ALICE IM WUNDERLAND

film-zeit Film: ALICE IM WUNDERLAND
Regie Tim Burton
Kinostart 04.03.2010
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Inhalt • ALICE IM WUNDERLAND

Alice ist nicht mehr ein kleines Mädchen, sondern bereits ein Teenager; sie ist 17 Jahre alt und kann sich an ihren ersten Besuch im Wunderland gar nicht mehr erinnern. Eines Tages will ihr ihre Familie verkünden, dass sie heiraten soll. Das gefällt ihr gar nicht, also reißt sie aus und findet sich mit dem weißen Kaninchen im Wunderland wieder. Hier besucht sie jene wundersamen Figuren, die sie schon beim ersten Mal gesehen hat.

Kritiken • ALICE IM WUNDERLAND

03. März 2010 | Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Robert Zimmermann hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Nur – und das mag ein Manko von Tim Burtons Film sein – sollte man die literarischen Vorlagen kennen, um sich im quietschbunten Universum zurechtzufinden. Wobei es schon in den Büchern Carrolls nicht eigentlich ums Verstehen ging. Denn für das literarische Oeuvre des viktorianischen Mathematikers, Fotografen und Geistlichen ist die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten, Assoziativen und Proto-Absurden kennzeichnend. Und das ist etwas, was Tim Burton durchweg beherrscht und kongenial visualisiert hat."

04. März 2010 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liebevoll nennt Peter Körte den Film. "Tim Burton lässt seiner Liebe zum Hybriden freien Lauf, so dass die Grenzen zwischen Computeranimation, Puppentrick und realen Schauspielern verwischen; anders als bei visuellen Grobmotorikern wie Peter Jackson ist da diese wunderbare Hinwendung zum unscheinbarsten Detail. Da schillert das Auge der rauchenden blauen Raupe hinterm Monokel, und die Momente, in denen sich die Grinsekatze entmaterialisiert, um nur einen feinen grauen Nebel zu hinterlassen, versetzen einen in kindliches Staunen."

04. März 2010 | Kritik • Die Süddeutsche Zeitung

Wer so viel Geld ausgegeben hat, muss laut Susan Vahabzadeh "auch Vorgaben erfüllen, die das Einspielergebnis sichern sollen: Actionszenen, Monster und ein großer Showdown müssen her. Das wirkt dann allerdings wie ein Fremdkörper im Film, nicht inspiriert, sondern abverlangt. Vielleicht muss man darüber hinwegsehen, sich dem Rest anvertrauen, in der Hoffnung, nur das Gefühl übrig zu behalten, das Carroll seinen Lesern wünschte: Aufzuwachen an einem Sommermorgen, und eine Freude zu empfinden, die der Traurigkeit ganz nah ist."

04. März 2010 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Vor allem der Geist von C. S. Lewis' "Narnia" streift wie eine Pest durch Tim Burtons Wunderland und vertreibt Phantasie und Leichtigkeit, schreibt Daniel Kothenschulte. "Tim Burtons ALICE IM WUNDERLAND (film-zeit Trailer: ALICE IM WUNDERLAND) ist wirklich ein Augenschmaus und seinem Zielpublikum wärmstens empfohlen. Aber es ist eine geschlossene Gesellschaft, in aller Perfektion kaum weniger erschreckend als das spießige England der Rahmenhandlung."

03. März 2010 | Kritik • Der Spiegel

Das Update tut dem Kinderbuchklassiker mehr als gut - und hat dazu noch einen tollen Johnny Depp zu bieten, lobt Hannah Pilarczyk. "Wie bei seinem Captain Jack aus dem FLUCH DER KARIBIK gelingt ihm als verrückter Hutmacher das Kunststück, die Figur sowohl am Rande des Wahnsinns als auch des Tuntenklischees vorbeischrammen zu lassen - ohne jemals abzustürzen. ... Tim Burton, Johnny Depp, Linda Woolverton, Alice und das 21. Jahrhundert - das ist ab sofort die perfekte Kombination."

