MY SON, MY SON, WHAT HAVE YE DONE von Werner Herzog steht für Robert Zimmermann irgendwo zwischen griechischer Tragödie und dem Paranoia-Kino des David Lynch. Der Film nähert sich "der Figur des Mörders und seiner seelischen Verfassung vornehmlich in Rückblenden, die auf Erinnerungen oder Berichten von Augenzeugen beruhen. Herzog zeigt episodisch Stationen von Brads zunehmendem Wahn. Dabei ist es nicht die Analyse, die den Regisseur interessiert, sondern vielmehr die veräußerlichte Psychopathologie – wie durch das Reden und Handeln Brads ein Gefühl der emotionalen Ablehnung der Welt, Zorn und Wut zum Ausdruck kommen."
Michael Föls sah einen "faszinierenden Psychotrip, bei dem Werner Herzog aufs Neue eindrucksvoll zeigt, warum er seit den späten 60er Jahren zu den großen Regisseuren dieser Welt gehört. Denn Werner Herzog hat immer noch nichts von seiner Experimentierfreude eingebüßt und schafft es auch nach so vielen Jahren noch zu überraschen. Sein neuestes Werk ist dabei eine psychedelische Wanderung in den Untiefen einer gebrochenen Seele. Schräger Humor und bittere Ernsthaftigkeit gehen dabei Hand in Hand und Werner Herzog versteht es keines der Extreme zu verraten. Wie es nun mal so ist bei Filmexperimenten gehen manche Aspekte nicht vollständig auf, aber das sollte kein Grund sein dieses faszinierende Werk auszulassen."