| Regie | Claire Denis |
Als aufregend bezeichnet Felicitas Kleiner den Film. "Dabei wirft sich die bewegliche Kamera förmlich ins Geschehen; auf einen auktoriellen Erzählanspruch, dieses Geschehen einordnen, bewerten und erklären zu können, wird konsequent verzichtet. Einmal mehr gelingt Claire Denis ein "postkolonialer" Film, der seine Stärke daraus zieht, sein Sujet als unmittelbare und verstörend-sinnliche Erfahrung zu vermitteln."
Die großen postkolonialen Fragen klingen laut Cristina Nord an, "ohne dass der Film eine Grundlage schüfe, von der aus sich Urteile treffen ließen - wie leben Weiße und Schwarze zusammen, wenn die koloniale Ordnung überwunden ist? Was geschieht, wenn die Machtassymetrien sich zu verschieben beginnen? Und wenn diese Verschiebung nicht in einem geordneten, demokratischen Prozess, sondern gewaltsam, eruptiv geschieht? - klingen an, ohne dass der Film eine Grundlage schüfe, von der aus sich Urteile treffen ließen. Vielmehr verhandelt er die allgemeinen Fragen auf einer sehr konkreten Ebene."
Dominik Kamalzadeh lobt den Film. "Claire Denis macht aus dem brisanten Stoff keines dieser einschlägigen Politdramen mit einfältigen Rollenmustern, sondern eine faszinierende Meditation über die Widersprüche einer postkolonialen Identität. Mit Maria Vial kreiert sie eine eigensinnige Figur, die sich zwischen allen Fronten bewegt und gegen jede politische Vernunft agiert, als sie noch einem verwundeten Rebellenchef (Isaach De Bankole) Asyl gewährt. Die Plantage wird zum Schauplatz eines schleichenden Zerfalls, in dem die Ordnung eines labilen Staatsgefüges wie unter Zeitlupe aufbricht."