Als unterhaltsame wie unkritische Schwarzweissmalerei bezeichnet Hans Jürg Zinsli die Dokumentation. Er entdeckt der Kritiker ein “Problem: Der Mann von der Strasse, wie ihn etwa der US-Dokumentarfilmer Michael Moore benutzt, wird hier ausgeblendet. Was es mit Druckversuchen des Internationalen Währungsfonds auf sich hat, wird nirgends erklärt. Und vor allem: Seit der Amtsübernahme von Barack Obama ist in den USA keine Rede mehr von südamerikanischen Diktatoren. Wie schon bei W. über den Ex-US-Präsidenten George W. Bush scheint Oliver Stone mit South of the Border den richtigen Film gewollt zu haben. Gemacht hat er ihn zur falschen Zeit.”
Felicitas Kleiner kann dem Film wenigsten noch einiges abgewinnen. Die “Botschaft lässt sich relativ simpel so zusammenfassen: Hugo Chavez und andere linke Staatsoberhäupter Lateinamerikas sind keine Monster, sondern demokratisch gewählte Vertreter ihrer Nationen. ... Während man sich bei Michael Moores Kapitalismus-Kritik nicht des Eindrucks erwehren kann, dass sein Film vor allem ein kompaktes Feindbild, aber nicht sehr viel darüber hinaus vermittelt, bietet Oliver Stones Arbeit dank seiner hochkarätigeren Gesprächspartner doch mehr an Einblicken – auch für ein Publikum, das zuvor keiner medialen Verteufelung der Politiker ausgesetzt war.”