HELEN

film-zeit Film: HELEN
Regie Sandra Nettelbeck
Kinostart 26.11.2009
  • film-zeit Film: HELEN
  • film-zeit Film: HELEN
  • film-zeit Film: HELEN

Inhalt • HELEN

Helen hat all das wovon viele nur träumen - eine wunderbare Tochter, einen liebevollen Ehemann, sie hat Erfolg im Beruf und steht im Mittelpunkt eines großen Freundeskreises. Doch als sie Depressionen bekommt, droht sie den Halt zu verlieren.

Kritiken • HELEN

06. April 2009 | Kritik • Partner von film-zeit

"Eine sehr eindringliche Beschreibung einer Depression" schreibt Felix Frieler, bemängelt allerdings die Distanz: "Der Film bleibt dabei aber auf Distanz zu seiner Protagonistin. Obwohl sich Helen (film-zeit Trailer: Helen) gerade mit einem psychologischen Problem beschäftigt, bietet Sandra Nettelbeck keinen Blick ins Innere der Psyche ihrer Hauptfigur an, sondern bleibt bei der Außensicht und lässt damit Raum für Reflexion."

27. November 2009 | Kritik •

HELEN (film-zeit Trailer: HELEN) ist das glatte Gegenteil eines Feelgood-Movies, meint Alexandra Seitz. "Ungeschönt und unsentimental schildert die Regisseurin Sandra Nettelbeck darin das klinische Krankheitsbild der Depression und lässt sich dabei nicht von jenem gängigen Missverständnis ablenken, das den lebensgefährlichen Bewusstseinszustand als eine unselige Stimmungseintrübung abtut, der mit etwas Selbstdisziplin schon beizukommen wäre. Nicht verwunderlich ist es daher, dass potenzielle Finanziers vor der Härte des Stoffs immer wieder zurückschreckten und Nettelbeck zehn lange Jahre um die Realisierung ihres Projekts kämpfen musste. Gewidmet ist HELEN (film-zeit Trailer: HELEN) einer Freundin der Regisseurin, die 1995 im Alter von 30 Jahren ihren Depressionen schließlich zum Opfer fiel."

27. November 2009 | Kritik •

Martina Knoben schreibt folgendes: "Ashley Judds somnambule Sinnlichkeit prägt den Film, der auf reizvolle Weise am eigenen Anspruch scheitert: Die Depression muss unbegreiflich bleiben, die Grenze zur Welt hinter den Spiegeln überschreitet der Film nicht. Leider bedeutet das auch, dass selbst Helens Elend immer noch verdammt gut aussieht; auch an den edel unbunten Oberflächen erkennt man den Vorkrisenfilm. Ziemlich ungewohnt ist allerdings der Blick auf die Psychiatrie, die im Kino gewöhnlich als der große Gleichmacher verteufelt wird. War es in BELLA MARTHA noch ganz romantisch die Liebe, die die neurotische Heldin rettete, so reichen in HELEN (film-zeit Trailer: HELEN) die Gefühle für die Familie nicht mehr aus."

27. November 2009 | Kritik •

Finster ist HELEN (film-zeit Trailer: HELEN) für Nadine Lange. Der Film "einen Grusel, der sich nicht mehr aus den düsteren Depressionsabgründen speist, sondern aus einer verhängnisvollen Dramaturgie. Mit dem Ziel, ein hoffnungsvolles Hollywood-Ende in Gestalt einer glücklich vereinten Familie zeigen zu können, muss die Figur der Studentin Mathilda kurzerhand entsorgt werden. Wie kaltblütig Sandra Nettelbeck das inszeniert, ist erschreckend. Und dass der stets als extrem selbstbezogen dargestellte David letztlich das rettende Ufer für Helen sein soll, erscheint doch ziemlich unplausibel. Gut möglich, dass sie bald wieder die schwarzen Klamotten aus dem Schrank holt."

27. November 2009 | Kritik •

HELEN (film-zeit Trailer: HELEN) nähert sich dem komplexen Thema mit Würde und Anstand, lobt Eberhard von Elterlein. "Sandra Nettelbeck konnte schon immer ausgezeichnete Dialoge schreiben. Das tut sie auch hier. Dazu findet sie kühle, klinisch sterile Bilder voller ausgebleichter Farben. Man sieht verregnete Fensterscheiben, engmaschige Zäunen, öde Industriebauten, dampfende Gassen. Seelenlandschaften, gespiegelt im Gesicht von Ashley Judd, die in ihrem (vorwiegend Mienen-)Spiel gekonnt zwischen Aufbäumen und Resignation changiert. Und doch gelingt es dem Film bei aller Kunstfertigkeit nicht, hinter die Oberfläche der Krankheit zu dringen. Er vermittelt anschaulich die Gefühlswelt der Betroffenen. Aber er bewegt nicht. Dazu ist er zu frei von jedem Kalkül."

25. November 2009 | Kritik •

Das Kino ist vernarrt in nervenkranke Frauenfiguren, stellt Birgit Glombitza fest. Der Film "ist ernst, sehr, sehr ernst, und gehört ganz eindeutig zur gedämpften, schwingungsunfähigeren Abteilung. Seine Heldin ist nicht bipolar oder manisch, was sicher den größeren Schauwert hätte, sondern nur und ausschließlich depressiv. Die protestantischste, reinste, moralischste Variante der Psychiatriefilme, wenn man so will. Das heißt, wir sehen, nachdem die Fallhöhe überdeutlich abgesteckt ist, eine Frau, die plötzlich nach Worten ringt, mitten im Satz eine Vorlesung abbricht oder den halben Tag verschläft."

25. November 2009 | Kritik •

Durch Robert Enkes tragische Selbsttötung hat der Film nun eine ungeahnte Aktualität zu erfahren, meint Michael Kohler. "Im Kino der 50er Jahre hätte es für Helens Leiden wohl nur eine Diagnose gegeben: die Entfremdung der bürgerlichen Welt. Es gibt kein richtiges Leben im falschen, das galt damals von Adorno bis Michelangelo Antonioni als ausgemacht und schlug sich an scheinbar grundlos leidenden Heldinnen mit den entsprechenden Symptomen nieder. In Sandra Nettelbecks Fallstudie ist das bürgerliche Unglück hingegen nicht mehr gesellschaftlich geprägt, sondern erscheint als schicksalhaftes Naturgesetz."

Aktueller Stand der Datenbank:
15499 Filme,
15242 Bücher & Artikel,
801 Biographien,
49 Themen & Listen
all: 0.68227