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TANNÖD

TANNÖD

Regie Bettina Oberli
Kinostart 19.11.2009

Kritiken • TANNÖD

05. November 2009 | TANNÖD • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

TANNÖD (TANNÖD Trailer) ist aufgebaut wie ein gewöhnliches Whodunnit, schreibt Michael Kienzl. "Auch wenn es um weniger subtile Effekte geht, bedient sich Bettina Oberli typischer Stilmittel des Horrorfilms. Gleich mehrmals sieht man die Protagonistin durch ein unheimliches Bauernhaus mit knarzenden Dielen streifen, während im Hintergrund ein Schatten vorbeihuscht, der sich im nächsten Augenblick schon als harmlos erweist. Trotzdem versucht der Film krampfhaft mehr zu sein als ein reiner Genrebeitrag. Wenn Bettina Oberli in RASHOMON-Manier die Rückblenden der Dorfbewohner gegeneinander ausspielt und immer wieder auf die Bigotterie und inzestuösen Beziehungen verweist, setzt sie Erwartungen für eine sozialkritische Ebene, zu der es nie kommt."

19. November 2009 | TANNÖD • Kritik • Der Tagesspiegel

Hier muss ausnahmsweise mal kein Erzählballast abgeworfen werden, stellt Julian Hanich fest. "Es gibt beeindruckende Momente. Insbesondere in den Naturaufnahmen des nassdunkel wogenden Waldes und der raureifkalten Felder schimmert jene schaurige Stimmung hindurch, die den Film hätte dominieren sollen. Und auch die vitalen Auftritte Monica Bleibtreus – sechs Monate nach ihrem Tod – heben den Film auf ein anderes Niveau. Gerade in diesen Ausnahmemomenten aber drängt sich die Frage auf: Warum mussten die Filmemacher Fallgruben ausheben, in die sie dann selbst stürzten?"

19. November 2009 | TANNÖD • Kritik • Der Westen

Weniger Gespür zeigt die Regisseurin mit der Charakterisierung der Menschen, kritisiert Arnold Hohmann. "Die Verachtung, die die Regisseurin diesem Menschen entgegenbringt, färbt auch auf ihre Haltung den Dorfbewohnern gegenüber ab. Sie nimmt sich nicht einmal Zeit, ein Gefühl für die 50er-Jahre aufkommen zu lassen, so sehr ist sie mit dem Denunzieren der Menschen beschäftigt. Dumpf erscheinen sie, stets gewaltbereit, auf eine aggressive Art verschwiegen. Das Lebensumfeld der Dörfler erscheint als Horrorraum, in dem der heuchlerische katholische Geistliche wie der leibhaftige Gottseibeiuns plötzlich im Wald erscheint. Verständnis für den Missbrauch 15-jähriger Töchter hat er noch dazu: "Vor Gottes Augen ist das alt genug.""

19. November 2009 | TANNÖD • Kritik • Junge Welt

Als schaurig bis schlumpfig bezeichnet Richard Oehmann TANNÖD (TANNÖD Trailer). "Damit die Figuren auch sonst schön undeutlich bleiben, wird viel mit der Kamera gewackelt. Aufgewühltheit soll das vermitteln und Spannung erzeugen. Drum schreitet Kathrin mit durchaus bangem Blick durch den schaurigschlumpfigen Märchenwald. Für den Betrachter im Kino indessen bleibt dieses ganze Sittengemälde allenfalls skizzenhaft. Immerhin: Die Top Ten der schlimmen Provinz-Zutaten sind in diesem heimatlosen Heimatfilm komplett vertreten."