03. März 2010 | Kritik • Berliner Zeitung

Die Bilder sind zauberhaft, wunderschön, verwunschen - sie haben all die beunruhigenden Qualitäten, die der umgedeuteten Geschichte fehlen, schreibt Anke Westphal. "Und das liegt nicht an den 3-D-Effekten; Tim Burton wäre auch ohne die ausgekommen. Sein "Unterland" wäre auch so jene verschattete Geisterwelt geworden, eine Gefahrenzone voller hinreißend wunderlicher Figuren, meist von Nebeln überwabert, aber bedrohlich auch, wenn helles Licht die Szenerie flutet. Vielleicht hätte sich Lewis Carroll auch über Tim Burtons Bilder gewundert. Aber immerhin gibt es da etwas zu wundern."

03. März 2010 | Kritik • Die Tageszeitung

Das Subversive der Geschichte kommt für Claus Löser zu kurz. "Wenn Alice verschiedene Mittelchen einnimmt, um größer und wieder kleiner zu werden, zeigt die Technologie - durchaus eindrucksvoll -, was sie heute rechnergestützt so alles kann. Die Fantasie der Zuschauer kommt dabei fast zwangsläufig viel zu kurz. Denn diese unausgesetzte Demonstration des technologisch Möglichen, die den gesamten Film über vorherrscht, lässt einfach keinen Raum mehr für individuelle Imagination."

03. März 2010 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Bei diesem 3D-Film ist es für Daniel Kothenschulte nicht mehr möglich zu sagen, ob es sich um einen Realfilm oder einen Trickfilm handelt. "Tim Burton bewegt sich in Carrolls Buch, als sei er zu Besuch in Disneyland. Viele Szenen sind direkte Imitationen des Disney-Zeichentrickfilms von 1951. Raupe, Grinsekatze, Haselmaus: Wäre der Disneykonzern nicht auch Koproduzent, Tim Burton könnte sich vor Plagiatsklagen kaum retten. Nicht nur, dass die Figuren genauso aussehen wie bei Disney, eine Szene wie die "verrückte Teeparty" übernimmt auch die mise-en-scène des Klassikers bis ins Detail. Und das sind noch die besten Szenen seines Films."

03. März 2010 | Kritik • Die Presse

Christoph Huber sah eine der buntesten und üppigsten Versionen des Stoffes – und eine der geistlosesten. "Lewis Carrolls originale Alice setzte ihre Vorstellungskraft ein, um die Langeweile zu überwinden: Tim Burtons Alice langweilt, weil es an Imagination jenseits farbenfroher Computerspiellandschaften fehlt. Die Odyssee von Alice führt nicht zu fantastischen Höhenflügen, sondern ist Plattform einer platten Parabel: ein lautes Action-Abenteuer um pseudofeministische Selbstverwirklichung im konservativen Korsett. (Ist es Zufall, dass Disneys einstiger Plötzlich Prinzessin!-Star Anne Hathaway als gute Weiße Königin eingreift?Ihre exzentrische Darstellung ist jedenfalls origineller, als es der Film verdient.)"

03. März 2010 | Kritik • gunnargeller.de

Der Film ist laut Gunnar Gellar gehörig schiefgegangen. "Zwar sind da eine Menge hübscher visueller Einfälle zu besichtigen, wie man sie erwarten konnte und die Verbindung von Live-Action und Animation funktioniert besser, denn irgendwo je zuvor, nur sind leider Witz und Verspieltheit der Vorlage vollständig auf der Strecke geblieben. Die episodische Struktur musste einer Standardfantasyhandlung weichen, die so unfassbar öde ist, dass ich eine Zeit lang hoffte, dass sei nur eine Finte, eine ironische Geste, die sagen will: Seht her, so blöde sind vergleichsweise die Narnia-Eragon-Kompass-Filmplots."

02. März 2010 | Kritik • Die Welt

Zur Überraschung von Matthias Wulff gibt Tim Burton diesem eiskalten Märchen ALICE IM WUNDERLAND (film-zeit Trailer: ALICE IM WUNDERLAND) eine Seele. Er "nutzt die Technik nicht als brandneues Spielzeug, sondern um die Figuren lebendiger zu machen. Irgendwann während des Films verrutscht beim Zuschauer die Grenze zwischen Schauspielern und Trickfiguren; sie vermengen sich zu einem großen Ganzen. ... Wenn Tim Burtons Film außer großartiger Unterhaltung - was allein schon ein seltenes Kunststück ist - noch eine Botschaft zu bieten hat, dann ist es sicherlich eine Verteidigung der Verschrobenheit, ein Plädoyer für die Fantasie."

