liegt eine wahre Geschichte. Aufgezeichnet von der Jüdin Marga Spiegel. - Sie selbst erscheint knapp vor dem Abspann im Bild. Ihre welke Hand hält die der arischen Bauertochter, zu der sie in der Küche in den dampfenden Badebottich gestiegen war. Hatte man der Veronica Ferres das im TV-Spiel nicht glauben mögen, so glaubt man den beiden leibhaftigen Alten im Schlussbild alles. Auch dass sie dem Team versichern, dass alles seine Richtigkeit hat. Liebenswürdig, das. Aber dreist, wie sie schlussendlich instrumentalisiert werden. Bloß - nach ihrer Liveschaltung wirkt die TV-Unterhaltung von Regisseur Ludi Boeken noch schaler, als sie bis dahin war."

08. Oktober 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker stellt die Frage aller Fragen: "Hätte Ludi Boeken seinen Fernsehfilm nicht einfach fürs Fernsehen machen können? Dann wäre nicht alles gut gewesen, nein, das nicht, aber es wäre in Ordnung. Einem Fernsehfilm darf man bloße Bebilderung zum guten Zweck nicht vorwerfen. Einem Kinofilm muss man sie vorwerfen.UNTER BAUERN ist genau wie sein Titel. Also ein wenig einfältig, überdeutlich, fingerzeigend."

08. Oktober 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das Laienspiel mit Hakenkreuz hat Michael Kohler nicht überzeugt. "Die Entwicklung der Figuren wird im Film zwar oft behauptet, aber nur zu selten inszeniert, und was die hölzernen Dialoge der Handlung an Glaubwürdigkeit übrig lassen, erledigt eine bestürzend hilflose Schauspielerführung. Trotz solider Besetzung ist UNTER BAUERN ein Laienspiel mit Hakenkreuz, das nun möglicherweise sogar zum Unterrichtsstoff befördert wird. Doch kommt es noch schlimmer: Denn so enttäuschend der Film selbst ist, wirklich ärgerlich ist das Prädikat "Besonders wertvoll", das ihm durch die Filmbewertungsstelle verliehen wurde."

08. Oktober 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • Junge Welt

Passend zum bäuerlichen Umfeld benutzt Ludi Boeken meist einen sehr nüchternen Stil, stellt Anja Trebbin fest. "Doch anstatt sich dramaturgisch auf die Haupthandlung zu konzentrieren, verliert er sich in Nebensträngen, die keine richtige Funk­tion haben, etwa wenn er zeigt, wie die Tochter mit einem HJler anbändelt. Kein Regisseur ist verpflichtet, eine autobiographische Literaturvorlage exakt ins Bild zu übertragen. Der Film ist sehenswert. Allerdings nicht wegen, sondern trotz seiner Inszenierung, die ziemlich blaß bleibt. Dafür packt Ludi Boeken den Zuschauer mit seinem Thema."

06. Oktober 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • film-dienst 21/2009

Alexandra Wach hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Dramaturgisch holprige Zuspitzungen wechseln sich in der zweiten Hälfte mit unnötigen Vereinfachungen ab, wenn das Drehbuch etwa die Tochter der Aschoffs zu einer BND-Uniform tragenden NSDAP-Anhängerin umschreibt, die sie nie war. Ohnehin tauchen fanatische Nazis nur in Gestalt von pubertierenden Jugendlichen auf; mordende SS-Einheiten erscheinen erst kurz vor Kriegsende, um Kriegsunwillige zu exekutieren. Und doch gelingt UNTER BAUERN das Kunststück, nüchtern das Drama zweier ungleicher Familien zu erzählen und emotional zu berühren. Unvergesslich bleibt das Schlussbild, wenn Marga Spiegel mild lächelnd vor der versammelten Crew posiert."

03. September 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • programmkino.de

Etwas übertrieben wenn nicht gar unnötig ist es, wie Ludi Boeken laut Thomas Volkmann zum Ende hin auf die Tränendrüse drückt. "Als wolle er seinen zwar ehrwürdigen, insgesamt aber eher undramatischen Film rechtfertigen, zeigt er zum Abspann die mittlerweile 87-jährige Überlebende Marga Spiegel und ihre couragierte Retterin Anni Aschoff am Set der Dreharbeiten im westfälischen Münsterland. Spätestens hier wird dann auch deutlich, dass Veronica Ferres und die echte Marga Spiegel zumindest äußerlich nicht viel gemeinsam haben. Mit ihr in der ersten Reihe könnte dieser Film aber doch die Aufmerksamkeit erreichen, die sich die Produktion von ihr verspricht."

03. September 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel sah einen wichtigen Film. "Das Geschehen ist umfassend dargestellt und wurde von dem niederländischen Regisseur Ludi Boeken meist spannend und Anteilnahme erweckend inszeniert. Margarita Broich als Frau Aschoff fällt durch ihr gutes Spiel auf, aber auch die übrigen Hauptdarsteller wie Veronica Ferres (Marga Spiegel), Armin Rohde (Menne Spiegel) oder Martin Horn (Bauer Aschoff) vermögen zu überzeugen."

02. September 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • br-online.de

Eine Parabel von Mut und Menschlichkeit sah Kirsten Liese. Der Regisseur "erzählt sehr bewegend, packend und authentisch, wie einige westfälische Bauern sich nicht ideologisch verblenden ließen und stattdessen Kopf und Kragen riskierten. Viele von ihnen sahen in ihrem Kardinal Clemens August von Galen, einem der wenigen kirchlichen Vertreter, die sich öffentlich dem unmenschlichen Wahn Hitlers entgegenstellten, ein moralisches Vorbild. ... Der Vorwurf einer Helden-Stilisierung der Deutschen, wie ihn Kritiker nach der Uraufführung in Locarno erhoben, erscheint daher abstrus. UNTER BAUERN ist ein wunderbarer Film über ein Stück Menschlichkeit in Schreckenszeiten."

02. September 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • br-online.de

Als bewegendes Drama bezeichnet Walli Müller den Film. "Diese Menschen sind keine Helden, die mit wehenden Fahnen für das Gute kämpfen; sie wollen schlichtweg keine Sünde begehen, die sie bei der nächsten Beichte nicht über die Lippen brächten. Gerade die Geschichte dieser kleinen Leute, die zu so "Großem" fähig waren, ist tief bewegend, weil man sich permanent fragt, wie so vielen anderen die moralischen Maßstäbe völlig abhanden kommen konnten."

02. September 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • Filmbewertungsstelle Wiesbaden

"Interessant sind ebenso zahlreiche subtile Details – beispielsweise der Wechsel in den Dialekt als Herr Aschoff über den Abschiedsabend berichtet und mitteilt, was Klemens gleich zweimal über den Kuss der Mutter "vertellt" hat. Dass der früher redselige, humorvolle Menne Spiegel in der Isolation im Versteck wahnsinnig geworden ist, veranschaulicht die große Tragik, die auch dann gegeben ist, wenn das nackte Leben gerettet werden konnte. "

01. September 2009 | UNTER BAUERN • Kritik • filmz.de

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