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WOMEN WITHOUT MEN

WOMEN WITHOUT MEN

Regie Shirin Neshat
Shoja Azari
Kinostart 01.07.2010
Genre Drama

Kritiken • WOMEN WITHOUT MEN

09. Juni 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Für Felix von Boehm läuft WOMEN WITHOUT MEN (WOMEN WITHOUT MEN Trailer) leider Gefahr, die "zentrale These hinter der metaphorischen Bildsprache und der vielleicht sogar zu formvollendeten Poesie des Films zu verdecken. So hat die Videokünstlerin Shirin Neshat mit ihrem Spielfilmdebüt zwar die Kinosprache durch die Ästhetik ihrer Videokunst erweitert, sich jedoch umgekehrt die Chance entgehen lassen, die erzählerischen Qualitäten des Kinos zu nutzen, um der Komplexität der vier Frauenfiguren aus Parsipurs Roman gerecht zu werden und ihnen Raum für eine charakterliche Entwicklung zu geben. Sie verkommen – zumindest stellenweise – ein wenig zu schönen Statuen in einem utopischen Garten jenseits der politischen Realität ihres Landes."

02. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Die Zeit

Dem ersten Kinofilm der bildenden Künstlerin Shirin Neshat mangelt es an Tiefe, findet Tobias Timm. "Ein gut gemeinter Film ist, um Gottfried Benn zu variieren, das Gegenteil von einem guten Film. Es bleiben die Bilder der iranischen Filmkünstlerin, für einige von ihnen lohnt es sich sogar ins Kino zu gehen. Gerade wer des Persischen nicht mächtig ist, sollte sich die Originalfassung des Films ohne Untertitel ansehen. Dann lenkt beim Schauen kein dürftiger Dialog von den kunsthaft-bedrückenden Aufnahmen der Shirin Neshat ab."

01. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow sah mit WOMEN WITHOUT MEN (WOMEN WITHOUT MEN Trailer) eine bildgewaltige filmische Meditation. "Shirin Neshats Film ist gesättigt von Bildern aus dem Koran und der Bibel. Der Garten aber - im Koran etwa beschrieben als eine vor den Wüstenwinden geschützte Umfriedung, durchzogen von Kanälen, Bäume, die mit Früchten behangen und von Vögeln bevölkert sind - besitzt in ihrem Film ein dämonisches Eigenleben. Das Paradies gibt es nicht."

01. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke ist überaus angetan. "Es sind bestechend schöne Bilder, die die Regisseurin gefunden hat, klar und doch traumverloren, farbgesättigt und kontrastreich, aufgenommen unter der hellen Sonne Marokkos. ... Manche dieser Beigaben wirken fremd in einem Film, der sich ganz der visuellen Poesie verschreibt. Doch es sind ohnehin nicht die Episoden, es sind die Bilder, die wie Embleme im Gedächtnis bleiben, und die Menschen darin eher Ikonen als Charaktere. Die Frauen konnten sich ihre Freiheit bisher nicht erkämpfen. Shirin Neshats Bilder schenken ihnen Frieden – und sei es nur für einen utopischen Augenblick."

01. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte "erfährt überraschend wenig über diese verlorene Kultur, in der im Iran für kurze Zeit Tradition und Moderne keine Widersprüche waren. Wer Shirin Neshats Installationen kennt, wird eine Fortführung ihrer Kunst bestaunen, doch es gelingt nicht wirklich, diese Mittel auch dramaturgisch zu nutzen. Wenn Rainer Werner Fassbinder in einem Film wie MARTHA eine Kreisfahrt einsetzte, so erreichte er damit eine Pointierung seiner Erzählung. Bei Shirin Neshat verbraucht sich leider der Effekt in einem Leerlauf."

01. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • epd-film

Eines aber muss Birgit Glombitza WOMEN WITHOUT MEN (WOMEN WITHOUT MEN Trailer) "in seinem selbstverlorenen Schönheitsrausch lassen. Er zitiert im Stil sehr gekonnt die Ästhetik der Melodramen aus den 50er Jahren und bricht sie zugleich an der härteren Farbpalette einer weitaus kritischeren Erinnerung an die eigene Heimat. Wie alte Melodramen ihre reichhaltigen Konflikte über Ausstattung und Dekor sublimieren, entwirft auch Neshat eine Innenarchitektur für ihre traumatisierten Frauen. Das politische Außen dringt nur als Radiostimme in ihre Zimmer. Wir sehen sie im Bad, in ihren Gemächern oder Speisezimmern."

01. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer hat sich mehr erhofft. "In WOMEN WITHOUT MEN (WOMEN WITHOUT MEN Trailer) jedoch kippt das Schwerelose der Bewegung (und die Kamera ist hier meist in sanfter Aktion) in eine schwebende Körperlosigkeit und wird zum Problem. Wiederum eine Verselbständigung - denn unter Neshats Schönheitsdiktat verlieren Gschlachts tendenziell oft etwas gefällige Bilder den Widerstand, den sie brauchen. Manchmal übernimmt die Kamera noch eher konventionell die Perspektive einzelner Figuren, putzt aber auch diese dann regelmäßig viel zu zeitlupenhaft steadycamartig heraus. Ein Blick ist nicht einfach ein Blick, sondern wird etwas geheimnisvoll visuell Schwebendes."

01. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • artechock.de

Jürgen Grötzinger sah "überwiegend feminine Bilder (wie die naturesken Metaphern, Durchbrüche...) und diese mystischen Stimmungen prägen den Film. Nur während der gezeigten Unruhen auf den Straßen Teherans, werden diese farbloser und grobkörniger, fast schwarz-weiß und wirken dadurch dokumentarischer. Die eingesetzte Macht der Bildgewalt wundert nicht, denn der Kameramann Martin Gschlacht ist auch Mitproduzent des Films."

01. Juli 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Junge Welt

Elsa Koester und Pedram Shahyar loben die Regisseurin. Ihr gelingt es, "das Porträt als traditionelle Stärke des iranischen Kinos mit farblichen Überdrehungen und Verfremdungen zu kombinieren, um so ein surreales Befreiungsdrama zu schaffen, das es in dieser Form noch nicht gab. Leider wird dabei zuweilen die Balance verloren, es kommt zu Längen, am Ende leidet der Film doch noch an der Überladung an Motiven."

01. Januar 2010 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Women without Men

Überblick zum Film auf moviepilot.de

11. September 2009 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal stellt folgendes fest: "In dem Film wechseln traumartige Szenen mit Protestszenen. Der ständige ästhetische Bruch irritiert durchaus, überzeugt aber nicht immer, weil der gedankliche Zusammenhang dann doch zu simpel ist. Neshat geht es hier um die Vorzeichen der islamischen Revolution von 1979. Ihre Frauen sind Opfer - nun, das waren sie im Iran des Sommers 1953 wohl auch. Aber waren sie nicht auch mehr als das?"

09. September 2009 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Der Spiegel

Für Wolfgang Höbel ist dies ein Favorit im Venedig-Wettbewerb. "Die Faszination des Films entsteht aus der Ruhe, mit der die Regisseurin Gesichts- und Wüstenlandschaften ausleuchtet; mit der sie selbst Straßenschlachten so wunderschön arrangiert, als seien ihre Helden alle Schlafwandler, die auf vorgezeichneten Bahnen ihrer Wege ziehen."

09. September 2009 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • film-dienst

Laut Felicitas Kleiner gelingt es der Regisseurin, dem Stoff "eine weitgehend stimmige narrative Form zu geben, in der sich die Bildwelten, die man auch aus ihren künstlerischen Arbeiten kennt, zu eindrücklichen Porträts verdichten. Allerdings kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass etwas weniger mehr gewesen wäre: Die Aufarbeitung der politischen Umstände 1953 und die Skizzierung der diversen Restriktionen, denen die Frauen in der iranischen Gesellschaft ausgesetzt sind und die sich in ihre Körperbilder eingeschrieben haben, drohen sich dramaturgisch immer wieder in die Quere zu kommen; vieles muss angesichts der Menge der bearbeiteten Konfliktfelder nur Andeutung und Oberfläche bleiben."

09. September 2009 | WOMEN WITHOUT MEN • Kritik • Die Zeit

"WOMEN WITHOUT MEN (WOMEN WITHOUT MEN Trailer) zeigt frische Gesichter in Nahaufnahme, mischt das persönliche Schicksal der jeweiligen Iranerin mit dem Blick auf das historische Geschehen, poetische Bilder mit brutalen Aufnahmen prügelnder Soldaten. Obwohl die Regisseurin dabei an zu vielen Fäden auf einmal zieht, überzeugt die Intensität starker Frauen, von denen Neshat sagt: "Jede hat ein anderes Problem und eine andere Erwartung, und sie erinnern uns daran, dass diese Nation eine Stimme hat." Die Demonstrationen in ihrem Film enden in einem Blutbad."

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