| Regie | Chris Miller |
| Pam Marsden | |
| Kinostart | 28.01.2010 |
Optisch grenzt sich WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN (
) selbstbewusst vom Pixar-Status-quo ab, lobt Nino Klingler. "Die Action ist haarsträubend und unendlich weit weg von den Gesetzen der Schwerkraft. Die Animationen sind simpel, mit starkem Hang zu Karikatur. Das Disney'sche Dogma der Illusion of Life legen Phil Lord und Chris Miller wesentlich freier aus als Pixar mit seinen sanften Überzeichnungen. Der hyperaktive Inselpolizist Earl bewegt sich nur saltospringend durch die Gegend, Flints Vater ist eigentlich eine einzige, zweiflerische Augenbraue, und der unersättliche Bürgermeister wird irgendwann unfassbar fett. Was die Figuren durch solche Hyperstilisierung an Komplexität einbüßen, gewinnen sie an charakterlicher Schärfe."
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Katja Lüthge sah "eine sehr US-amerikanische Sicht auf Essbares. Passend zu den hyperrealistischen Hintergründen zeigt man sich bei der Kreation der Speisen detailversessen, Gurkenscheibchen und herausquellender Ketchup fliegen dem Zuschauer entgegen. Im Gegensatz dazu sind die Figuren sowohl in ästhetischer und dementsprechend auch in charakterlicher Hinsicht weniger subtil angelegt: Sie sind, was sie zu sein scheinen. ... Trotz des rasanten, chaotisch-heiteren Treibens und vieler schöner visueller Einfälle hat die Geschichte vom tückischen Schlaraffenland ihre Längen."
Die Ambivalenz zwischen kindlicher Glücksfantasie und Horrorfilm gehört durchaus zu den interessanten Seiten von WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN (
), lobt Dirk Knipphals. "Der Film bietet wunderbaren Anlass, sich in Nahrungsmetaphern zu ergehen, von Kalorienbomben zu sprechen oder vom gefundenen Fressen, von einer zuckersüßen Geschichte, der durch Moralin ein wenig Säure zugesetzt wird. Aber keine Sorge, eine Botschaft, die über "Gier wird bestraft" hinausgeht, gibt es nicht. Man kann sich an den originellen Figuren, den spritzigen Dialogen und den optischen Einfällen erfreuen, die voller Verweise auf die Filmgeschichte stecken."
Sicher wären ein paar spektakuläre Effekte weniger mehr gewesen, stellt Katharina Zeckau fest. "Aber zum Glück kommen in „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ auch die klassischen erzählerischen Tugenden zu ihrem Recht, etwa in Form witziger Dialoge. Und schön entwickelt sind gerade die Nebenfiguren ... An die emotionale Tiefe des großen Konkurrenten Pixar, herzzereißende Figuren wie den einsamen Roboter WALL-E (
) oder den knurrigen Carl Fredricksen aus OBEN (
), reichen Geschichte und Protagonisten freilich nie heran."
Michael Meyns ist überaus angetan. "Flint lernt im Verlauf des Films seine Lektionen, lernt Demut und die Kraft der Familie und des Zusammenhalts kennen, vor allem aber erlebt er ein großes Abenteuer. So wie der Zuschauer, der – nicht zuletzt in der 3D-Version des Films – Bilder zu sehen bekommt, wie man sie im Kino noch nicht gesehen hat: Ein Tornado aus Spagetti, kampflustige Gummibärchen, eine Lawine aus Essensresten. Allein diese visuelle Originalität würde WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN (
) aus der Masse der Filme herausheben. Ein richtig guter Film wird er aber dadurch, dass er sich nicht auf die Kraft der Bilder verlässt, sondern eine witzige Geschichte mit liebenswerten Charakteren und einer Unzahl origineller Einfälle erzählt. Schade, das Hollywood solche Klasse nicht öfter gelingt."
Claudia Puig ist durchaus angetan über die bezaubernde und komisch absurde Story und deren subtile Botschaften. Sie sind anspruchsvoller als so manches, was der Zuschauer normalerweise von Animationsfilmen geboten bekommt. In den letzten 15 Minuten geht der Film allerdings zu weit. Die Kinder waren mit dem Finale überfordert.
Roger Ebert ist die ganze Sache zu bunt. Alles wirkt etwas überladen, dadurch etwas süßlich und auch lächerlich.
WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN - Offizielle Website
WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN - imdb.com
WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN - moviepilot.de
WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN - critic.de