DIE PäPSTIN

film-zeit Film: DIE PäPSTIN
Regie Sönke Wortmann
Kinostart 22.10.2009
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Inhalt • DIE PäPSTIN

Als Papst Sergius stirbt, wird Johanna, als erste Frau zu seinem Nachfolger gewählt. Ihre Gefühle für Gerold sind jedoch stärker als ihre Angst, durchschaut zu werden - Johannas Feinde aber warten nur auf eine Gelegenheit, um sie vom Thron zu stürzen …

Pressespiegel • DIE PäPSTIN

20. Oktober 2009 | critic.de Partner von film-zeit

Laut Michael Kienzl leidet der Film an der typischen Krankheit der Literaturverfilmungen. "Da jede zusätzliche Minute an Überlange abschreckend auf den potenziellen Zuschauer wirken könnte, werden in möglichst kurzer Zeit sämtliche wichtigen Stationen des Romans abgehakt. Die Folge davon ist, dass der Film derart dicht mit Handlung vollgestopft ist, dass keine Zeit mehr für die Schaffung von Atmosphäre, die Vertiefung von Konflikten oder eine komplexe Figurenzeichnung bleibt. Allerdings zieht DIE PÄPSTIN (film-zeit Trailer: DIE PÄPSTIN) den Vorteil daraus, dass bei einem derart schnellen Fortgang der Handlung mitunter sehr an den Haaren herbeigezogene Wendungen weniger ins Gewicht fallen."

22. Oktober 2009 | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was fängt Sönke Wortmann mit dem Stoff an, fragt sich Patrick Bahners. "Er setzt seinen Ehrgeiz darein, dass das Zottelpack schwarze Fingernägel hat und auf den Jahrmärkten ekelhafte Wunderdinge feilgeboten werden - statt dass er nach Bildern für das Abenteuer des Wissens gesucht hätte. In der Tradition der Sagenbearbeitungen sind die Motive der Erkenntnis und der Verführung verbunden. Ist es wirklich im Dienste aufklärerischer Pädagogik geboten, diesen Gedanken der Versuchung durch das Wissen zu tilgen? So ist in diesem Dorfschulfilm nichts zu spüren vom "Orgiasmus der ersten Lebensmaiwonne", der den Kritiker Wolfgang Menzel aus Achim von Arnims "Päpstin Johanna" anwehte. Der Liebesakt, aus dem das Kind hervorgeht, das die Päpstin bei einer Prozession verraten wird: ein Plantschen im Tiber."

22. Oktober 2009 | Die Welt

Laut Hanns-Georg Rodek sündigt der Film auf Hollywood-Niveau. "Über allem liegt die Abnutzung des Alltags, der Dreck des Gebrauchs. Sönke Wortmann hat nicht in den aseptischen Rom-Kulissen europäischer Studios gefilmt, sondern im staubigen marokkanischen Quarzazate, und das erhöht die Glaubwürdigkeit – anders als die Totalen des alten Rom, die derart nach Computerausdünstung riechen, dass Wortmann sie verschämt nur ein paar Sekunden zeigt. DIE PÄPSTIN (film-zeit Trailer: DIE PÄPSTIN) meint es von Anfang an bitter ernst."

22. Oktober 2009 | Neue Züricher Zeitung

Alexandra Stäheli entdeckt die Handschrift der Constantin: "üppige Historiendramen, in glänzenden Bildern und mit einem seltsamen Zwang zur Halbgenauigkeit auf die Leinwand gebracht. Musste im DAS PARFÜM beinahe jede Farbe vor unbändiger Sinnlichkeit duften, so wälzt sich das Production- Design nun im dunklen Mittelalter und in viel authentischem Dreck: Zentimeterdick wuchert da der Schmutz unter den Fingernägeln der einfachen Leute, nur die Zähne wollte Wortmann "unbehandelt" lassen, damit uns die Figuren dennoch sympathisch bleiben."

