| Regie | Lars Büchel |
| Kinostart | 08.10.2009 |
Ungefesselt bemerkt Andreas B. Krüger: "Lippels Traum (
) schafft es nicht gänzlich, die Analogie von Traum und Realem tatsächlich mit Fantasie zu füllen. Allzu mechanisch erscheint die Konstruktion mit Hilfe von Wiederholungen und Parallelen, die den Film an Spannung verlieren lassen. Lippels Traum (
) kann mit dieser sprichwörtlichen Verschlafenheit und den Kontrasten von Welt und Gegenwelt zwar warmherzig unterhalten, aber leider nicht immer fesseln noch faszinieren.
Auch Erwachsene sollten sich diesen Film ansehen, meint Cornelia Geissler. "Die Kunst von Paul Maar besteht darin, seine Leser das Leben zu lehren, ohne dass sie es merken. Denn er erzählt zwar hoch amüsant über das Sams, ein nie erwachsen werdendes Kind, oder über Herrn Bello, einen Hund, der manchmal Mensch ist, doch steckt auch in diesen lustigen Büchern viel Weisheit. Es geht ihm offenbar um die Rolle des Kindes in der Gesellschaft, und seine kurios wirkenden Figuren sprechen vieles aus, was ein Kind noch nicht durchschaut oder sich aus Angst vor Autoritäten versagt."
Für Horst Peter Koll sind es "vor allem die dekorativen Schauwerte, die äußerlich attraktiv unterhalten, während die Handlung besonders in Lippels "realer" Welt eher holzschnittartig, phasenweise sogar ziemlich platt daherkommt und sich allzu oft entweder in Slapstick-Komik (mit brachialer Freude an Rachefantasien) oder in süßliche "Familienzusammenführungs-Romantik" flüchtet, wo eher ein von Empathie getragenes Einfühlungsvermögen in Lippels Ängste (vor der Dunkelheit, der Tyrannei eines Mitschülers) und Sorgen (vor dem Verlust des geliebten Vaters) angesagt wäre. Neben den visuellen Effekten sorgt auch das spielfreudige (Star-)Ensemble durchaus für gute Laune – auch wenn das alles sehr "mainstreamig" wirkt, und damit vielleicht eine Portion zu leicht und gedankenarm."
Hier haben Kinder sicherlich Spaß, behauptet Magali-Ann Thomas. "Eine reale Welt, die einige Schikanen für einen kleinen Jungen bereithält und eine orientalische Märchenwelt schaffen einen eindrucksvollen Kinderfilm, der mit viel Fantasie seine Kinderhelden durch Abenteuer führt. Viele bekannte Schauspieler untertützen den talentierten jungen Schauspieler Karl Alexander Seidel, der die Hauptfigur Lippel spielt und machen daraus ein Vergnügen für die ganze Familie."
Zauberhaftes Kino für Klein und Groß sah Gebhard Hölzl. "Vom steten Wechsel zwischen Zeit und Raum, auf der einen Seite geheimnisvoller Orient – gedreht wurde im marokkanischen Quarzazate –, auf der anderen das Passau von heute, bezieht die vom Bayerischen Rundfunk koproduzierte Adaption von Lars Büchel ihre Spannkraft. Statt digitaler Tricks baut der Regisseur auf "reale" wohlkomponierte Bilder (Kamera: Jana Marsik). Ob verwinkelte Gassen mit mittelalterlichen Häusern, ob brodelnder Basar oder endlose Wüste, hier gibt’s viel zu schauen, auch dank stimmiger Ausstattung und farbenfroher Kostüme."
Als Quatsch mit Tomatensoße bezeichnet Natália Wiedmann den Film. "Sicher, die Bilder sind zuweilen schön anzuschauen. Man sieht das Geld, allein: Es fehlen die Ideen. Deren Mangel machen auch der ferne Drehort, exotische Kostüme und prächtiges Setdesign nicht wieder wett – dann vor allem nicht, wenn fernsehfreundliche Nahaufnahmen ostinat das Blickfeld einengen, manche Szenen gar so schlecht aufgelöst sind, daß kein Gefühl für den Raum entsteht und der Erwartungsaufbau – mal für die Komik, mal die Spannung notwendig – völlig mißlingt."
Marcus Wessel lobt den Film. "Ohne jemals den pädagogischen Zeigefinger zu erheben, lernen Kinder hier so ganz nebenbei den richtigen Umgang mit ihren Ängsten. Einzig in der Konfrontation – das erkennt Lippel, nachdem er sich mit viel Überwindung erstmals in den verhassten, dunklen Keller gewagt hat – liegt der Schlüssel zu einem größeren Selbstvertrauen. Das kann er im nächsten Moment dann auch gleich unter Beweis stellen. Zusammen mit seinen Schulfreunden schickt er den Hausdrachen in die Wüste. Und das ist in diesem Fall durchaus wörtlich zu verstehen."
Linksammlung zum Film.
Lippels Traum (
) hat "alles, was man sich von einem Kinder- und Familienfilm wünscht: einen sympathischen jungen Helden, mit dem Kinder sich gut identifizieren können und eine schön erzählte Geschichte, die Spannung, Abenteuer und Humor bietet. Vor allem aber ist der Film ein überzeugendes Plädoyer für die Kraft der Phantasie."
Datenblatt der Berlinale.
Johann Schmidt, Kinderreporter, fand LIPPELS TRAUM (
) "richtig toll, witzig und spannend! Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen Traum und der wirklichen Welt. Die Bilder von der Wüste und von der Königsstadt sind sehr schön. Einige Schauspieler wie Christiane Paul und Edgar Selge haben mir in dem Gewusel nach der Vorstellung ein Autogramm gegeben."
Mathias Raabe war bei der Premiere und schaut auf die Hintergründe der Produktion.