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ES KOMMT DER TAG

ES KOMMT DER TAG

Regie Susanne Schneider
Kinostart 01.10.2009
Genre Drama

Kritiken • ES KOMMT DER TAG

09. Juli 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Sascha Keilholz sah einen Film über den Trennungsstrich. Die Filmemacher konzentrieren sich "sehr auf eine fast theatrale Anordnung. Gerade im Eingangsmonolog und im Spiel Kathrina Schüttlers zementiert sich dieses Konzept. Dem liegt allerdings nichts Angestrengtes zugrunde. Ganz im Gegenteil: Das unterschiedliche Spiel Katharina Schüttlers und Iris Berbens betont die Andersartigkeit ihrer Charaktere. Die völlige Konzentration auf den im Spiel aufgehobenen Konflikt geht einher mit der weitestgehenden räumlichen Beschränkung auf das Weingut."

01. Oktober 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell beschäftigt sich ausführlich mit der Toskana-Armee-Fraktion. "Das ­deutsche Kino bedient sich im Umgang mit der RAF vor allem medialer Ressentiments und der Annahme, eine Fraktion zu meinen, aber für eine ganze Generation zu sprechen."

01. Oktober 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • Die Tageszeitung

Sophie Fehrenbach hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Die Fallhöhe in Susanne Schneiders Film entsteht nicht aus dem Dissens zwischen einer politischen Mütter- und einer unpolitischen Töchtergeneration, sondern aus der obsessiven Suche nach der wahren leiblichen Mutter. Erlösung scheint in diesem Drehbuch erst möglich, wenn die Mutter ihre Schuld angenommen hat. Anders als in der Geschichte der RAF vollzieht sich der "Tag der Wahrheit" ohne Schüsse, läuft vielleicht alles auf die Wunschformel des Zeitgeistes hinaus: auf eine Art therapeutischen Konsens."

30. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • Der Spiegel

Laut Christian Buß stellt der Film den ernsthaften Versuch dar, den Deutschen Herbst aus dem Hier und Jetzt zu verhandeln. "Egal ob Opfer- oder Täterkind - dem öffentlichen Krieg, den einst die Alten mit anzettelten, haben die Jungen nur noch einen höchst privaten Terror entgegenzusetzen. Vielleicht aber machen die Kids bloß auf ihre Art mit einem alten Leitsatz des linken Widerstands ernst: Das Private ist politisch. Das wäre doch eine geradezu süße Rache an der Elterngeneration. Denn natürlich sind diese brachial geführten Auseinandersetzungen in der kleinen sozialen Zelle namens Familie, so wie sie jetzt die allerjüngste Generation von RAF-Filmen zeigt, radikalisierte Stellvertreteraktionen für eine Diskussion, die in der Öffentlichkeit immer noch schleppend und schamvoll geführt wird: Wo waren Sie, als in Deutschland gemordet wurde?"

30. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • Der Tagesspiegel

Viel bundesdeutsche Zeitgeschichte wird hier für Jan Schulz-Ojala verarbeitet, "viel Umwandlungsarbeit des Politischen ins Private, allerhand konfrontative Dialoge auch – jede Menge eigentlich raschelndes Drehbuchpapier. Aber eine Zeitlang machen die beiden, unterstützt durch die fein gesetzte Kamera (Jens Harant), subtil zurückhaltende Musik (Andreas Schäfer, Biber Gullatz) und eine Montage (Jens Klüber), die Aufregungen wie Auslassungen vorzüglich zu kombinieren weiß, das Allerbeste draus: ein Duell, das nicht lange auf Regeln beharrt, ein schmerzhaftes Duett, das beider Ähnlichkeiten in der Härte und im Verletzlichen herauskehrt, schließlich das unabwendbare Drama. Denn mit einer Lebenslüge lässt sich nicht wirklich leben, mit der Wahrheit allerdings noch viel weniger."

30. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit der Hauptdarstellerin Iris Berben sprach Christina Tilmann über politischen Widerstandsgeist, das Erbe der Achtundsechziger und Schwarz-Gelb

30. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • Deutschlandradio

Hannelore Heider vergleicht den Film mit anderen zum gleichen Thema. "Der Film zielt nicht auf Eindeutigkeit. Die Argumente dürfen vorgebracht werden, wirklich diskutiert werden sie nicht und damit geht der durch seine leidenschaftlichen Darstellerinnen auch bestechende Film in der Bewertung des gesellschaftlichen Phänomens nicht über Filme wie Volker Schlöndorffs Die Stille nach dem Schuss oder Christian Petzolds Die innere Sicherheit hinaus."

30. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • Deutschlandradio

Jörg Taszman hat der Film überzeugt. "Nicht nur das Aufeinandertreffen von Iris Berben mit der ebenfalls sehr überzeugenden Katharina Schüttler als erwachsene Tochter Alice macht ES KOMMT DER TAG zu einem starken Film, sondern vor allem, wie subtil und ausgewogen die Regisseurin Fragen nach Schuld und Sühne stellt, nach dem Recht, sich noch einmal ein neues Leben aufzubauen. Und sie zeigt, dass unter den gutgemeinten Idealen, die in Gewalt mündeten, die Angehörigen, die Familie und vor allem auch die Kinder (sehr überzeugend Sebastian Urzendowsky) bis heute leiden."

29. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • schnitt.de

Daniel Bickermann ist begeistert. "Besonderes Lob verdient sich auch Kameramann Jens Harant, der vor allem am Licht interessiert scheint, genauer: anfangs am gleißenden Gegenlicht, das die Figuren umschließt, sie aber nicht erhellt; später am Morgenlicht, das das fahle Bild von innen heraus leuchten läßt; und auch an der Perspektive, an den niederdrückenden Himmeln, die einzustürzen drohen. Wenn alles gut läuft, muß die Autorin und Regisseurin nur noch draufhalten: Momente wie der, in dem sich Iris Berben und Katharina Schüttler in einem Spiegel als verwandte Seelen erkennen, sind großes Filmemachen."

28. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • br-online.de

Das Fazit von Tamara Danicic lautet wie folgt: "Vor der Fassade der RAF-Vergangenheit entwirft Susanne Schneider in ihrem Regiedebüt ein Mutter-Tochter-Drama, in dem keine der beiden Hauptfiguren von ihrer eigenen Wahrheiten abrückt. Damit manövriert sich die Geschichte aber letztlich in eine Sackgasse."

20. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • film-dienst 20/2009

Alexandra Wach hätte etwas mehr erwartet. "Im Verlauf der von Hasstiraden, Vorwürfen und abgehangenen Polit-Floskeln geprägten Konfrontation verliert der Film jedoch zunehmend an analytischer Aussagekraft und begnügt sich mit einer fast kammerspielartigen Dramaturgie, die Iris Berben und Katharina Schüttler zwar genug Raum zum eindrucksvoll kontrastreich angelegten Spiel bietet, ansonsten aber allzu vorhersehbar auf einen Höhepunkt zusteuert, der statt einer wirklichen Aussprache nur tränenreiches Geschrei bietet. Dass daraus dennoch keine Ablehnung des Films entsteht, liegt an seinem konsequent privaten Blickwinkel auf eine verunsicherte Generation."

10. September 2009 | ES KOMMT DER TAG • Kritik • br.online

Margret Koehler schreibt über das Schauspielerinnen-Duell Folgendes: "Vor allem Iris Berben geht an die Grenzen, wenn sie versucht, ihr Handeln zu rechtfertigen, ihr Familienglück verteidigt und im Innern weiß, es kommt der Tag (2009) (es kommt der Tag (2009) Trailer) sich zu stellen. Katharina Schüttler liefert eine "tour de force" ab, wenn sie ungerührt ihren Kreuzzug durchzieht, anderen Leid zufügen möchte, weil sie gelitten hat. Allerdings wird es aufgrund ihrer rachsüchtigen und egozentrischen Art für den Zuschauer mehr als schwer, ein Fünkchen Sympathie für Alice zu empfinden."

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