| Regie | F. Gary Gray |
| Kinostart | 19.11.2009 |
Felix Frieler ist enttäuscht. "Ganz gleich, ob GESETZ DER RACHE (
) nun Vigilantefilm, Justizthriller oder beides sein will – es gelingt dem Film nicht, einen Sog zu entwickeln, der den Zuschauer durch den löchrigen Plot zieht. Für sich genommen funktionieren zwar viele Sequenzen und haben durchaus Unterhaltungswert, insgesamt wirkt das Werk aber zu fragmentiert. Gutes Genrekino sieht anders aus. Geerdeter und vor allem wie aus einem Guss."
Laut Peter Uehling schwankt der Film "insgesamt. Er ist zweifellos sehr spannend und originell gebaut; der Thriller-Experte F. Gary Gray hat ihn packend und hart inszeniert; und Gerard Butler spielt die Traurigkeit, Gerissenheit und Aggressivität Clyde Sheltons so atemberaubend, dass dagegen auch ein Jamie Foxx als Staatsanwalt schwach wirkt. Doch erweist sich der Film am Ende als nicht halb so intelligent, wie er am Anfang vorgibt. Statt aus seiner immer beklemmender sich türmenden Geschichte am Ende eine Konsequenz zu ziehen, statt eine Haltung für oder gegen den Rechtsstaat zu zeigen, wird am Ende alles der Action überantwortet."
Nils Bothmann kann den Film nicht empfehlen. "Nicht nur stilistisch fehlt ein wenig die klare Linie, auch die Drehbuchunklarheiten des Stoffes sind nicht von der Hand zu weisen. Shelton will das System angreifen, begeht in erster Linie jedoch persönliche Rachemorde. Der Kreis der Toten beschränkt sich von daher auf all diejenigen, die mit dem Fall zu tun hatten, doch trotzdem ruft die Bürgermeisterin einen stadtweiten Notstand aus. Hier merkt man dann, daß es eben mit einer guten Idee nicht getan ist, sondern die Überlegungen weitergehen müssen."
Laut Stefan Rybkowski schafft der Regisseur "den Spagat zwischen Komik und hartem Actioner gekonnt. Dabei ist er keineswegs immer politisch korrekt, doch dafür ist GESETZ DER RACHE (
) auch ein schön straighter Rache-Thriller geworden, der keine Rücksicht auf Verluste nimmt - und das in vielerlei Hinsicht. Es scheint, als sei F. Gary Grays Film eine Art Michael Moore-Doku über das US-Rechtssystem, nur eben im Gewand eines Blockbusters mit Star-Besetzung. Wie Michael Moore gibt aber auch F. Gary Gray nur bedingt Antworten auf das, was er kritisiert. Aber das wäre vielleicht auch einfach zuviel verlangt."
Wer viel Action ohne viel Nachdenken in kurzer Zeit haben möchte, kriegt hier genau das, stellt Marius Zekri fest. "So hat der Film zwar seine Momente, aber die tragen keine 90 Minuten. Menschen mit humanistischem Weltbild werden sich in GESETZ DER RACHE (
) eher unwohl fühlen, Menschen, die bei Filmen in erster Linie Wert auf Handlung legen, ebenfalls. Zwar geben sich die Hauptdarsteller Gerard Butler und Jamie Foxx redlich Mühe dem Film ein schauspielerisches Niveau zu geben. Doch die Leute, die das zu schätzen wissen, gehören nicht unbedingt zur Zielgruppe dieses Films. Denn der geht's in erster Linie um Action – und nicht um Kunst."
Jörg Gerle schaut auf die Filmgeschichte. "Während Charles Bronson und Clint Eastwood wenigstens auf nachvollziehbare Art und Weise die Kontrahenten stellen, wird hier der Supermann beschworen. Immer dann, wenn die Unwahrscheinlichkeiten allzu hanebüchen werden, eröffnet das Drehbuch weitere Geheimnisse Sheltons, der nicht nur Superhirn und Superkämpfer ist, sondern auch über hellseherische Fähigkeiten verfügen muss. Spannung kommt in diesem Thriller zu keiner Sekunde auf, dafür potenzieren sich die Ungereimtheiten. Was vielleicht gar kein Wunder ist, denn für eine so unverhohlene Werbung für die geladene Waffe in der Hand des Bürgers gibt es einfach keine logischen Argumente."
Holger Römers kann dem Film nicht viel abgewinnen. "Gerard Butler chargiert auch munter drauflos, aber sein eifriges Bemühen um diabolisches Charisma führt nur die ursprüngliche Motivation seiner Figur ad absurdum. So bleibt natürlich kein Raum für eine Entwicklung des Protagonisten: Staatsanwalt Rice könnte eine vielschichtige Figur abgeben, denn er ist zwar ein Karrierist, aber seine opportunistischen Kompromisse lassen sich durchaus überzeugend als Pragmatismus rationalisieren. Doch angesichts des ihn umgebenden Unfugs kann — oder will — Jamie Foxx solche Nuancen verständlicherweise nicht im Alleingang herausarbeiten."
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