22. Oktober 2009 | Die Presse

Christoph Huber ist enttäuscht. "Der aufklärerische Geist der gebildeten, als Mönch getarnten Heldin erschöpft sich auf dem Weg übers Kloster nach Rom im Widerlegen unglaublicher Unvernunft: Schrumpft die Gebärmutter von Frauen, die zu viel lesen? Dieselben Klischees – zu jeder korrupten Vaterfigur gibt es eine verständnisvolle – werden vor verschiedenen Hintergründen variiert, zuletzt noch Liebeskitsch, einer Planschbecken-Empfängnis folgt das unvermeidliche tragische Ende, wobei sich die Heldin bemerkenswert irrational verhält. Da sehnt man sich schon lang nach einer Gegenpäpstin. Vergeblich."

21. Oktober 2009 | Die Süddeutsche Zeitung

Was ist wahr an der Geschichte von der Frau, die den päpstlichen Thron bestiegen haben soll, fragt sich Susan Vahabzadeh. Der "Film muss sich auf den Plot und den Reiz der Hauptfigur berufen - denn was die Wiederauferstehung antiker Welten betrifft, den musealen Schauwert, kann nicht mal eine sündhaft teure deutsche Produktion mithalten mit den internationalen Glanzstücken. "Rom", die teuerste Fernsehserie überhaupt, hat in Bauten, Kostümen, computergenerierten Panoramen, vor allem aber in Materialschlachten geschwelgt, so kunstvoll und verschwenderisch, dass "Die Päpstin" natürlich den Vergleich scheuen muss. Aber diese Story, die ist einfach verdammt gut - vor allem die erste Hälfte braucht keine Materialschlacht, man möchte das alles wissen."

21. Oktober 2009 | Die Tageszeitung

Ohne eigene Handschrift ist der Film für Barbara Schweizerhof. "Bedient werden die alten Filmklischees von den gerade erst missionierten Barbaren mit den strähnigen, fettigen Haaren und den groben Sitten auf der einen und den eleganten, aber intriganten Römern mit ihren goldrandverzierten Togas auf der anderen Seite. Weder David Wenham als Liebhaber noch John Goodman als Papst machen den Eindruck, als würden sie sich dafür interessieren, in welchem Film sie da spielen. Und Johanna Wokalek scheint viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um sie darauf hinzuweisen."

21. Oktober 2009 | Berliner Morgenpost

Peter Zander vergleicht dieses Drama mit ELIZABETH. "Eine der häufigsten Bewegungen dabei ist frommes Händefalten. Das gehört sich natürlich auch so in einem Film, der in der Kirche spielt, es zeigt aber zugleich sinnig die demütige Haltung an, die der Regisseur der literarischen Vorlage gegenüber eingenommen hat. Denn brav, ja manchmal auch ein wenig behäbig und vorhersehbar bildet Sönke Wortmann Station um Station ab, nie aber findet er dafür eigene, bleibende Bilder, die sich einprägen. Wer den Roman nie gelesen hat, wird hier mit einer großen Geschichte konfrontiert. Wer das Buch indes kennt, sieht es nur noch einmal quergelesen, ohne eigene Interpretation."

20. Oktober 2009 | Berliner Zeitung

Für Bert Rebhandl ist DIE PÄPSTIN (film-zeit Trailer: DIE PÄPSTIN) "tatsächlich der perfekte "Amphibienfilm" geworden, zweieinhalb Stunden lang im Kino, und für das Fernsehen demnächst locker um eine halbe Stunde so verlängerbar, dass ein Zweiteiler für die beste Sendezeit herauskommt. ... Wissen ist das eigentliche Thema von DIE PÄPSTIN (film-zeit Trailer: DIE PÄPSTIN), und hier verwickelt sich der Film auch am deutlichsten in einen Widerspruch: Er tut nämlich ständig ungeheuer klug, stellt sich dabei aber sehr dämlich an."

20. Oktober 2009 | Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala hat markerschütternder Betulichkeit ausgemacht. "Johanna Wokalek, die Hauptdarstellerin. Kein Zufall – so zurückhaltend ist ihr Spiel, als wäre sie lieber Neben-Akteurin geblieben. Die Lovestory mit Gerold: ohne jeden Eroberungszauber. Ihr Aufstieg in der klerikalen Hierarchie: immer bloß dienend. Und auch auf den Papstthron gerät sie wie eine Figurantin: husch, husch, die deutsche Waldfee. Überhaupt scheint es, als arbeite auch der Regisseur das feministische Pflichtprogramm bloß ab, um sich umso lustvoller dem Männer-Politintrigenstadl hinzugeben."