19. November 2009 | TANNÖD • Kritik • schnitt.de

Werner Busch hat einiges vermisst. "TANNÖD (TANNÖD Trailer) ist kein Kriminalfilm. Aber ein Drama sollte es doch allemal sein: inzestuöse Beziehungen, Neid, Mißgunst, dumpfes Dörflertum in einem zum Ersticken engen Sozialgeflecht, die Verdrängungsmentalität der 1950er, etc. pp. Aber hier ist der Film noch etwas platter als das Buch, bis zur völligen Unglaubwürdigkeit. Es zeigt sich, daß der Film seiner Vorlage nicht treu bleibt. Nicht treu bleiben will. Denn der Roman besticht vor allem durch seine radikale Verweigerungshaltung. Die will der Film zwar nicht völlig aufgeben, will aber dennoch risikofreie Spielfilmware sein."

19. November 2009 | TANNÖD • Kritik • Die Tageszeitung

Best-of aller Provinzklischees titelt Dirk Knipphals. "Für einen wirklich ethnologischen Blick ist das alles zu ungenau, für einen wirklichen Thriller fehlt die Dramaturgie. Vor allem: Man kennt fast jede Einstellung aus dem "Tatort", wenn es die Kommissare mal aufs Land verschlagen hat und Lokalkolorit eingefangen werden soll. Dann knackt es unheimlich im Gebüsch. Im Wirtshaus trinken rotgesichtige Männer Schnaps. Am Küchentisch wird erst gebetet, dann Eintopf gegessen. Auf der Dorfstraße gucken alte Frauen skeptisch Neuankömmlingen hinterher."

19. November 2009 | TANNÖD • Kritik • Berliner Zeitung

Peter Uehling bezeichnet TANNÖD (TANNÖD Trailer) als erlesenen Heimatfilm, aber er ist auch " ein Heimatfilm ohne künstlerische Konsequenz. Er bietet erlesene Bilder auf und großartige Schauspieler. Er gibt eine Ansicht der Vergangenheit und verweigert historische Tiefenschärfe. Er stellt Thesen auf und belegt sie mit rauschenden Tannen. Seine große visuelle Sinnlichkeit rückt ihn in die Ferne. Er betrifft uns nicht."

19. November 2009 | TANNÖD • Kritik • Neue Züricher Zeitung

"Wie ein Schattenriss zu den heiteren DIE HERBSTZEITLOSEN (DIE HERBSTZEITLOSEN Trailer) untersucht TANNÖD (TANNÖD Trailer) – getragen von einem starken Schauspielerensemble rund um Monica Bleibtreu in einer ihrer letzten Rollen – die dunklen Seiten des Dorflebens; der Film vermisst damit eine Situation des huis clos, in dem alle von Ausbruch träumen und niemand den Schritt nach aussen wagt. Nur die scheinbar unbelastete Figur der Kathrin ergreift zum Schluss erschüttert die Flucht, aber da trägt auch sie das fatale Virus des Wegschauens und Verschweigens bereits in sich."

16. November 2009 | TANNÖD • Kritik • br-online.de

Etwas mehr hätte es laut Walli Müller sein können. "Keine schlechte Bestseller-Verfilmung also; nur etwas mehr Subtilität hätte man sich eben gewünscht. Wenn sich völlig unmotiviert alle Verdächtigen um ein Lagerfeuer versammeln und die Schuld-Frage erörtern, wirkt das verkrampft und bühnenhaft. Bettina Oberlis TANNÖD (TANNÖD Trailer)-Verfilmung ist im Ansatz gelungen, aber nicht restlos stimmig. Die atmosphärische Inszenierung, die präzise Charakterzeichnung, das psychologische Puzzle-Spiel leiden zuweilen etwas an der Geschwätzigkeit des Drehbuchs."

14. November 2009 | TANNÖD • Kritik • film-dienst

Alexandra Wach ist enttäuscht. "Nur Monica Bleibtreu setzt einen Kontrapunkt: Als verhasste Kassandra stiftet sie in der Dorfkneipe Unruhe, spricht unangenehme Wahrheiten aus und setzt sich in ihrer letzten Kinorolle mit einer atemberaubenden Wut im Bauch selbst ein Denkmal. Und dann ist auf einmal auch der Sog wieder da. Das liegt nicht zuletzt an dem hervorragenden Set-Design, das die Räume mit religiösen Utensilien mystisch auflädt und dabei das Kunststück schafft, die Gefahr des Ausstattungsstücks mit der nötigen Portion Naturalismus zu umschiffen. Ohnehin wandelt sich der Film gegen Ende von der unheimlichen Mär eines vom Bösen heimgesuchten archaischen Dorfs zu einem soliden Stück Gesellschaftskritik, einer universellen Parabel über bigotte Strukturen, die das Wegschauen befördern und erst das Verbrechen ermöglichen."

