Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

SCHANDE

SCHANDE

Regie Steven Jacobs
Kinostart 17.09.2009

Kritiken • SCHANDE

01. September 2009 | SCHANDE • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Thorsten Funke lobt die Darsteller. "John Malkovich ist in diesen Szenen so gut wie lange nicht, stellt eine faszinierende Ansammlung von selbstgewissen Posen und Manierismen zur Schau, ohne dabei die ebenfalls sehr präsente Debütantin Jessica Haines als Lucy, eine verhärmte, fast asexuelle Erscheinung, an den Rand zu drängen. Der australische Regisseur Steve Jacobs, dessen erst zweiter Film SCHANDE (2009) (SCHANDE (2009) Trailer) erstaunlicherweise ist, setzt den vielschichtigen und sperrigen, auch deprimierenden Stoff in schlichter, aber sehr angemessener Weise um. Das exzellente Drehbuch von Anna Maria Monticelli erliegt nicht der Versuchung, die Geschichte leichter verdaulich zu machen, etwa indem es die Zwiespältigkeit, die fast alle Figuren in sich tragen, glättete."

17. September 2009 | SCHANDE • Kritik • Berliner Zeitung

Gelungen nennt Sabine Vogel die Literaturverfilmung. "Die filmische Interpretation durch den Regisseur und Produzenten Steve Jacob fügt der spröden Kälte im Werk des südafrikanischen Literaturnobelpreisträgers die Gefühlsebene von großem Kino hinzu. ... Aufnahmen von Naturgewalten und langen Autofahrten, unterlegt mit Opernarien oder wagnerianischem Bombast, sind Gefühlskinoeffekte und unterliegen schnell der Gefahr der Verkitschung. Dem steuert die filmische Interpretation des poetisch hoch aufgeladenen Stoffs mit Phasen entschiedener Stille entgegen. Die Stille erzeugt den Sog, durch den man unausweichlich in die Seelenabgründe der Protagonisten stürzt."

17. September 2009 | SCHANDE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Tierfreunde ist der Film nichts, meint Christian Schröder. "Aus dem Campusdrama wird ein Thriller, aus der Psychostudie eine Parabel über Hass und Rache. Spiegelverkehrt wiederholt sich in der Provinz das, was in der Großstadt geschah. Sehr viel brutaler diesmal, mit schwarzen Tätern und weißem Opfer. Aber lassen sich Täter und Opfer überhaupt so klar voneinander unterscheiden in einer von der Vergangenheit traumatisierten Gesellschaft?"

17. September 2009 | SCHANDE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Roman und Film teilen sich in die zwiespältige Sympathie, die der scharfsinnige Lurie auch im Betrachter auslöst, entdeckt Heike Kühn. "Was Lucy aus ihrer Vergewaltigung macht, ist ein Akt nationaler Vergebung, der diese selten gewährte Seelengröße auf zwei Parteien ausdehnt. Vergebung für ihre Vergewaltiger und Vergebung für Lucy, die früher vom Apartheidsystem profitierte. Die südafrikanische Schauspielerin Jessica Haines verdient als Lucy einen Preis, der in der Welt des Glamours nicht vorgesehen ist. Das Goldene Staubkorn sollte er heißen und für die beste Darstellung eines nahezu unmöglichen Weiter-Lebens vergeben werden."

02. September 2009 | SCHANDE • Kritik • br-online.de

Laut Margret Koehler nimmt der Film "keine falsche Rücksicht auf Befindlichkeiten oder Animositäten der einen oder der anderen Seite. Er zeigt vielmehr die offene Wunde einer wie im Schock erstarrten Gesellschaft und deren immensen Werteverlust. Die klare und unmissverständliche Aussage brachte Coetzee, der seit 2002 in Australien lebt, vom ANC den Vorwurf des Rassismus ein - ungeachtet der Statistik, nach der drei Morde pro Stunde und drei Vergewaltigungen pro Minute passieren. SCHANDE (2009) (SCHANDE (2009) Trailer) stellt harte politische und persönliche Fragen, auf die niemand jetzt Antworten geben kann. Wahrheit und Gerechtigkeit scheinen in einem Land, das die Umorientierung noch nicht geschafft hat, mehr als obsolet."

02. September 2009 | SCHANDE • Kritik • programmkino.de

Luitgard Koch lobt den Hauptdarsteller. "Bestechend verkörpert dabei Oscarpreisträger John Malkovich die tragische Hauptfigur, den in Ungnade gefallenen, der alle seine Rollen verliert und verzweifelt nach neuen sucht. Unerbittlich raubte ihm das Alter seinen Nimbus als Frauenverführer, aber auch seine Vater-Tochter-Beziehung trägt nicht. Seine vielschichtige Ästhetik des Scheiterns vor der atemberaubenden Kulisse der südafrikanischen Landschaft gleicht einer emotionalen wie intellektuellen Tour de Force - für den Protagonisten ebenso wie für den Zuschauer."

02. September 2009 | SCHANDE • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel ist begeistert. "Eine hochdramatische Geschichte über eine ungelöste Auseinandersetzung zwischen Vater und Tochter, zwischen Weiß und Schwarz, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen älterer und jüngerer Generation, zwischen der Epoche der verwerflichen Apartheid und der immer noch äußerst problematischen Zeit danach. Die Regie präsentiert Geschehen und Umgebung episch, das Hauptaugenmerk aber fällt auf John Malkovich, den Darsteller des Professor Lurie. Er bringt diesen Verlust seines äußeren und gefühlsmäßigen Standortes, seine momentane Existenz zwischen Gewesenem und Kommendem mit einer Fülle von Abstufungen und einer schauspielerischen Reife zum Ausdruck, die sehenswert sind."

01. September 2009 | SCHANDE • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,5643