| Regie | Jonas Elmer |
| Kinostart | 26.11.2009 |
In der Romantic Comedy NEW IN TOWN (
) verortet Filmkriter Michael Kienzl ein Stück Sozialkritik: "Angesichts der zurückhaltenden Stilisierungen von New in Town scheint es nur konsequent, dass sogar ein Stück soziale Realität Einzug in das sonst so realitätsferne Genre erfährt. Als die Fabrik für Lucys Firma plötzlich nicht mehr profitabel ist, soll sie geschlossen und sämtliche Arbeiter auf die Straße gesetzt werden.Im letzten Augenblick gelingt es Lucy und den Bewohner New Ulms mit einer völlig unplausiblen Wendung doch noch, alles zum Guten zu wenden. In der märchenhaften Welt einer Romantic Comedy lässt sich durchaus darüber hinwegsehen, dass mit einem Geheimrezept für Tapioka-Pudding gegen Stellenabbau und Wirtschaftskrise getrotzt wird. Nur zu dumm, dass die Welt von New in Town gar nicht so märchenhaft ist."
Wieder einmal macht eine romantische Hollywood-Komödie Karrierefrauen lächerlich, kritisiert Anke Westphal. "Wer sich an diesen wesentlichen Ärgernissen nicht stört, wird seinen Spaß haben in diesem Film, etwa wenn Lucy stockbesoffen von einer Veranda kippt oder mit ihren hohen Absätzen in einem Trittgitter der Werkhalle hängen bleibt. Tatsächlich gibt es aber auch einen richtig guten schlechten Witz in NEW IN TOWN (
): Ob sie Jesus schon gefunden habe, wird Lucy von ihrer neuen Sekretärin gefragt. Sie habe gar nicht gewusst, dass der überhaupt vermisst werde, antwortet Lucy - und lacht sich halb tot."
Margret Koehler nennt NEW IN TOWN (
) eine triviale Story: "Die Geschichte ist schnell voraussehbar – zwischen dem kantigen Typ im Flanellhemd und der zickigen Großstadtpflanze in High Heels muss es nach einigen Problemchen prickeln." Einen positiven Aspekt kann sie dem Film trotzdem abgewinnen: "Dieses "Alles wird gut"-Märchen mit peinlichen Klischees aus der Mottenkiste lässt sich nur durch "Bridget Jones" Renée Zellweger ertragen."
Die Handlung von NEW IN TOWN (
) könnte reizvoll sein, leider ist er jedoch ziemlich unrealistisch und verlogen, so urteilt Holger Römers: "Obwohl sie ihre Jobs in Gefahr wissen, begegnen die Arbeiter der neuen Fabrikleiterin mit offenen Unverschämtheiten und plumper Sabotage. Dazu passt, dass in einer Rahmenhandlung ein paar lokale Klatschweiber bis zum Schluss so naiv und einfältig gezeichnet werden, wie sie der Protagonistin in ihrer anfänglichen Blasiertheit erschienen. Wie verlogen das alles ist, macht dennoch erst der Abspann klar: Er verrät nämlich, dass dieser Film, der vordergründig um den Erhalt von Arbeitsplätzen im amerikanischen Herzland besorgt ist, des betriebswirtschaftlichen Kalküls wegen in Kanada gedreht wurde."
Kerstin Germund zufolge suggeriert NEW IN TOWN (
) einen "Appell an moralische Werte", weil "Karriere und Einsamkeit in Zeiten materialistischen Denkens ganz nah beieinander liegen." "Daß dieser Zustand aber kein anhaltender sein muß, wenn man bereit ist, seine Prioritäten zu setzen und nicht zu stolz ist, Hilfe anzunehmen, wenn man sie braucht. Es ist das Zusammenspiel von Geben und Nehmen, von kulturellen und gleichzeitig witzigen Mißverständnissen und dem Einhalten von Traditionen, das diesem Film Leben einhaucht."
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