20. Oktober 2009 | Frankfurter Rundschau

In seiner schwelgerischen Naivität erinnert der Film Daniel Kothenschulte an die Spätzeit des Sandalenfilms. "In einer piktoralen Wucht, wie man sie von Sönke Wortmann bislang nicht kannte, gelingt es seinem Film sogar, sich nicht im Ausmalen der Vorlage zu erschöpfen, sondern kontinuierlich zu steigern. Insbesondere, wenn Johanna nach etwa einer Stunde Laufzeit erwachsen wird: Hier übernimmt die Burgschauspielerin Johanna Wokalek die Rolle von der vorzüglichen Kinderdarstellerin Lotte Flak. ... Statt mit aktionistischer Dynamik führt sie behutsam und schwerelos durch diesen Film als Getriebene, die sich von intellektuellen Herausforderungen locken lässt wie eine Prinzessin von unstatthafter Liebe. So entsteht eine geistige Erotik, die ein Ritterherz entflammt – und eine herrliche Verkehrung märchentypischer Geschlechterrollen."

20. Oktober 2009 | Die Welt

Es gab einige Päpste, denen man unter anderem "weibische Schwäche" vorwarf. Doch als Beweis für die Existenz einer Päpstin gilt das noch lange nicht. Die Mehrheit der Historiker ist sicher, dass der jetzt startende Film von Sönke Wortmann reine Fiktion ist. Er beruht schlicht auf Legenden, wie Gernot Facius feststellt.

01. Oktober 2009 | filmsprung.ch

"Auch wenn die Filmemacher den Film zumindest im Trailer als "wahre Geschichte" verkaufen, so handelt es sich dennoch sehr wahrscheinlich nur um eine Legende. Durch die überladene und von Klischees durchtränkte Handlung im Film DIE PÄPSTIN (film-zeit Trailer: DIE PÄPSTIN) wird die Geschichte zu einem schlechten Märchen oder einer lediglich mittelmässigen Parabel über die Selbstbestimmung der Frau. Das liegt aber auch vor allem an der schwerfälligen Inszenierung, in der die Schauspieler zwar jedes Wort sehr genau betonen, aber nicht in der Lage sind, Gefühle zu transportieren."

04. September 2009 | filmz.de

Linksammlung zum Film

02. September 2009 | Filmbewertungsstelle Wiesbaden

"Johanna Wokalek überzeugt als die starke Heldin, die nicht etwa aus Ehrgeiz und Berechnung in Männerkleidung schlüpft und in der kirchlichen Hierarchie aufsteigt, sondern immer versucht das Richtige zu tun und sich so redlich ihren hohen Titel verdient. Nicht zuletzt die tragische Liebensgeschichte zwischen Johanna und dem edlen Ritter Gerold sorgt dafür, dass DIE PÄPSTIN (film-zeit Trailer: DIE PÄPSTIN) zugleich großes historisches Drama und bewegendes Gefühlskino bietet."

10. August 2008 | Berliner Morgenpost

Jessica Schulte am Hülse war am Set bei den Dreharbeiten.

31. August 2007 | Die Süddeutsche Zeitung

Fritz Göttler setzt sich mit dem Regiewechsel auseinander.

25. Juli 2007 | Berliner Zeitung

Bert Rebhandl kommentiert den Regie-Wechsel. "Der Streit geht um die Rolle der Fernsehanstalten bei der Produktion deutscher Spielfilme. In mehreren Fällen, an denen die Constantin beteiligt ist, wird schon beim Drehen darauf Rücksicht genommen, dass neben der Kino-Fassung auch eine Fernsehfassung zustande kommt. ... In die Kontroverse haben sich inzwischen weitere Stimmen gemischt, dabei blieb jedoch unerwähnt, dass für den weitaus überwiegenden Teil des deutschen Films die Kofinanzierung durch das Fernsehen die Regel ist, und ohne TV-Gelder die wenigsten Filme entstehen würden."

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