02. März 2010 | Kritik • outnow.ch

"Die eigentliche Hauptrolle spielt das (W)Underland selbst, mit seinen farbenfrohen Figuren und liebevoll arrangierten Kulissen und Kostümen. Leider merkt man, dass der Film in 2D gefilmt und erst nachträglich ins 3D-Format umgewandelt wurde, denn nur vereinzelt wirkt der Tiefeneffekt wirklich gut. Die starken Aspekte des Filmes überzeugen nämlich auch in 2D: sympathische Charaktere, perfekt gewählte Stimmen, gruslig-schöne Landschaften und clevere Wortspielereien. Herausgekommen ist ein Film, der zwar nicht perfekt ist, aber visuell überzeugt und die Emotionslosigkeit anderer Alice-Verfilmungen durch gute Unterhaltung, schräge Figuren und herrlich schöne Details ersetzt. Eine stärkere, fantasievoller umgesetzte Alice gab's bisher wohl noch nicht."

01. März 2010 | Kritik • Der Tagesspiegel

Vielleicht war Tim Burton zu sehr damit beschäftigt, seinen Film auszustatten, kritisiert Sebastian Handke. "Er hat viel Burtoneskes eingebracht, sein Faible für Gothic Horror und Groteske etwa, oder seine Interpretation der weißen Königin (angelehnt an Englands Fernsehköchin Nigella Lawson): Sie hat genauso einen Schlag weg wie ihre tyrannische Schwester. Überhaupt gibt es viele Details, an denen man sich erfreuen kann. Aber sie sind nur Zutaten für das große Disney-Burton-Maché; was fehlt, sind Herz, Poesie und Leidenschaft, wie man sie aus seinen frühen Filmen kennt."

01. März 2010 | Kritik • Der Tagesanzeiger

Christoph Schneider sah einen sinnlichen Überfall in 3D. "Zu viel dreidimensional auf uns eindrängender Symbolgehalt. Zu viel Lust, aus dem Wunderland einen Erlebnispark der effektvollen Halluzinationen zu machen. Zu viel Archetypisches in Jabberwocky und Bandersnatch, die im Original doch nur zwei Nebenungeheuer aus gespinsthaften Klängen waren. Am Ende (man sagt das in einer Filmkritik aber mit schlechtem Gewissen) zu viel neobarocke Macht des Kinos über den federnden Charme der Literatur."

28. Februar 2010 | Kritik • f.lm

Stefan Höltgen ist durchaus angetan. Tim Burton wiederholt "vieles schon Dagewesene aus seinem vorherigen Werk; der Film ist aber auch genau deshalb ein "echter Burton", weil er das fantastische Universum um einen Aspekt erweitert. Dass er dabei trotz immer größerer Budgets und Staraufgebots seiner Handschrift stets (sieht man einmal von PLANET DER AFFEN (2001) ab) treu geblieben ist, könnte man ebenfalls schon als eine beachtenswerte Leistung sehen. Wie um dies zu bestätigen, steht von Tim Burton demnächst ein Remake eines seiner ersten Kurzfilme (Frankenweenie) auf dem Programm."

19. Februar 2010 | Kritik • Die Presse

Kurz nach dem Kinostart will Disney Tim Burtons ALICE IM WUNDERLAND (film-zeit Trailer: ALICE IM WUNDERLAND) auf DVD herausbringen. Einige europäische Kinoketten haben angekündigt, den 3D-Film mit Johnny Depp zu boykottieren.

02. Februar 2010 | Kritik • Filmbewertungsstelle Wiesbaden

"Überaus gelungen und überzeugend ist die Mischung aus bestem englischen Kostümkino und tricktechnischen Komponenten, die ein wahrhaft einzigartiges Wunderland erschaffen und zu einem visuellen Highlight verschmelzen. Dass die technische Umsetzung hierbei nicht zum Selbstzweck gerät, ist eine der Stärken des Films. Ein cineastischer Genuss, der trotz sehr freier Interpretation den Geist des Buches wie eine Essenz einfängt und in traumhaft fantasievollen Bildern auf der Leinwand zum Leben erweckt."

01. September 2009 | Kritik • moviepilot.de

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