12. November 2009 | TANNÖD • Kritik • br-online.de

Kirsten Liese sah eine gelungene Studie über den Keim von Verbrechen. "TANNÖD (TANNÖD Trailer), das ist ein allemal sehenswerter Film, der mit seinem archaisch anmutenden Mikrokosmos ein wenig an Joseph Vilsmaiers SCHLAFES BRUDER erinnert und wie Michael Hanekes DAS WEISSE BAND (DAS WEISSE BAND Trailer) hellsichtig zeigt, wie Wegschauen, Lügen und Schweigen den Nährboden für ein Verbrechen bereiten. "Der Dämon sitzt in jedem und jeder kann seinen Dämon jederzeit herauslassen", heißt es am Ende des Romans. Diese Einsicht vermittelt auch der Film, und es ist diese Erkenntnis, die einen erschauern lässt."

02. November 2009 | TANNÖD • Kritik • epd-film

Interessant nennt Georg Seeßlen den Versuch eines dokumentarisch-historischen Kriminalromans. "Der Film ist nicht historisch genug, um etwas vom Werden der deutschen Gesellschaft zu vermitteln, aber auch wiederum zu historisch, um seine moralische Nutzanweisung aktuell werden zu lassen, nämlich die Frage zu stellen, wo in der Passivität, im Augenschließen und Verschweigen die Mitschuld beginnt. Alle Beteiligten, von der Regie bis zu den Schauspielern, sind an die Aufgabe, aus einem merkwürdig quer stehenden Text, der, wie man so sagt, einen Nerv getroffen hat, ein mainstreamfähiges Stück Qualitätskino zu machen, mit handwerklichem Geschick und künstlerischer Leidenschaft herangegangen. Meistenteils. Fatalerweise aber war diese Aufgabe von Anfang an unlösbar."

02. November 2009 | TANNÖD • Kritik • Filmbewertungsstelle Wiesbaden

"Dankenswerter Weise wurde auf oberflächliche Schockeffekte verzichtet, die Führung der Schauspieler ist sicher und stringent und benötigt solcherlei Kniffe nicht. Einzig die ab und an etwas sehr bedeutungsschwanger wogenden Wälder und die an hollywoodsche Klangteppiche erinnernde Musik wurden vereinzelt bemängelt, konnte den filmischen Gesamtgenuss jedoch nicht entscheidend beeinflussen. Dies ist großes deutsches Kino. Und es freut zu sehen, dass solche sperrigen, großartigen Verfilmungen gewagt werden und dabei so herausragend gelingen."

02. November 2009 | TANNÖD • Kritik • programmkino.de

Luitgard Koch lobt die Darsteller. "Vor allem die geniale Schauspielleistung der zu früh verstorbenen Grande Dame der Theater- und Filmwelt Monica Bleibtreu machen den packenden Mord-Thriller zusätzlich sehenswert. Mit Leib und Seele verkörpert sie als Traudl Krieger, die Schwester der ermordeten Magd vom Dannerhof, das schlechte Gewissen des Dorfes, die personifizierte Schuld, eine geschmähte Kassandra. Ein weiteres Highlight neben der charismatischen Akteurin bietet das herausragend ambitionierte Spiel von Brigitte Hobmeier. Längst zählt die attraktive Münchnerin zur ersten Garde unter Deutschlands Theaterdarstellerinnen und machte sich auch auf der Leinwand einen Namen als ernstzunehmende Schauspielerin."

13. September 2009 | TANNÖD • Kritik • filmz.de

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